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Sicherheit

Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr: Fahrradfahrer fühlen sich zunehmend unsicherer

Eine Umfrage des ADFC ist besorgniserregend: Fahrradfahrer fühlen sich im Straßenverkehr zunehmend unsicherer. Auf die Umfrageergebnisse hat auch Bundesverkehrsminister Scheuer reagiert.
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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will den Radverkehr in Deutschland mit gesetzlichen Änderungen attraktiver und nutzerfreundlicher machen. Foto: Uli Deck/dpa
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will den Radverkehr in Deutschland mit gesetzlichen Änderungen attraktiver und nutzerfreundlicher machen. Foto: Uli Deck/dpa

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will den Radverkehr in Deutschland mit gesetzlichen Änderungen attraktiver und nutzerfreundlicher machen. Er werde bis Pfingsten Vorschläge für eine Novelle der Straßenverkehrsordnung vorlegen, kündigte der CSU-Politiker dazu am Dienstag an. Denkbar sei zum Beispiel, Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr zu öffnen.

"Mit der Überarbeitung der Vorschriften wollen wir noch mehr Menschen dazu bringen, häufiger auf das Rad zu steigen", sagte Scheuer. Ein attraktiver und sicherer Fahrradverkehr könne besonders in urbanen Räumen und Metropolregionen dabei helfen, Staus zu vermeiden, den Verkehr flüssiger zu machen und Schadstoffemissionen zu reduzieren.

Hintergrund der Äußerungen ist eine neue Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC): Radfahrer in Deutschland fühlen sich im Straßenverkehr immer unsicherer. Im Ergebnis bewerteten Radfahrer ihr Sicherheitsgefühl nur noch mit der Schulnote 4,2. Bei der vergangenen Befragung im Jahr 2016 lag dieser Wert noch bei 3,9. Vor allem in großen Städten haben Eltern Sorge, ihre Kinder allein auf dem Rad fahren zu lassen.

Bayrische Radfahrer unzufrieden

Die Radfahrer in Bayern haben ihren Kommunen ein überwiegend schlechtes Zeugnis ausgestellt. Lediglich Erlangen schaffte es beim aktuellen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs in die bundesweite Spitzengruppe, wie der ADFC-Landesverband am Dienstag in München mitteilte. Insgesamt aber habe sich Bayern nicht weiterentwickelt, sondern folge dem bundesweiten Trend, nachdem die Zufriedenheit der Radler weiter gesunken ist. "Im Regelfall reicht es nur für eine befriedigende oder gar ausreichende Bewertung - vor allem in puncto Sicherheit", sagte die Landesvorsitzende Bernadette Felsch.

Besorgniserregendes Ergebnis

Der ADFC wertet dieses Umfrageergebnis als besorgniserregend. Viele Radfahrer fühlten sich als Verkehrsteilnehmer nicht ernst genommen, von Falschparkern auf Radwegen behindert und durch schlechte Rad-Infrastruktur ausgebremst. Das sei der Hauptgrund dafür, dass der Anteil von Rädern im Straßenverkehr nicht weiter wachse. Aktuell liege er bei 11 Prozent. Sinnvoll wären nach Ansicht des ADFC 30 Prozent wie in den Niederlanden.

Für den Test beantworteten rund 170.000 Radfahrer aus deutschen Städten und Gemeinden jeweils rund 30 Fragen rund ums Radfahren. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gilt aber als Stimmungsbarometer.

Rekordmittel für Radverkehr

Scheuer sagte, der ADFC-Test gebe Städten und Kommunen Hinweise darauf, was sich die Menschen an Verbesserungen für den Radverkehr wünschten. Das Verkehrsministerium stelle 2019 Rekordmittel in Höhe von rund 200 Millionen Euro für den Radverkehr bereit. Damit würden etwa Radwege an Bundesstraßen und Radschnellwege gefördert. Klar sei aber auch: Die Städte und Kommunen seien für die Kontrolle und die Radwege vor Ort zuständig.

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