Palma de Mallorca
Wassermassen

Unwetter auf Mallorca: Zwölf Tote - darunter drei Deutsche

In der Folge schwerer Unwetter auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca stieg die Zahl der Todesopfer bis zum Donnerstagnachmittag auf zwölf. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst . Nun fand fand die Polizei den Leichnam zweier Deutscher.
Artikel drucken Artikel einbetten
Sant Llorenc des Cardassar: Eine Anwohnerin befreit nach einem schweren Unwetter ihr Haus von Schlamm und Trümmern. Foto: Clara Margais/dpa
Sant Llorenc des Cardassar: Eine Anwohnerin befreit nach einem schweren Unwetter ihr Haus von Schlamm und Trümmern. Foto: Clara Margais/dpa

Update 11.10.18, 20.30 Uhr: Zwei weitere Tote gefunden

Rettungskräfte haben am Donnerstag nach dem schweren Unwetter auf Mallorca zwei weitere Leichen geborgen. Ob es sich dabei um ein vermisstes deutsches Ehepaar handelt, nach dem seit Mittwoch gesucht wurde, teilte der mallorquinische Notdienst zunächst nicht mit. Allerdings seien die Toten, ein Mann und eine Frau, in der Nähe des Fahrzeugs der Deutschen entdeckt worden, hieß es in einem Tweet. Dieses war zuvor auf der Strecke zwischen Artà und Canyamel leer aufgefunden worden.

Eine Sprecherin des Notdienstes der Balearen bestätigte nun, dass es sich bei den zwei Leichen um das deutsche Ehepaar handelt. Auch ein bereits kurz nach dem Unwetter geborgener Toter, der zunächst nicht identifiziert werden konnte, sei ein Deutscher, sagte die Sprecherin.

Damit ist die Zahl der Opfer des verheerenden Sturzregens vom Dienstagabend auf der Baleareninsel auf zwölf gestiegen. Ein fünfjähriger Junge wird weiter vermisst. Rund 800 Menschen hatten Behördenangaben zufolge zuvor nach den Deutschen und dem Kind gesucht.

Update 11.10.18: Anzahl der Todesopfer weiter gestiegen

Nach dem schweren Unwetter auf Mallorca mit mindestens zehn Toten werden auch zwei Deutsche vermisst. Rettungskräfte suchten außerdem weiterhin nach einem fünfjährigen Junge, der seit dem Sturzregen am Dienstagabend verschollen sei, wie der mallorquinische Notdienst am Donnerstagmorgen auf Twitter meldete. Das spanische Fernsehen berichtete, bei den Deutschen handele es sich um ein Ehepaar, das am Mittwochabend als vermisst gemeldet worden sei.

Bei den bisher geborgenen Toten handele es sich um sechs Männer und vier Frauen, so die Einsatzkräfte. Drei der Opfer seien Ausländer - ein Paar aus Großbritannien und eine Holländerin. Ein Mann habe noch nicht identifiziert werden können.

Derweil haben auf der Baleareninsel die Aufräumarbeiten begonnen. Auch der mallorquinische Tennis-Weltstar Rafael Nadal packte kräftig mit an, um seinen Landsleuten zu helfen. Bereits kurz nach der Katastrophe hatte er seine Sportanlage "Rafa Nadal Academy" in Manacor für Menschen geöffnet, die nicht in ihren Häusern übernachten konnten. Auf Bildern ist zu sehen, wie der 32-Jährige zudem in Gummistiefeln und Arbeitshandschuhen zusammen mit anderen Freiwilligen eine Autowerkstatt mit einem Besen von Schlamm befreit.

Meldung vom 10.10.18: Schwere Unwetter auf Mallorca sorgen für Chaos

Tragödie und Chaos auf Mallorca: Die Urlaubsinsel wird von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht. Mindestens neun Menschen kommen ums Leben, nach vielen Vermissten wird gesucht. Autos werden wie Spielzeug weggespült.

Unter den Opfern seien zwei britische Urlauber, teilte ein Sprecher der Polizeieinheit Guardia Civil auf der spanischen Insel am Mittwochnachmittag mit. Sechs Menschen würden nach dem schweren Unwetter vom Dienstagabend noch vermisst und gesucht, hieß es.

Betroffen war in erster Linie der Osten der Insel. Innerhalb von nur zwei Stunden stürzten dort Dienstagabend nach jüngsten Angaben des Wetterdienstes 233 Liter Wasser vom Himmel. Dramatische Szenen gab es vor allem in der 8000-Einwohner-Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar rund 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Palma, wo es mehrere Tote gab. Dort trat ein Sturzbach über die Ufer. Die Wassermassen verwandelten Straßen in reißende Flüsse.

Teilweise keine Strom- und Wasserversorgung

Mehrere Landstraßen waren am Mittwochmorgen unbefahrbar, einige Ortschaften nach Medienberichten ohne Strom- und Wasserversorgung und von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten. Besonders betroffen ist der Osten der Insel. Innerhalb von nur zwei Stunden stürzten dort am Dienstagabend nach offiziellen Angaben rund 220 Liter Wasser vom Himmel. Zum Vergleich: Das ist mehr als ein Viertel des gesamten im vergangenen Jahr in Deutschland registrierten Regens (ca. 850 Liter).

"Es war eine harte Nacht, aber ich denke, dass der Tag noch heftiger wird", zitierte die Zeitung "El Mundo" eine Lokalpolitikerin. Ministerpräsident Pedro Sánchez wolle am Mittwoch auf die Insel fliegen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen, teilte die Regierung in Madrid mit.

Dramatische Szenen gab es in der 8000-Einwohner-Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar rund 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Palma, wo es zwei Tote gab. Dort trat ein Sturzbach über die Ufer. Die Wassermassen verwandelten Straßen in reißende Flüsse. Zahlreiche Autos wurden mitgerissen und Häuser unter Wasser gesetzt, wie auf Bildern und Videoaufnahmen von Medien und des Wetterdienstes der Balearen zu sehen ist.

Wirbelstürme auf dem Meer?

Ein Tourist, der seinen Urlaub in einem Hotel im Küstenort Cala Mandia verbringt, wurde in der Onlineausgabe der "Mallorca Zeitung" am Dienstagabend mit den Worten zitiert: "Hier waren heute zwei Wirbelstürme zu sehen, zum Glück nur auf dem Meer." Zwischendurch gehe im Hotel der Strom aus.

Die Rettungsteams waren am Mittwoch mit 320 Hilfskräften im Einsatz, darunter 120 Angehörige der Notfall-Einheit des spanischen Militärs, die extra zur Unterstützung von Zivilschutz und Feuerwehr auf die Insel geschickt wurden. Oberste Priorität hatte zunächst die fieberhafte Suche nach Vermissten.

Auf Mallorca hatte es schon seit Montag sehr heftig geregnet, ortsweise auch gehagelt. Durch das Unwetter kam es nach Medienberichten auf dem Flughafen von Palma am Montag und Dienstag zu Verzögerungen. Aus Sicherheitsgründen sei der zeitliche Abstand zwischen den Landungen vergrößert worden, hieß es. In der Hauptstadt und auch am "Ballermann" östlich von Palma war die Lage aber weitgehend normal. Am Donnerstag kehre das Strandwetter zurück, schrieb die "Mallorca Zeitung".

Auch interessant: Wie eine Schnapsidee lukrativ wurde und ein Ehepaar ordentlich abkassiert, nachdem es sich die Marke "Ballermann" schützen ließ.

Foto: Glomex



Verwandte Artikel