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Cheerleader-Debatte: Monika Gruber äußert Kritik - Bamberger Dancers freut's

Ein Bundesligist der Basketball Bundesliga verzichtet auf Cheerleader. Ab Beginn der Saison soll nach 25 Jahren Schluss mit der weiblichen Pausenunterhaltung sein. Bei Brose Bamberg hält man am Cheerleader-Team fest. Komikerin Monika Gruber freut das.
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ALBA Berlin verzichtet ab sofort auf Cheerleader in seinem Rahmenprogramm. Symbolfoto: Soeren Stache/dpa
ALBA Berlin verzichtet ab sofort auf Cheerleader in seinem Rahmenprogramm. Symbolfoto: Soeren Stache/dpa

Update, 30.09.2019: Brose Bamberg hält an Cheerleader-Team fest

Im Nachgang der Entscheidung von ALBA Berlin in Zukunft auf Cheerleader als Halbzeitunterhaltung verzichten zu wollen, wurde in den sozialen Medien eine Debatte entfacht. Unter anderem äußerte sich die bayerische Komikerin Monika Gruber. Die 48-Jährige kritisierte in einem Videostatement, das sie via Facebook veröffentlichte, die Entscheidung des Berliner Erstligisten. Dabei bezog sich Gruber auf den sportlichen Aspekt von Cheerleading und betonte, dass die Sportlerinnen sich bewusst und freiwillig dafür entschieden hätten, sich in knapper Kleidung sehr freizügig zu zeigen.

Zudem sagte die Komikerin: "Ich vermisse auch die Grid Girls beim Formel1 - das ist schade!" Am Ende des Statements freute sie sich über Nachrichten aus Bamberg. Dass Brose Bamberg bekannt gegeben hat, am Dancers-Team festhalten zu wollen, sei als positive Nachricht zu werten. Das Brose Bamberg Dancers-Team reagierte darauf ebenfalls via Facebook. In einem Video sagte eine der Tänzerinnen: "Hallo liebe Monika, wir haben gerade eben dein grandioses Statement samt deiner Wertschätzung für unseren Sport auf deiner Facebook-Seite gesehen und wir freuen uns wahnsinnig darüber." Das Cheerleader-Team sei froh, dass der "Wahnsinn in Bamberg keinen Anklang" gefunden habe, hieß es weiter. Dabei betonte die Tänzerin erneut, dass das sportliche Engagement der Cheerleader auf freiwilliger Basis sei. Auch die Basketballer von Medi Bayreuth haben sich hinter ihre Cheerleader gestellt. Gegenüber Radio Mainwelle sagten die Verantwortlichen: "Cheerleading stellt in erster Linie eine echte Sportart dar, die unabhängig von Geschlecht von jedem und jeder Begeisterten ausgeübt wird und werden sollte. Für unseren Standort stellt sich eine solche Diskussion also nicht und wir sind froh mit den Diamond-Cheerdancers zusammenarbeiten zu dürfen."

 

Cheerleader-Debatte: Innenminister Seehofer äußert sich

Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich zur Debatte geäußert: "Wenn die Besetzung nur mit Frauen als nicht mehr zeitgemäß empfunden wird, könnten wir das verändern" sagte der 70-Jährige der Bild am Sonntag.

Seehofer sprach sich gegen einen generellen Verzicht aus. "Cheerleading ist ein Sport mit langer und internationaler Tradition. Die Vereine müssen jeweils selbst entscheiden", heißt es weiter im Interview.

Erstmeldung, 27.09.2019: ALBA Berlin verzichtet auf Basketball-Cheerleader

Nach 25 Jahren verzichtet Basketball-Bundesligist Alba Berlin mit Beginn der neuen Saison auf seine Cheerleader. Der Verein sei "zu der Überzeugung gekommen, dass das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents nicht mehr in unsere Zeit passt", wurde Albas Geschäftsführer Marco Baldi auf der Webseite des Clubs zitiert. Bei den Heimspielen sei der Eindruck entstanden, "dass Frauen bei Alba vor allem für die tanzende Pausenunterhaltung zuständig sind, während Männer Basketball spielen", meinte Baldi weiter. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

 

Die Realität im Verein sei eine andere. "Mit unserem breiten Jugendprogramm sind wir ein wichtiger Sozialakteur geworden, der Mädchen und Jungen gleichermaßen für unseren Sport begeistert", sagte er. "Wir wollen zukünftig noch stärker fördern, dass Frauen im Basketball als Spielerinnen sichtbar und zu Vorbildern werden." Alba hat nach Baldis Aussagen die mit Abstand größte Mädchen- und Frauenbasketballabteilung Deutschlands.

 

 

ALBA Berlin verzichtet auf Cheerleader: 25 Jahre Halbzeitunterhaltung

Der Geschäftsführer würdigte zugleich die Cheerleader. "Die Alba Dancers haben in den letzten 25 Jahren Tolles geleistet", meinte er. Sie seien mehrmals als das beste Danceteam Europas ausgezeichnet worden. "Es ist uns bewusst, dass nicht wenige Fans die Alba Dancers vermissen werden." Die Berliner starten am Samstag (18.00 Uhr) mit dem Pokal-Achtelfinal-Spiel gegen s.Oliver Würzburg in die Saison.

sgl/tu