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Millionen-Gage? Das sagt Mehmet Scholl zur TV-Honorar-Debatte

Wie viel Geld verdienen die TV-Fußballexperten Scholl und Kahn? ARD und ZDF äußern sich zu Vertragsinhalten nicht. Dafür meldet sich jetzt Scholl zu Wort.
Mehmet Scholl hat sich zur TV-Honorar-Debatte geäußert.Foto: Andreas Gebert/dpa
Mehmet Scholl hat sich zur TV-Honorar-Debatte geäußert.Foto: Andreas Gebert/dpa
Extrem verärgert haben Mehmet Scholl und Oliver Kahn auf Meldungen über ein angebliches Millionen-Honorar für ihre Arbeit als TV-Experten für ARD und ZDF reagiert. Der Branchendienst "kress pro" hatte berichtet, dass die früheren Nationalspieler jährlich rund 1,6 Millionen Euro von den öffentlich-rechtlichen Sendern erhalten würden. Bei der Fußball-EM in Frankreich, wo beide derzeit tätig sind, wären nach diesen Informationen 50.000 Euro pro Einsatz fällig.


"So weit entfernt von der Realität, wie die Engländer vom EM-Titel"

"Die von EINEM offenbar bösartigen Journalisten in Umlauf gebrachte angebliche Höhe meines Honorars ist von der Realität genauso weit entfernt wie die Engländer von einem EM-Titel, nämlich meilenweit", teilte Scholl der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag mit.

Auch Kahn dementierte umgehend. "Hierbei handelt es sich um eine eklatante Falschmeldung, die jeglicher Grundlage entbehrt. Kress.de verbreitet eine Fehlinformation, die bewusst Neid und Missgunst in der Öffentlichkeit in Kauf nimmt und den Zuschauern die Freude an der Berichterstattung vermiesen soll", teilte Kahn am Dienstag auf seiner Facebook-Seite mit. Der frühere Nationalkeeper behält sich genauso wie die Sender rechtliche Schritte vor.

ARD und ZDF dementierten die Meldung ebenfalls. "Die Zusammenarbeit mit Oliver Kahn basiert auf einer Pauschalvereinbarung über zwei Jahre. Die genannten Zahlen entbehren jeglicher Grundlage", teilte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz mit. "Es gleicht beinahe schon vorsätzlicher Bösartigkeit, welche Zahlen auch hier im Zusammenhang mit dem Expertenvertrag von Mehmet Scholl geschrieben und vervielfältigt werden", beklagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky.

Genaue Zahlen nannten weder Balkausky noch Gruschwitz. "Generell werden wir uns zu vertraglichen Inhalten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht äußern. Nur so viel, auch diese derzeit im Raum stehenden Summen entsprechen nicht annähernd der Realität und entbehren jedweder Grundlage", versicherte der ARD-Mann.

Auch Robert Niemann, für die Vermarktung von Oliver Kahn zuständig, schaltete sich in die Diskussion ein. "Die Zahlen sind für uns nicht nachvollziehbar", sagte er der "Huffington Post". Grundsätzlich gebe es keine Auskünfte über Vertragsinhalte, doch bekannt sei ja, dass Kahn einen mehrjährigen Vertrag mit dem Sender habe. "Und da wird nichts mit irgendwelchen Tageshonoraren abgerechnet", sagte Niemann.

Der Chefredakteur von "kress pro", Markus Wiegand, verwies darauf, dass die beiden früheren Bayern-Profis nicht von einem privaten TV-Sender bezahlt werden. "Solange Scholl und Kahn aber durch Gebührengelder honoriert werden, ist es ein Skandal. Die überragende Mehrheit der Zuschauer würde solche Summen niemals billigen, wenn sie davon wüsste", schrieb er im Editorial des Magazins.