Nürnberg

Seit 2011 in Haft: Jetzt lässt der Iran den Nürnberger Preisträger frei

Eine Milliarde Tomans Kaution (etwa 250 000 Euro): Am Sonntag wurde der Menschenrechtsanwalt Abdolfattah Soltani im Iran für einen Hafturlaub aus dem Gefängnis entlassen. Er sitzt seit 2011 weil er den "illegalen" Nürnberger Menschenrechtspreis bekommen hat.
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Maede Soltani mit einem Bild ihres Vaters: Der Menschenrechtsanwalt Abdolfattah Soltani sitzt seit 2011 im Iran im Gefängnis. Von Nürnberg aus kämpft seine Tochter für ihn. Nun darf er erstmals zum Hafturlaub für eine woche nach Hause. Foto: Barbara Herbst / Archiv
Maede Soltani mit einem Bild ihres Vaters: Der Menschenrechtsanwalt Abdolfattah Soltani sitzt seit 2011 im Iran im Gefängnis. Von Nürnberg aus kämpft seine Tochter für ihn. Nun darf er erstmals zum Hafturlaub für eine woche nach Hause. Foto: Barbara Herbst / Archiv
Die Jury des Nürnberger Menschenrechtspreises hatte den Anwalt 2009 als einen der "mutigsten Verteidiger der Menschenrechte im Iran" bezeichnet - schon mehrfach war er vom Regime im Iran eingesperrt worden. Abdolfattah Soltani hatte im Iran politisch Gefangene vertreten, außerdem hatte er gemeinsam mit der Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi in Teheran ein Zentrum für Menschenrechte gegründet. Weil er den Nürnberger Menschenrechtspreis bekommen hat - und diese "illegale" Auszeichnung auch annahm, wurde er im September 2011 verhaftet und erst zu 18, später in der Berufung zu 13 Jahren Haft verurteilt.


Tochter Maede kämpft in Nürnberg für ihren Vater

Seitdem kämpft seine in Nürnberg lebende Tochter Maede Soltani für Soltanis Freilassung. Sie berichtet jetzt voller Freude, dass ihr Vater eine Woche Hafturlaub bekommen hat.
Nachdem die internationalen Sanktionen gegen den Iran gelockert worden sind, durfte der 62-Jährige das Gefängnis am Sonntag gegen eine Kaution von einer Milliarde Toomans (etwa 250 000 Euro) erstmals für eine Woche verlassen.


Tag des verfolgten Anwalts

Außer seiner Tochter setzen sich in Deutschland auch der Bundestag, die Stadt Nürnberg, und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International für Abdolfattah Soltani ein. Am Sonntag, 24. Januar, lädt Amnesty ab 16 Uhr in den Marmorsaal des Presseclubs Nürnberg zu einer Veranstaltung zum "Tag des verfolgten Anwalts" ein. Dieser Tag wurde im Gedenken an vier spanische Gewerkschaftsanwälte eingerichtet, die am 24. Januar 1977 in Madrid von Neofaschisten ermordet wurden. Bei der Veranstaltung in Nürnberg spricht unter anderem eine Verteidigerin Soltanis: Die iranische Anwältin Mahnaz Parkand - auch sie musste den Iran verlassen und lebt inzwischen im Exil in Norwegen.