Adelsdorf
Fußball

Der fränkische Pokalheld des FC Saarbrücken: "Ich musste mit jedem anstoßen, der mit uns gefeiert hat"

Der FC Saarbrücken leistet im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Fortuna Düsseldorf Historisches. Als erster Viertligist zieht er ins Halbfinale ein. Der gefeierte Held ist ein Franke: Torwart Daniel Batz.
Der in Erlangen geborene Daniel Batz war mit fünf gehaltenen Elfmetern gegen den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf maßgeblich am Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals des FC Saarbrücken beteiligt.  Foto: Thomas Frey/dpa
Der in Erlangen geborene Daniel Batz war mit fünf gehaltenen Elfmetern gegen den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf maßgeblich am Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals des FC Saarbrücken beteiligt. Foto: Thomas Frey/dpa

Der FC Magdeburg und Holstein Kiel waren 2001 beziehungsweise 2012 schon nah dran. Geschafft hat es aber nur der FC Saarbrücken: Als Viertligist zog er ins Halbfinale des DFB-Pokals ein.

Zuletzt stand das Gründungsmitglied der Bundesliga 1985 in der Vorschlussrunde. Damals stiegen sie als Dritter der 2. Bundesliga ins Fußball-Oberhaus auf. 35 Jahre später schaltete der Tabellenführer der Regionalliga Südwest im Pokal den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf mit 7:6 im Elfmeterschießen aus. Nach 120 intensiven Minuten hatte es 1:1 gestanden.

Schon am Unentschieden in der regulären Spielzeit hatte ein gebürtige Erlanger mit zahlreichen Paraden und einem gehaltenen Elfmeter gehörigen Anteil. Doch es sollte noch besser kommen. Der 29-jährige Torwart avancierte mit vier gehaltenen Schüssen im Elfmeterschießen zum Held des Abends.

Batz begann seine Karriere beim SC Adelsdorf (Kreis Erlangen-Höchstadt). Über die Jugendteams von Greuther Fürth kam er zum 1. FC Nürnberg, wo er 2010 seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieb. Nach seinem Wechsel zum SC Freiburg machte Batz am 34. Spieltag der Saison 2011/2012 beim 0:4 in Dortmund sein einziges Bundesliga-Spiel. Der Höhepunkt seiner Karriere war aber der Sieg gegen Düsseldorf - und gegen 16 Uhr am Tag danach war der Pokalheld telefonisch erreichbar.

Habe ich Sie aufgeweckt und sind Sie schon wieder nüchtern?

Daniel Batz: Ich war gegen 5.30 Uhr im Bett und bin seit 9 Uhr wach. Wir hatten eine feuchtfröhliche Nacht und haben den Sieg in unserer gewohnten Lokalität gefeiert. Einen Kater habe ich zum Glück nicht.

Was trinkt man eigentlich als Pokal-Halbfinalist?

Ich glaube, ich musste mit jedem anstoßen, der mit uns gefeiert hat. Da gab es einige Kurze. Am Ende waren es auf jeden Fall mehr Kurze als Bier.

Was hätten Sie geantwortet, wenn man Ihnen vorher gesagt hätte, dass Sie im Viertelfinale des DFB-Pokals fünf Elfmeter halten?

Spontan würde ich sagen: Glaubst du an den Weihnachtsmann? Das konnte ich mir beim besten Willen nicht ausmalen. Da gehört natürlich auch viel Glück dazu.

Sie sind der erste Torhüter seit detaillierter Datenerfassung im Pokal, der vier Elfmeter im Elfmeterschießen pariert. Schon im Achtelfinale gegen den KSC hielten Sie einen Elfmeter. Fühlen sie sich als Held?

Wir fühlen uns alle als Pokalhelden. Es war eine Mannschaftsleistung. Was die Jungs zuvor 120 Minuten auf dem Rasen gemacht haben, war unglaublich. Es würde den anderen nicht gerecht werden, einen Einzelnen herauszustellen.

Sie lagen im Elfmeterschießen durchgehend hinten, obwohl Saarbrücken begonnen hat. Kevin Stöger und Matthias Zimmermann hätten Düsseldorf ins Halbfinale schießen können. Dachten Sie einmal daran, dass es gleich vorbei sein könnte?

Nein, gar nicht. Ich habe nur von Schütze zu Schütze gedacht und wollte jedes Mal aufs Neue den Ball halten. Dass es so gut klappt, konnte wohl niemand ahnen.

Sie spielen seit 2017 in Saarbrücken. Fühlen Sie sich dort heimisch?

Ja, auf jeden Fall. Ich mag die Gegend und die Leute hier sehr gerne. Für mich ist das mittlerweile schon eine zweite Heimat geworden.

Von 1996 bis 2003 spielten Sie für den SC Adelsdorf. Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem Heimatverein?

Der Adelsdorfer Spielertrainer Andi Mönius war einer der ersten, der mir geschrieben hat. Leider bin ich nicht mehr so oft dort. Meistens komme ich im Sommer und im Winter für einige Tage in die Heimat. Das ist aber dann umso schöner.

Könnten Sie sich vorstellen Ihre Karriere dort ausklingen zu lassen, wo sie begonnen hat?

Das hat sicher noch etwas Zeit und man weiß nie, was kommt. Aber ausschließen würde ich das sicher nicht.

Dann blicken wir in die nähere Zukunft. Was machen Sie eigentlich am 23. Mai?

Ich werde mittags in Berlin spazieren gehen und abends das Pokalfinale spielen. Am liebsten hätte ich die Bayern als Gegner. Träumen ist ja wohl erlaubt.

Die fragen stellte Jannik Reutlinger.