Altershausen
Veranstaltung

Seifenkistenrennen in Altershausen: "Cool Running" mit viel Kreativität

"Cool Running" heißt das traditionelle Seifenkistenrennen in Altershausen. Auch in diesem Jahr waren viele Rennfahrer und Zuschauer gekommen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit einer außergewöhnlichen Konstruktion gingen Lukas Klemm aus Hofstetten und Stefan Angermüller aus Lahm an den Start und gewannen den "Goldenen Backstein aus Altershausen" für die schnellste Fahrt der Teilnehmer aus dem Stadtbereich von Königsberg.  Gerold Snater
Mit einer außergewöhnlichen Konstruktion gingen Lukas Klemm aus Hofstetten und Stefan Angermüller aus Lahm an den Start und gewannen den "Goldenen Backstein aus Altershausen" für die schnellste Fahrt der Teilnehmer aus dem Stadtbereich von Königsberg. Gerold Snater
+10 Bilder

Zum 20. Mal fand am Sonntag in Altershausen das traditionelle Seifenkistenrennen "Cool Running" statt. Viele Rennbeobachter und Fangruppen bejubelten 20 Rennfahrer, die mit teilweise sehr fantasiereichen Konstruktionen an den Start gingen.

Dabei setzte sich das Teilnehmerfeld nicht nur aus Teams der Umgebung zusammen. Sogar aus Weiden und Erfurt waren Rennfahrer gekommen, um hier die Betonrennstrecke unter die Räder zu nehmen.

Unterteilt in drei Klassen wurden auf der circa 700 Meter langen Strecke die schnellsten Seifenkisten ermittelt. In der Standardklasse durfte der Rennwagen bis zu 150 Kilogramm wiegen, in der Kategorie für Anfänger und Einsteiger durfte das Gefährt nur 80 Kilogramm auf die Waage bringen.

In diesem Jahr wurde zum ersten Mal ein besonderer Preis für das Gefährt ausgegeben, das aus dem Stadtbereich von Königsberg, Unfinden und Hofstetten in der kürzesten Zeit das Ziel erreichte. Der Pokal ging nach Hofstetten mit "Bodo" von Lukas Klemm und Stefan Angermüller am Steuer.

Kreativ bei Namen und Design

In insgesamt drei Wertungsläufen, von denen die Summe über den Sieg entschied, kämpften sich eine Fahrerin und die Fahrer immer näher an die Ideallinie heran, um im Ziel Geschwindigkeiten um die 60 Stundenkilometer zu erreichen.

Es waren wieder kreative Eigenfabrikate am Start, die ebenso ideenreiche Bezeichnungen trugen. Von "Streitwagen" und "Feuerblitz" über "Bierkönig" und "Silberflitzer" bis hin zum "Erfurter Blitz" reichten die Namen der Fahrzeuge.

78 Jahre ist der Pilot des "Erfurter Blitzes", was ihn nicht darin hinderte, mit seinem Renner auch in diesem Jahr am Rennen teilzunehmen. Er war der älteste Teilnehmer, der bisher beim "Cool Running" an den Start ging.

Manche waren mit einem ganz neuen Rennwagen zum ersten Mal dabei. Beispielsweise das "Knallrote Fiebertüt" aus Unfinden mit Julian und Anna Scheller am Steuer. Vier Wochen wurden benötigt, um das Gefährt zu basteln. Angetreten sind sie nach dem Motto "Schnell kann ja jeder".

Dieses Motto beherzigten sie, denn in der Endabrechnung ließen sie acht ihrer Konkurrenten den Vortritt. Hinter sich ließen sie nur die "A-Traction" aus Weiden, die allerdings mit dem Preis für das kreativste Rennmobil aller Teilnehmer ausgezeichnet wurde. "A-Traction" wurde zwar mit weitem Abstand Letzter, aber es war ein Vergnügen, die Seifenkiste von ihrem französischen Erbauer Hervé Glatigny und seinem Sohn Pierre als Fahrer zu Tal sausen zu sehen. Neun Monate hat Glatigny an seinem Rennwagen gebaut, bis er auf Anraten seiner Frau aufhören musste. Gebaut wurde er aus verleimten Tischlerplatten, die er im Abfall fand.

Sieger in der leichten Klasse wurde in diesem Jahr der "MS Baggy" aus Hammelburg. Mit 2:49,01 Minuten für drei Läufe ließen die Hammelburger Piloten den von Emil Hemetsberger aus Königsberg gesteuerten "Gecko", der auf 2:51,73 Minuten kam, knapp hinter sich. Auf dem dritten Platz landete der "Feuerblitz" aus Haßfurt mit Levin und Milan am Steuer mit einer Gesamtzeit von 2:55,84 Minuten.

In der Standardklasse hatte die Feuerwehr Wülflingen mit den Piloten Luca Säger und Timo Fuchsberger die Nase vorn. Mit dem Grundsatz "Bremsen braucht kein Mensch" erreichten sie mit 2:44,26 Minuten die schnellste Gesamtzeit. Das "Bad-Mobil" aus Schweinfurt/ Hambach, gesteuert von Sven Schuler und Tilo Koch, belegte mit 2:44,69 Minuten den zweiten Platz. Auf Platz drei landete der "Silberflitzer" mit Bastian und Noah Hetterich aus Krum. Ihre Zeit betrug 2:46,31.

Sieger der Profiklasse

Drei Teilnehmer gingen in der Profiklasse an den Start. Das "Wirtsmobil" aus Eichelsdorf mit Jürgen Wagner am Steuer war aus der Standardklasse gewechselt. Die beiden anderen Starter waren wie im Vorjahr der "Erfurter Blitz" mit dem Piloten Jürgen Ludwig aus Klettbach und "Glubbschi" mit Andreas Xourgias aus Wendelstein.

Auf den Bronzerang kam das "Wirtsmobil" mit der Gesamtzeit von 2:33,25 Minuten. Nur eine Hundertstelsekunde entschied über den Sieg, den "Glubbschi" mit 2:28,59 Minuten vor dem "Erfurter Blitz" mit 2:28,60 Minuten mit nach Hause nehmen konnte.

Bei allem Ehrgeiz war es gerade der Spaß, der für alle Teilnehmer im Vordergrund stand. Zum Abschluss des langen Renntages versammelten sich die Fahrer mit ihren Gefährten vor der Haßberghalle zum Fachsimpeln. Mit der Siegerehrung und Sektdusche endete "Cool Running".

Wie am Ende der Veranstaltung mitgeteilt wurde, wird es 2020 kein "Cool Running" geben. Am 20. und 21. Juni wird 900 Jahre Altershausen gefeiert.

Verwandte Artikel