Höchstadt
Eishockey

Sikorski steuert fünf Tore zum Kantersieg bei

Mit geballter Offensiv-Power rückte der Höchstadter EC am Freitagabend dem EHC Mitterteich zu Leibe - und der zerbröselte binnen kürzester Zeit. Nach acht Minuten stand es 4:0, nach 40 Minuten dann 11:0 und am Ende hieß es 18:1 für den Tabellenzweiten der Eishockey-Landesliga.
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Der fünffache Torschütze Daniel Sikorski (r.) freut sich mit Jan Michalek (l.) über ein Tor. Fotos: Picturedreams
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"Die erste Reihe besteht heute aus fünf Angreifern!" Es sollte ein Scherz sein von Pressesprecher Martin Steinau, aber es war wahr. Auf Grund der vielen Ausfälle in der Defensive - neben den Langzeitverletzten Daniel Goblirsch (Schulter-Operation) fehlten auch Markus Babinsky (Knie verdreht), Marc Kaczmarek (Schulter verletzt), Ruben Lechler und Christian Eyrich (beide beruflich verhindert) - transformierte sich Spielertrainer Daniel Jun selbst zum Verteidiger. Der tschechische Top-Scorer der Alligators (83 Punkte vor dem Spiel) bildete mit dem Kapitän und zweitbesten Scorer Daniel Sikorksi (63 Punkte) ein selten offensivgewaltiges Abwehrpärchen. Unterstützt von den Stürmern Michalek, Hiendlmeyer und Lenk lieferten sich die beiden Verteidiger einen kuriosen Zweikampf um die Torjägerkrone im Spiel. Nach einem ausgeglichenen Start behielt am Ende Sikorski mit fünf Toren und drei Vorlagen klar die Oberhand gegen Jun (2/4).

Herzog wird ganz am Ende überwunden


Das Duell der beiden Höchstadter war deutlich packender als die mit einseitig nur unzureichend umschriebene Partie. Nur die Langeweile seiner Vorderleute verhindert für Ersatzmann Michael Herzog den "shut out" in der letzten Minuten. Zum Ausgleich brachte der Schlussmann zwei Assists auf sein Konto. Dass nicht der Hauch an Spannung zu erwarten war, zeigte schon ein Blick auf das ärmliche Aufgebot der Gäste. Im Vergleich zum ersten Match vor einer Woche traten die Dragons mit fünf Spielern weniger an und brachten somit gerade mal zehn Feldspieler und einen Torwart auf das Eis. Während dem noch im Saisonverlauf gewechselten und nun gesperrten Ex-Höchstadter Bado nach seinem unrühmlichen Auftritten zuletzt keiner eine Träne nachweinte, vermissten die Alligators-Anhänger einen Mann dann doch: den Ersatztorhüter Ralph Hellwig. Der mäßig begabte, aber grundsympathische EHC-Goalie hatte in Mitterteich die Herzen der HEC-Fans im Sturm erobert, weil er für sie die Welle gestartet hatte. Im Rückspiel fehlte er allerdings.

Erstes Tor nach 32 Sekunden


Wer überhaupt am Sieg des Goliaths aus Mittelfranken über den David aus dem Stiftland gezweifelt hatte, wurde schon nach 32 Sekunden von seinen Flausen geheilt. Der unwiderstehliche Sikorski zog vor dem Kasten auf, lockte Torhüter Daniel Raß einen halben Meter nach vorne, fuhr dann einfach weiter und netzte aus spitzem Winkel ein. Bis zum 4:0 ging es munter weiter: Tratz stocherte den Puck nach einem Weiß-Schuss über die Linie (4.), Hiendlmeyer nutzte den Rückpraller, als Jun nur die Bande traf (6.), und Lenk vollendete nach einem Doppelpass mit dem Gegner (9.). Die weiteren Tore von Sikorski (16.) und Stribny (20.) ließen trotz der 32:5 Torschüsse im ersten Drittel noch etwas auf sich warten.

Auch Dietrich mit Doppelpack


Im zweiten Abschnitt ärgerten die HEC-Akteure zeitweise ihren Ex-Präsidenten Axel Rogner: "Da will jeder den besonders tollen Pass spielen." Kaum hatte aber der Vater des Höchstadter Eishockeys ein paar mal "Einfach spielen" aufs Eis gebrüllt, schon lief die Tormaschinerie wieder. Jun (2), Hiendlmeyer, Gluchich und Sikorksi schraubten den Zwischenstand auf 11:0 nach 40 Minuten. Im Schlussdrittel steuerten die Alligators gegen die müden Dragons die 20-Tore-Marke an. Doch nach Toren von Dietrich (2), Sikorski (2), Grau und Stribny blieb der HEC bei 18 hängen und musste am Ende noch das eine Gegentor quittieren.

Statistik zum Spiel


Höchstadter EC - EHC Mitterteich 18:1
(6:0, 5:0, 7:1)
Höchstadter EC: Tor: Herzog; Verteidigung: Sikorski/Jun, Stütz/Weiß; Angriff: Michalek/Lenk/Hiendlmeyer, S. Goblirsch/Grau/Gluchich, Tratz/Stribny/Dietrich
EHC Mitterteich: Tor: D. Raß; Verteidigung: M. Raß/Knösch, Bäumler/D. Schulz; Angriff: Zeus/Kracht/April, Martin/Gigler/F. Schulz
SR: Barth/Walter
Zuschauer: 400
Tore: 1:0 Sikorski (1., Zuspiel von Hiendlmeyer, Lenk), 2:0 Tratz (4., 5:4-Situation, Weiß, Stribny), 3:0 Hiendlmeyer (6., Jun, Lenk), 4:0 Lenk (9., Sikorski), 5:0 Sikorski (16., 5:4-Sit., Hiendlmeyer, Michalek), 6:0 Stribny (20., 5:4-Sit., Tratz, Stütz), 7:0 Hiendlmeyer (22., Michalek, Jun), 8:0 Jun (34., Stribny, S. Goblirsch), 9:0 Gluchich (36., Jun, Dietrich), 10:0 Sikorski (39., S. Goblirsch, Jun), 11:0 Jun (5:4-Sit., Lenk, Sikorski), 12:0 Lenk (44., 5:4-Sit., Hiendlmeyer, Stütz), 13:0 Dietrich (47., Gluchich, Grau), 14:0 Sikorksi (52., Grau, Dietrich), 15:0 Dietrich (52., Herzog, Grau), 16:0 Sikorski (54., Herzog, Michalek), 17:0 Stribny (55., Sikorski, S. Goblirsch), 18:0 Grau (56., Dietrich, Gluchich), 18:1 Kracht (60., 5:4-Sit.)
Strafzeiten: HEC 8 / EHC 14