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Energiesparen

Seit 1. September ist Schluss mit Halogen: Lesen Sie hier alles zur energiesparenden Alternative LED

LED-Lampen führen im Vergleich zur Glühbirne zu einer Energieeinsparung von bis zu 90 Prozent. Mit dem Verbot der birnenförmigen Halogenlampen will die EU-Kommission den weltweiten Energieverbrauch radikal eindämmen.
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Michael Merz ist Architekt in Memmelsdorf (Landkreis  Bamberg) und führt für die Verbraucherzentrale Bamberg die Energieberatungen durch. Foto: Ronald Rinklef/Archiv
Michael Merz ist Architekt in Memmelsdorf (Landkreis Bamberg) und führt für die Verbraucherzentrale Bamberg die Energieberatungen durch. Foto: Ronald Rinklef/Archiv

Es ist gerade mal zehn Jahre her, seit die Osram Licht AG verkündete: Die vom weltweit tätigen Unternehmen mit Sitz in München entwickelten Halogenlampen könnten wie Glühlampen in eine normale Fassung eingeschraubt werden und verbrauchten 30 Prozent weniger Energie. Und jetzt werden Halogenlampen verboten. Für den Architekten Michael Merz, der bei der Verbraucherzentrale Bamberg die Energieberatung durchführt, ist diese Entscheidung ein logischer und richtiger Schritt.

"LED-Lampen führen im Vergleich zur Glühbirne zu einer Energieeinsparung von bis zu 90 Prozent", sagt er. "Mit dem Verbot der birnenförmigen Halogenlampen will die EU-Kommission den weltweiten Energieverbrauch radikal eindämmen."

Schrittweises Verbot

Man muss wissen: Nach dem Verbot für Glühbirnen (Glühfadenlampen) im Jahr 2012 gilt seit September 2016 ein EU-weites Verbot für den Verkauf von Hochvolt-Halogen-Reflektorlampen mit 230 Volt. Das Verbot betraf zunächst nur relativ ineffiziente Spots und Strahler, die in der bekannten Birnenform produziert wurden.

Ebenfalls verboten wurde auch ein Teil der 12-Volt-Reflektorleuchten mit dem Sockel GU10, einer Art Bajonettverschluss. "Sie durften nur noch verkauft werden, wenn sie Werte der Energieeffizienzklasse C und besser erreichten und eine angegebene Lebensdauer von 4000 Stunden und mehr aufwiesen", erklärt Merz.

"Preisvorteil beachtlich"

Der Aufschub vor zwei Jahren sei damit begründet worden, dass die LED-Technologie noch nicht genügend ausgereift sei, um Halogenleuchten zu ersetzen. "Zwischenzeitlich wurde nicht nur die Lichtqualität verbessert, auch äußerlich gleichen LED-Lampen immer mehr herkömmlichen Glühbirnen", sagt Merz. "Weitere Nachteile wie beispielsweise die schlechte Dimmbarkeit sind weitgehend behoben."

Das wichtigste Argument dürfte jedoch der stark gesunkene und weiter sinkende Preis sein. "Werden die lange Lebensdauer von mindestens zehn Jahren und der geringe Stromverbrauch von etwa zehn Prozent einer herkömmlichen Glühbirne mit einberechnet, ist der Preisvorteil von LED-Lampen beachtlich", weiß der Energieberater.

"Umstieg ist für jedermann eine Option"

LED-Leuchtmittel hätten sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und seien heute gute Alternativen, die nicht zuletzt durch eine hohe Energieeffizienz punkten. "Der Umstieg im Privatbereich auf LED ist deshalb inzwischen für jedermann eine Option", sagt Merz.

Energieberatung in der Verbraucherzentrale Die Verbraucherzentrale Bayern bietet spezielle Energieberatungen an. In Franken gibt es Beratungsstellen mit Energieberatung unter anderem in Bamberg, Nürnberg, Würzburg und Schweinfurt. Bad Kissingen, Coburg, Erlangen und Lichtenfels sind explizite "Energiestützpunkte" der Verbraucherzentrale.

Termine für die Energieberatung oder einen Energiecheck können kostenfrei unter der bundesweiten Hotline 0800/809802400 vereinbart werden. Kosten und Dauer: 7,50 Euro, bis zu 45 Minuten.

Energieberatung Auch örtliche Stadtwerke und Energieversorger bieten Beratungen an, ebenso die "Energieberater Franken". Infos unter www.gih.de/franken/energieberatung.

Das ändert sich zum 1. September

Verordnung Ab 1. September 2018 tritt die letzte Stufe der ErP-Verordnung (EG) 244/2009 in Kraft. Mit dieser Verordnung der Europäischen Union werden Anforderungen an die Energieeffizienz von Leuchtmitteln gestellt (mindestens Energieeffizienzklasse B), die von Halogenleuchten nicht mehr erfüllt werden können (meist Energieeffizienzklasse C oder D).

Halogenleuchten Diese dürfen nicht mehr in den Verkehr gebracht werden und werden deshalb künftig vom Markt verschwinden. Die Verbraucherzentrale Bayern hat die betreffenden Produkte aufgelistet: Betroffen sind Halogenlampen, die rundum Licht abgeben (ungebündeltes Licht), einen typischen Glaskolben besitzen (klassische Leuchten in Form einer Glühbirne, Tropfen- und Kerzenform), die ohne Trafo betrieben werden (Schraubsockel in der Größe E27 oder E14).

Ausnahmen Halogenleuchtmittel, für die es aufgrund ihrer besonderen Bauform oder speziellen Funktion (noch) keine Alternativen gibt, bleiben bis auf weiteres erhältlich. Vom Verkaufsverbot ausgenommen bleiben auch künftig Halogenstäbe mit dem Stecksockel R7s (Energieeffizienzklasse C oder D), mit denen viele Deckenfluter betrieben werden, sowie Halogenlampen mit R7s- und G9-Fassungen und mindestens Energieklasse C.

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