Fürth
Kunstpreis

Kathrin Hausel malt aktuelle Themen "mit unglaublicher Kraft"

Zum zweiten Mal wurde der Soroptimist International Kunstpreis der Metropolregion Nürnberg verliehen. Preisträgerin ist die Fürtherin Kathrin Hausel.
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Die Fürther Malerin Kathrin Hausel ist die Preisträgerin des Soroptimist Kunstpreises 2017.  Foto: privat
Die Fürther Malerin Kathrin Hausel ist die Preisträgerin des Soroptimist Kunstpreises 2017. Foto: privat
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Geduldig saßen ihre Söhne in der ersten Reihe und warteten die Laudationen ab, bis endlich ihre Mama auf die Bühne gebeten wurde: Die Fürther Malerin Kathrin Hausel bekam am Donnerstag in der Kaiserpfalz Forchheim den mit 4000 Euro dotierten "Soroptimist International (SI) Kunstpreis der Europäischen Metropolregion Nürnberg" verliehen.

Sie ist nach der Nürnbergerin Aldona Kut die zweite Künstlerin, die von SI ausgezeichnet wurde. Der Gedanke der Vernetzung war es, der im Januar 2013 sieben SI-Clubs aus der Metropolregion an einen Tisch brachte. "Wir wollten unser Engagement für die Rechte von Frauen besser bekannt machen und dafür in Franken ein gemeinsames Projekt entwickeln", sagt Elke Raschzok-Falk vom SI-Club Forchheim Kaiserpfalz. Ihr Club organisierte die Preisverleihung, die nach zweijähriger Vorarbeit in der Kaiserpfalz Forchheim einen würdigen Rahmen fand.


Vernetzung für gemeinsames Engagement

Soroptimist International - abgeleitet von "sorores optimae", die besten Schwestern - ist mit rund 80 000 Mitgliedern in 130 Ländern die weltweit größte Serviceorganisation berufstätiger Frauen, die sich für die Bildung von Frauen, Menschenrechte und gemeinschaftliches ehrenamtliches Engagement einsetzen. Das tun sie mit Projekten auf internationaler und nationale Ebene, die regionalen Clubs organisieren ihre eigenen Veranstaltungen vor Ort - oder eben gemeinschaftlich, wie jetzt in der Metropolregion.


Kunstpreis alle zwei Jahre

Konsens bei allen Beteiligten fand der Kunstpreis, der alle zwei Jahre verliehen wird. Mit diesem Preis möchte SI Bildende Künstlerinnen unterstützen, die in der Metropolregion leben
und/oder arbeiten. Auch soll damit ein Zeichen gesetzt werden für den noch immer unterrepräsentierten weiblichen Anteil an der Kunst.


Preisgeld aus eigener Tasche finanziert

Die SI-Clubs finanzieren das Preisgeld, das vorher mit Projekten erwirtschaftet werden muss, aus eigener Tasche. Die Finanzlast hat sich reduziert, da sich in der Zwischenzeit noch zwei Clubs zum Netzwerk hinzugesellten. Außer den "Gründerinnen" aus Nürnberg, Erlangen, Forchheim, Bamberg (zwei), Würgau-Fränkische Schweiz und Amberg-Sulzbach sind seit zwei Jahren auch SI-lerinnen aus Fürth und Coburg dabei.


Neun Nominierte

Jeder Club konnte eine Künstlerin nominieren. Im Einzelnen waren es:
SI Club Amberg: Erika Wakayama,
SI Club Bamberg: Kunigunde Friedl Fischer,
SI Club Bamberg Wilde Rose: Monika Meinhart,
SI Club Coburg: Sigrun Wassermann,
SI Club Erlangen: Ursula Kreutz,
SI Club Forchheim-Kaiserpfalz: Claudia Wirth,
SI Club Fürth: Kathrin Hausel,
SI Club Nürnberg: Aja von Loeper,
SI-Club Würgau-Fränkische Schweiz: Ulla Reiter.
Kathrin Hausel wurde Anfang des Jahres von einer Expertinnen-Jury und den beteiligten Clubs gewählt. Die Expertinnen-Jury setzte sich aus den Kunsthistorikerinnen Dr. Pia Dornacher, vom Lothar-Fischer Museum in Neumarkt, Dr. Barbara Kahle aus Bamberg und Martina Sutter-Kress aus Erlangen zusammen. Die Preisträgerin des Jahres 2015, Aldona Kut aus Nürnberg, gehörte ebenfalls zur Jury.


