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Silvester

Silvester: Zwei Tote durch Böller, sexuelle Übergriffe und viele Verletzte

In der Silvesternacht ist es zu vielen Unfällen gekommen. In Brandburg sind zwei Männer durch Böller gestorben. In Leipzig wurde mit Böllern randaliert.
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Vor den Augen der Polizei steigen in der Silvesternacht am 01.01.2018 am Augustusplatz in Leipzig (Sachsen) Feuerwerkskörper in die Höhe. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
Vor den Augen der Polizei steigen in der Silvesternacht am 01.01.2018 am Augustusplatz in Leipzig (Sachsen) Feuerwerkskörper in die Höhe. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Das Jahr 2018 ist da! Pünktlich um Mitternacht haben die Menschen in Deutschland das neue Jahr mit zahlreichen Feuerwerken und ausgelassenen Partys begrüßt. Nach Angaben der Polizei verliefen die Feiern in den großen Städten bislang friedlich. Zur größten Silvesterparty Deutschlands waren Zehntausende ans Brandenburger Tor in Berlin gekommen.

Auch in Köln und Hamburg feierten die Menschen laut Polizei meist friedlich. Rund um die Landungsbrücken und den Jungfernsteig zählte die Feuerwehr in der Hansestadt Zehntausende; auch die Reeperbahn wurde zum Partyzentrum. Auf der Domplatte in Köln herrschte vor einer Konzertbühne Polizeiangaben zufolge ebenfalls eine entspannte Atmosphäre.


Frühlingshaftes Silvester: Nur 1961 war es noch wärmer

Allzu dick anziehen mussten sich die Feiernden in Deutschland draußen nicht: Überall im Land war es relativ mild, der Wärmerekord wurde aber knapp verfehlt. Nach vorläufigen Auswertungen des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Offenbach wurde am Silvester-Nachmittag 2017 im badischen Rheinfelden mit 16,1 Grad am Rekord nur gekratzt. 1961 war es am Silvestertag allerdings mit 17 Grad noch etwas wärmer gewesen. In der Nacht sollte es aber vielerorts regnen und sehr windig werden.

 


Schon Stunden vor den Menschen in Deutschland hatte das Jahr 2018 in vielen Teilen der Welt bereits begonnen. Zuerst war es im Pazifik um 11.00 Uhr MEZ so weit, dann begrüßte Australien mit einem spektakulären Feuerwerk in Regenbogenfarben in Sydney das neue Jahr.

 

 


Tragödie an Silvester: Zwei Menschen sterben durch Feuerwerk

In Brandenburg sind zwei Menschen durch Feuerwerk ums Leben gekommen. Ein 35 Jahre alter Mann starb in Gusow-Platkow (Märkisch-Oderland), als er Knaller zündete, wie ein Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums sagte. Trotz sofortiger Erster Hilfe erlag der Mann noch vor Ort seinen schweren Verletzungen. Die Kriminalpolizei ermittelt. In Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) starb ein 19-Jähriger. Er wollte nach Polizeiangaben ein selbstgebautes Feuerwerk zünden. Er wurde er am Kopf getroffen und starb.

 

 


Vereinzelte sexuelle Übergriffe

In deutschen Großstädten hat es nach Polizeiangaben vereinzelt sexuelle Übergriffe auf Frauen
gegeben. Ein Polizeisprecher in Köln sagte am Montagmorgen, neun Frauen hätten angegeben, unsittlich angefasst worden zu sein. Drei Tatverdächtige seien identifiziert worden. Szenen wie in der berüchtigten Kölner Silvesternacht vor zwei Jahrenhabe es nicht gegeben. So sei es nirgends zu Zusammenrottungen von mehreren hundert Menschen gekommen. In der Silvesternacht 2015/16 waren in Köln zahlreiche Frauen von Männergruppen sexuell bedrängt und bestohlen worden. Unter den Beschuldigten waren viele Nordafrikaner und Flüchtlinge.

Bei der großen Silvesterparty auf der Festmeile am Brandenburger Tor, in Berlin, auf der laut Veranstalter mehrere Hunderttausend Menschen feierten, gab es nach Polizeiangaben vom Montagmorgen insgesamt zehn Fälle von sexueller Belästigung. Sieben Personen seien in Gewahrsam genommen worden. Erstmals gab es auf der Festmeile einen Rückzugsbereich für sexuell belästigte Frauen. In dieser "Safety Area" standen für Krisen geschulte Helfer des Deutschen Roten Kreuzes bereit.

 

 


In Hamburg war die Polizei auch in diesem Jahr mit Absperrgittern, zusätzlicher Straßenbeleuchtung und Videoüberwachung vertreten. In der Silvesternacht waren laut Polizei verhältnismäßig wenige Frauen und viele Männer mit augenscheinlichem Migrationshintergrund auf der Reeperbahn unterwegs. Die Zahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe bewege sich in einem "sehr geringen Maß", sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor.

 

 


München: Für eine Bilanz ist es zu früh

In München sei "gar nichts" Derartiges gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Allerdings sei es für eine seriöse Bilanz auch noch viel zu früh, schob er nach. "Die Erfahrung zeigt, dass so etwas oft erst ein, zwei Tage später angezeigt wird."

 

 


Angriff auf Polizisten mit Böllern und Steinen in Leipzig

In Leipzig haben Randalierer Polizisten mit Böllern und Steinen beworfen. Über Lautsprecher hätten die Beamten die Angreifer verwarnt, teilte die Polizei in Leipzig am Neujahrsmorgen mit. Da sich diese weiterhin widersetzt hätten, habe die Polizei Wasserwerfer eingesetzt. Mehrere Personen wurden wegen schweren Landfriedensbruchs in Gewahrsam genommen. Die Polizei ermittelt.

Bis Mitternacht hatten sich den Angaben zufolge etwa 1000 Menschen im Bereich des Connewitzer Kreuzes versammelt. Nachdem dort mehrere Mülltonnen und verschiedene Gegenstände angezündet worden seien, sei die Polizei mit Wasserwerfern angerückt, um die Brände zu löschen. 40 bis 50 Personen hätten daraufhin Flaschen, Steine und Böller gegen die Fahrzeuge und die eingesetzten Polizisten geworfen.