Bayreuth
Basketball

Bayreuther erzielen Siegkorb in letzter Sekunde

Die Bayreuther Basketballer gewinnen gegen Tübingen ein bereits verloren geglaubtes Spiel und festigen den wichtigen Platz 4 in der Bundesliga.
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De'Mon Brooks erzielte mit der Schlussirene den Siegkorb für die Bayreuther gegen Tübingen. HIer setzt er sich gegen Alvaro Munoz (links) und Stanton Kidd (rechts) durch. Foto: Peter Mularczyk
De'Mon Brooks erzielte mit der Schlussirene den Siegkorb für die Bayreuther gegen Tübingen. HIer setzt er sich gegen Alvaro Munoz (links) und Stanton Kidd (rechts) durch. Foto: Peter Mularczyk
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Medi Bayreuth hat auf dem Weg zu Platz 4 in der Bundesliga-Endabrechnung einen Meilenstein gesetzt. Die Wagnerstädter erzielten gegen Tübingen in der Schlusssekunde den entscheidenden Korb, der umso wertvoller war, weil die Konkurrenz allesamt verlor. So wuchs der Bayreuther Vorsprung auf den Fünften Alba Berlin auf acht Punkte.

De'Mon Brooks gelang der entscheidende Korbleger Seiteneinwurf von Linhart mit der Schlusssirene zum 82:81 (38:46). Die Oberfranken feierten damit ihren vierten Heimsieg in Serie. Der Jubel der Bayreuther Fans unter den 3119 Zuschauern in fast ausverkauften Oberfrankenhalle kannte keine Grenzen.

Der entscheidende Korb war von Raoul Korner in einer Auszeit 0,9 Sekunden vor Spielende genau geplant worden: "Brooks sollte den Ball bekommen. Nate Linhart muss man für den perfekten Pass ein Kompliment machen, Kyan Anderson für den Block und natürlich De'Mon Brooks für die Physis unter dem Korb. Hier haben viele Dinge zusammengespielt!"

Noch kurz zuvor hatte sich Todesstille über die Bayreuther Heimspielstätte gelegt, nachdem Tübingens überragender US-Guard Barry Stewart zu Beginn der Schlusssekunde einen Dreier mit Brett durch die Bayreuther Reuse zum 80:81 gejagt hatte.

Letztendlich war es wohl das Glück des Tüchtigen, denn die Bayreuther benötigten lange, um in die Partie hineinzufinden, mussten über weite Phasen gegen ein blendend eingestelltes Tübinger Team einem Rückstand von bis zu 13 Punkten hinterherlaufen, steckten aber niemals auf.

Kyan Anderson und Trey Lewis führten die Bayreuther im dritten Viertel an, Lewis holte mit einem Dreier aus der rechten Spielfeldecke zum 62:61 (30.) erstmals seit den Anfangsminuten die Führung zurück.

Doch die Schwaben antworteten prompt und ließen sich auch danach nicht abschütteln. Vor allem Barry Stewart, der einst gemeinsam mit dem Bayreuther Trio Bastian Doreth, Nate Linhart und Andreas Seiferth in Trier gespielt hatte, kam immer wieder frei zum Wurf und sammelte als Topscorer des Spiels starke 26 Punkte (5 Dreier). Neben Stewart präsentierte sich bei Tübingen Gary McGhee stark: Gegen sein Ex-Team legte der Center 13 Zähler auf.

Bester Bayreuther Korbjäger war einmal mehr Trey Lewis mit 22 Punkten (fünf Dreier), sein bis dato stärkstes Spiel im Medi-Dress zeigte David Gonzalvez. Der US-Amerikaner, der zum Jahreswechsel die bis dahin vakante sechste Ausländerposition eingenommen hatte, sammelte zwölf Punkte (zwei Dreier) und überzeugte insbesondere durch leidenschaftlichen Kampf in der Defensive.


Trainerstimmen

Raoul Korner (Bayreuth): Man hat heute sehen können, welch enorme Entwicklung Tübingen in den letzten Wochen genommen hat. Die Gäste waren über weite Strecken die bessere Mannschaft, in der ersten Halbzeit ohne jede Diskussion. Wir waren in den ersten 25 Minuten nur Passagier und konnten in den verbleibenden Minuten des dritten Viertels unseren Turbo zünden. Im letzten Viertel war es ein offener Schlagabtausch. Tübingen hat am Ende zwei unglaubliche Dreier gemacht. De'Moons Wurf ist zum Glück noch in der Zeit reingegangen. Heute haben zwei Teams auf Augenhöhe gespielt, jeder Zuschauer dürfte von der Intensität und Dramatik dieses Spiels begeistert gewesen sein.
Tyron McCoy (Tübingen): Es war ein hartes Spiel für uns heute. Bayreuth hat im dritten Viertel exzellent gespielt, das war der Schlüssel zum Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Das war guter Basketball von uns. Im letzten Viertel haben wir leichte Fehler gemacht, das Niveau aber hochgehalten. Am Ende war der Druck für uns etwas zu hoch.

Medi Bayreuth - Walter Tigers Tübingen 82:81 (16:20, 22:26, 24:15, 20:20)
Medi Bayreuth: Lewis (22/5), Brooks (18), Anderson (13/2), Gonzalvez (12/2), Doreth (7/1), Marei (7, Linhart (3/1), Seiferth, Wachalski.
Tübingen: Stewart (26/5), McGhee (13), Munoz (10/1), Kidd (9/1), Philmore (8/2), Jordan (6/1), Washburn (6), Marin (3/1).