East Rutherford
Rücktritt

Messi-Rücktritt: Argentinien ist schockiert - "Ich will weinen"

Lionel Messi hat nach dem verlorenen Endspiel der Copa America Centrario seinen Rücktritt aus der argentinischen Nationalmannschaft erklärt.
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Chile wird zu Lionel Messis Albtraum: Erneut verliert der Barca-Star mit Argentinien gegen die Chilenen. Für Messi war es das letzte Spiel im Nationaldress, Foto: Jason Ezenes/dpa
Chile wird zu Lionel Messis Albtraum: Erneut verliert der Barca-Star mit Argentinien gegen die Chilenen. Für Messi war es das letzte Spiel im Nationaldress, Foto: Jason Ezenes/dpa
Nach dem angekündigten Karriereende von Superstar Lionel Messi in der argentinischen Nationalmannschaft trauert das südamerikanische Land um seinen größten Hoffnungsträger. "Gehe nicht", titelte die Sportzeitung Olé am Montag. Die Zeitung "La Nación" schrieb: "Lionel Messi, ein Segen für ein verdammtes Argentinien" und spekulierte gleich auf eine Rückkehr des Ausnahmestürmers. Denn ohne ihn, sei die argentinische Nationalmannschaft nur zweitklassig.

In der Zeitung "Clarín" wurde es emotional: "Ich will weinen. Das ist nicht fair. Nicht dieses Mal. Du hast alles gegeben", schrieb der sichtlich aufgebrachte Kommentator. "Du bleibst der Beste der Welt. Will irgendwer das bezweifeln?" Die Zeitung "Uno" aus der Provinz Mendoza schrieb "Eine neue Enttäuschung" und druckte ein Foto des frustrierten Messis.

Auch international dominierte Messis Rücktrittsankündigung am Montag die Titelblätter der Sportzeitungen. "Leo Mexit", titelte die spanische "Marca" in Anspielung auf das britische Brexit-Votum zum Austritt aus der EU. Die chilenische Zeitung "La Tercera" trat noch mal nach: "Chile schickt Messi in Rente."


Messi: Meine Zeit in der Nationalmannschaft ist vorbei

Messi hatte unmittelbar nach dem verlorenen Finale der Copa America Centenario gegen Chile am Sonntagabend (Ortszeit) in East Rutherford überraschend seinen Rücktritt aus der "Albiceleste" erklärt.

"Ich habe meine Entscheidung getroffen, meine Zeit in der Nationalmannschaft ist vorbei", sagte der 29-Jährige einem argentinischen Fernsehsender. Damit müssen sich die Argentinier ohne ihren Superstar und bisherigen Kapitän auf den Weg zur WM 2018 in Russland aufmachen.

Der Profi des FC Barcelona hatte das Copa-Endspiel mit Argentinien 2:4 im Elfmeterschießen gegen Titelverteidiger Chile verloren. Messi verschoss dabei selbst einen Elfmeter. Bereits im Vorjahr war Argentinien dem südamerikanischen Nachbarn im Finale ebenfalls im Elfmeterschießen unterlegen. Zudem verlor Messi mit seinem Team 2014 in Rio das Weltmeisterschafts-Endspiel gegen Deutschland nach Verlängerung 0:1.


Seit 1993 keine Erfolge bei großen Turnieren

Argentinien wartet seit dem Copa-Gewinn 1993 auf einen Erfolg bei einem großen Turnier. Nicht einmal Superstar Messi schaffte es, die Sehnsucht der Südamerikaner nach einem Triumph zu stillen. "Es tut mir mehr als jedem anderen weh, dass ich nicht im Stande bin, mit Argentinien einen Titel zu gewinnen", sagte der fünfmalige Weltfußballer des Jahres. 

Mit dem FC Barcelona hat Messi fast alle bedeutenden Titel im Vereinsfußball gewonnen. In 109 Länderspielen blieb ihm das verwehrt. Beim 4:0-Erfolg der Argentinier im Copa-Halbfinale gegen die USA gelang ihm sein 55. Treffer. Damit ist er Argentiniens Rekordtorschütze und überholte Gabriel Batistua. "Jeder verdient diesen Rekord, all meine Mitspieler der vergangenen Jahre haben ihren Anteil daran", hatte Messi damals betont. Jetzt müssen seine Mitspieler ohne ihn auskommen.