Mehrfache Preisträgerin

Die Wahl fiel nach intensiver Diskussion und mehreren Wahlgängen auf Kathrin Hausel. Die Preisträgerin wurde 1979 in Fürth geboren. Sie studierte Malerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn, es folgte ein Aufbaustudium Kulturpädagogik, dass sie 2003 mit dem Staatlichen Diplom für Malerei abschloss. Von 2004 bis 2009 war Kathrin Hausel als freischaffende Künstlerin in Bonn tätig, ehe sie in ihre Heimatstadt Fürth zurückkehrte. 2014 wurde sie mit dem Kulturförderpreis der Stadt Fürth ausgezeichnet.


"Kunstpreis mit Vorbildcharakter"

Bei der Preisverleihung wurde das Engagement der SI-Clubs und natürlich die Arbeit Kathrin Hausels mehrfach gewürdigt. Die Gäste wurden von Susanne Heydenreich, Präsidentin Club Forchheim-Kaiserpfalz begrüßt, anschließend gab es Grußworte der stellvertretenden Landrätin Rosi Kraus sowie von Elisabeth Reichert. Letztere war nicht nur als Kulturreferentin der Stadt Fürth gekommen, sondern ist auch Vizepräsidentin des SI-Bezirks.
Anke Steinert-Neuwirth (Kulturreferentin Stadt Erlangen), die als Geschäftsführerin des Forums Kultur der Metropolregion ein Grußwort hielt, sagte zur Bedeutung des Soroptimisten-Kunstpreises: "Dieser gut dotierte Kunstpreis - initiiert und ermöglicht durch das bemerkenswerte Engagement der Soroptimistinnen von Coburg bis Nürnberg - hat Vorbildcharakter. Er zeigt, was möglich ist, wenn Vernetzung in unserer Region mit Leidenschaft und zielgerichtet praktiziert wird: Das künstlerische Potential auf hohem Niveau von Frauen in unserer Europäischen Metropolregion wird somit nicht nur sichtbar gemacht, sondern erfährt auch zugleich die so wichtige öffentliche Würdigung. Und in unserer Metropolregion gibt es jede Menge beachtenswerte Künstlerinnenprofile!"


"Brutal und zugleich liebevoll"

Zu den Qualitätsmerkmalen der Kunst von Kathrin Hausel sagte die Laudatorin Amely Deiss (Leiterin des Kunstpalais Erlangen): "Die Malerei von Kathrin Hausel ist von einer unglaublichen Kraft, manchmal sogar Brutalität, und ist zugleich zart und liebevoll. Man könnte auch sagen, sie hat eine liebevolle Kraft, eine zarte Brutalität, die einen auch deshalb unwiderstehlich anzieht, weil man hinter das Geheimnis dieser Widersprüche kommen möchte."


Offene Ateliers

Künstler aus Fürth und Umgebung laden am Wochenende 21./22. Oktober zum "Fürther Kunstwochenende" ein. 39 Ateliers sind am Samstag von 15 bis 21 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Einen Übersichtsplan mit gibt es unter www.kulturringc.de.
Die SI-Preisträgerin Kathrin Hausel stellt am Wochenende gemeinsam mit weiteren Künstlern (Malerei, Installationen, Objektkunst, Textil) im "Kulturort Badstraße 8" in Fürth aus. Am Samstag legt ab 21 Uhr ein DJ auf.


Postkarten-Set

Um die Arbeit aller Nominierten zu würdigen, wurde ein Postkarten-Set mit Werken der neun Künstlerinnen zusammengestellt. Es kostet 5 Euro und kann unter elke.sommer@idea-mode.de bestellt werden.