Rio de Janeiro

Kolumbien vor Achtelfinal-Einzug - Hummels droht auszufallen

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Nach dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste steht Kolumbien vor dem Achtelfinal-Einzug. Unterdessen ist Bundestrainer Löw schon im zweiten WM-Spiel gegen Ghana wohl gezwungen, den verletzten Hummels zu ersetzen.
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Foto: Fernando Bizerra Jr. / dpa
Foto: Fernando Bizerra Jr. / dpa
Geheimfavorit Kolumbien steht dicht vor dem Einzug ins Achtelfinale. Die Südamerikaner kamen am Donnerstag beim 2:1 (0:0) gegen die Elfenbeinküste zum zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel. Bei einer Punkteteilung zwischen Japan und Griechenland (0.00 Uhr) wäre Kolumbien bereits eine Runde weiter.

Kolumbien kam durch Tore von James Rodríguez (64. Minute) und Juan Quintero (70.) zum Sieg, daran änderte auch das Anschlusstor von Gervinho (73.) nichts. Der ivorische Superstar Didier Drogba wurde erneut erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt.

Unterdessen muss Bundestrainer Joachim Löw seine Portugal-Siegerelf am Samstag im Spiel gegen Ghana wohl notgedrungen umbauen. Der sich abzeichnende Ausfall von Innenverteidiger Mats Hummels gegen Ghana wird aber nicht den WM-Veteranen Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose nützen, die auch am Samstag (21.00 Uhr MESZ/ARD) in Fortaleza als "Spezialkräfte" zunächst wieder nur Bankdrücker sein dürften. WM-Neuling Shkodran Mustafi dagegen gilt plötzlich als Favorit, falls Hummels tatsächlich ersetzt werden muss.

"Eine Umstellung würde wieder ein kleines Fragezeichen bringen", bemerkte Jubilar Per Mertesacker am Donnerstag. "Wir waren gerade dabei, uns zu finden." Auch deshalb kämpfte die medizinische Abteilung weiter intensiv um die Einsatzfähigkeit des am Oberschenkel verletzten Hummels. Doch auch für einen Hummels-Ausfall sieht Mertesacker die Abwehrkette gerüstet. "Jeder, der reinkommt, weiß, was er zu tun hat. Wir haben klare Vorgaben. Selbst wenn Shkodran rein kommt, ruft er seine Sachen sofort ab. Das gibt uns ein gutes Gefühl und ist wichtiger als eingespielt zu sein", ergänzte der 29 Jahre alte Abwehrchef vor seinem 100. Länderspiel.
In Fortaleza erwarten die Deutschen am Samstag noch extremere Bedingungen als zum Auftakt in Salvador.

"Gegen Portugal waren wir lange Zeit ein Mann mehr, das Spiel war relativ früh entschieden. Bei einem engen Spiel Elf gegen Elf werden wir die Hitze noch mehr merken", sagte Toni Kroos vor dem Duell gegen Ghana, das vom italienischen Schiedsrichter Sandro Ricci geleitet wird.

Während sich das deutsche Team akribisch auf die zweite WM-Partie vorbereitet, sieht sich der entthronte Weltmeister Spott und Häme ausgesetzt. Spaniens Presse rechnete schonungslos mit der Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque ab, der nach dem schmerzlichen Vorrunden-Aus durch das 0:2 gegen Chile Konsequenzen andeutete. Abwehrchef Sergio Ramos sprach sich aber bereits für einen Verbleib des 63-Jährigen im Amt aus: "Es muss ihm auch erlaubt sein, Fehler zu machen." Doch eine Zäsur bei den in die Jahre gekommenen Seriensiegern vergangener Zeiten ist wohl unausweichlich.

Unterdessen feierten Chiles Fans den historischen Triumph in Santiago mit einer rauschenden Party. Der Verkehr auf den Zufahrtstraßen brach zusammen, U-Bahn-Stationen mussten wegen des Andrangs geschlossen werden. Am späten Abend kam es zu Zwischenfällen, bei denen nach Angaben des Transportministers Andrés Gómez-Lobos bis zu 300 Busse beschädigt wurden. "Das war ein Eigentor", erklärte der Minister.

Ein geradezu beschämendes Verhalten offenbarten Kameruns Spieler beim 0:4 gegen Kroatien, das ihren Vorrunden-K.o. besiegelte. "Das ist eine Schande. Ich hasse, so etwas zu sehen", schimpfte der deutsche Trainer Volker Finke, nachdem Benoit Assou-Ekotto und Benjamin Moukandjo zum Ende der Partie in Manaus gegeneinander handgreiflich geworden waren. "Das ist nicht akzeptabel, das ist nicht das Bild von Kamerun, das wir zeigen wollen", bemerkte Finke.

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