Die Antifa und die Alternative für Deutschland (AfD) streiten über Spendengelder: Die linken Aktivisten haben dazu aufgerufen, den Rechtspopulisten Mini-Beträge zwischen einem und zehn Cent zu spenden. Damit wollen sie der AfD aber nicht nützen, sondern schaden. Funktionieren könnte das, weil Empfänger von Online-Überweisungen, etwa über Anbieter wie PayPal oder Sofort, Gebühren zahlen müssen. Diese liegen zwischen 0,9 und 1,9 Cent. Außerdem kommen weitere Gebühren in Höhe von 25 bis 35 Cent dazu. Bei Mini-Spenden würde der AfD also ein Minus entstehen.

Auch die staatliche Parteienfinanzierung kann das nicht ausgleichen: 13,8 Cent zahlt der Staat pro gespendeten 10 Cent. Am Ende bleibt ein Verlust.

Das sei kein Problem, meint AfD-Sprecher Christian Lüth, dessen Partei ihre Anhänger um Spenden gebeten hatte. "Wir sehen diesem Antifa-Späßchen gelassen entgegen", erklärte er am Freitag. "Mittlerweile haben wir mehr als eine halbe Million Euro in vier Tagen an Spenden erhalten. Daran wird die Antifa auch nichts mehr ändern können."

Auf ihrer Facebook-Seite schrieb die AfD zudem, dass sie Sonderkonditionen bei den Anbietern der Online-Überweisungen habe. Die Gebühr für eine Transaktion dürfe das Volumen der Transaktion nicht übersteigen.
"Wir danken selbstverständlich für jede Spende", erklärte Lüth. Gleichzeitig kündigte er an, Spenden, die zweckentfremdet an die AfD gerichtet worden seien, juristisch prüfen zu lassen. Die Daten würden an die Ermittlungsbehörden weitergegeben. Gegen welche Strafvorschriften Spender vorstoßen sollen, blieb jedoch offen.

Die Antifa reagierte und forderte die Spender auf, von ihrem Recht auf Auskunftserteilung Gebrauch zu machen. Damit müsste die AfD schriftlich Auskunft über die von einer Person gespeicherten Daten geben. "Sollte der AfD durch Auskunftsverlangen nach dem Bundesdatenschutzgesetz Kosten und Aufwand entstehen, wäre das natürlich sehr sehr bedauerlich", schrieb die Gruppe Antifa UG im Netz. Gleichzeitig gaben die Aktivisten aber auch zu: "Wir können nicht garantieren, dass durch solche "Spenden" tatsächlich ein Schaden entsteht."