Jugendliche hängen vor den Rolltreppen ab, Betrunkene pöbeln, in dunklen Tunneln stinkt es. Solche Eindrücke von Bahnhöfen kennen viele Reisende, gerade Frauen. Meist bleibt dieses diffuse Gefühl von Bedrohung aber ein Gefühl. Nach Angaben der Deutschen Bahn sind Bahnhöfe weit sicherer als andere Orte im öffentlichen Raum.

Der Sicherheitschef des Konzerns unterlegt das am Mittwoch mit einem Beispiel: Berlin hatte 2013 mit seinen knapp 3,5 Millionen Einwohnern 42 000 Fälle von Körperverletzung, wie Gerd Neubeck erklärt. Das seien rund 115 Übergriffe täglich.

Dagegen ist die Kriminalität in Zügen und auf Bahnhöfen vergleichsweise gering - in ganz Deutschland waren es rund 14 600 Fälle von Körperverletzung. "Die Entwicklung dieser Taten verläuft nahezu gleichbleibend und mit 40 Taten bei 7,4 Millionen Reisenden am Tag auf einem niedrigen Niveau", sagt Neubeck.