Ascona
EM-Kader Deutschland

EM-Aus für Reus! Das ist der endgültige DFB-Kader für die EM 2016

Bundestrainer Joachim Löw hat sein endgültiges EM-Aufgebot bekannt gegeben. Wer fährt mit nach Frankreich, wer muss nach Hause?
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Bittere Pille für Marco Reus. Der Dortmunder fährt nicht mit zur EM 2016 in Frankreich. Foto: Jens Wolf/dpa
Bittere Pille für Marco Reus. Der Dortmunder fährt nicht mit zur EM 2016 in Frankreich. Foto: Jens Wolf/dpa
Für Marco Reus (Borussia Dortmund), Julian Brandt (Bayer 04 Leverkusen), Karim Bellarabi (Bayer 04 Leverkusen) und Sebastian Rudy (TSG 1899 Hoffenheim) ist der Traum von der EM-Teilnahme in Frankreich geplatzt. Bundestrainer Joachim Löw strich die vier Spieler am Dienstag aus dem vorläufigen EM-Aufgebot.


Reus mit "massiven gesundheitlichen Problemen"

Für den angeschlagenen Dortmunder Reus kommt die Entscheidung überraschend. Besonders bitter: Ausgerechnet an seinem 27. Geburtstag bekommt er diese für ihn persönlich niederschmetternde Nachricht. Wegen einer hartnäckigen Schambein-Entzündung kann der Dortmunder nicht mit der deutschen Nationalmannschaft zum Turnier nach Frankreich reisen. "Er hat massive gesundheitliche Probleme. Er kann im Moment nur gerade auslaufen. Für uns und für ihn eine bittere Entscheidung gewesen, er wäre eine Bereicherung gewesen", sagte Löw über Reus, der schon die WM 2014 wegen einer Verletzung kurzfristig verpasst hatte.

Zwei Tage lang hatte Löw nochmals "sehr ausführlich" mit den DFB-Medizinern diskutiert. "Menschlich gesehen tut mir die Entscheidung gegen die Spieler sehr weh. Ich weiß, dass es eine große Enttäuschung ist. Auf der anderen Seite müssen sie es als Chance und Motivation sehen", erklärte der Chefcoach. Die Jungstars Joshua Kimmich, Julian Weigl und Leroy Sané sind dagegen bei der EM dabei.

Kapitän Bastian Schweinsteiger und Weltmeister-Kollege Mats Hummels gehören ebenfalls zum endgültigen Kader. Der lange verletzte Schweinsteiger sei wieder "voll belastbar" und könne in Ascona ab sofort mit der Mannschaft trainieren. Bei Hummels müsse man "noch abwarten", ergänzte der Bundestrainer. Das Entscheidende aber ist: "Die Prognosen bei Schweinsteiger und Hummels sind klar, dass sie beim Turnier zur Verfügung stehen", unterstrich Löw.

Bei Reus, der wegen einer schweren Verletzung des Sprunggelenks im letzten Testspiel gegen Armenien zum Abschluss der Vorbereitung schon die WM in Brasilien verpasst hatte, sah das anders aus. "Die Mediziner sind sehr skeptisch, dass er die nächsten Wochen bei dem zehrenden Turnier voll belastbar ist", berichtete Löw.

"Marco Reus in einer sehr guten Form, gesund und fit wäre für unsere Mannschaft eine enorme Bereicherung gewesen." Reus habe das EM-Aus "ganz gefasst aufgenommen", berichtete Teamkollege Sami Khedira.

Diese 23 Spieler (Vereine in Klammern) fahren mit zur EM-Endrunde 2016 vom 10. Juni bis 10. Juli in Frankreich:

TOR
Manuel Neuer (FC Bayern München), Bernd Leno (Bayer 04 Leverkusen), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)

VERTEIDIGUNG
Mats Hummels (Borussia Dortmund), Jérôme Boateng (FC Bayern München), Shkodran Mustafi (FC Valencia), Jonas Hector (1. FC Köln), Antonio Rüdiger (AS Rom), Emre Can (FC Liverpool), Benedikt Höwedes (FC Schalke 04),
MITTELFELD/ANGRIFF
Bastian Schweinsteiger (Manchester United), Mario Götze (FC Bayern München), Thomas Müller (FC Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal), Toni Kroos (Real Madrid), Sami Khedira (Juventus Turin), André Schürrle (VfL Wolfsburg), Julian Weigl (Borussia Dortmund), Leroy Sané (FC Schalke 04), Julian Draxler (VfL Wolfsburg), Mario Gomez (Besiktas Istanbul), Lukas Podolski (Galatasaray Istanbul), Joshua Kimmich (FC Bayern München)
Bis zum Freitag wird Löw seine EM-Fahrer noch in der Schweiz vorbereiten. Dann geht es weiter zur Turnier-Generalprobe am Samstag in Gelsenkirchen gegen Ungarn. Nach zwei freien Tagen wird der Weltmeister am kommenden Dienstag sein EM-Stammquartier in Évian-les-Bains am französischen Ufer des Genfer Sees beziehen.

Am 12. Juni in Lille startet Deutschland gegen die Ukraine in das Turnier. Weitere Gruppengegner sind am 16. Juni in Saint-Denis Polen und Nordirland am 21. Juni im Pariser Prinzenpark.