Die Schweizer erwartet am Sonntag ein Super-Abstimmungstag. Die Stimmbürger sollen in Volksabstimmungen über ein bedingungsloses Grundeinkommen, beschleunigte Asylverfahren, ein Gesetz zur Fortpflanzungsmedizin und zwei weitere umstrittene Themen entscheiden.

Eine Volks-Initiative fordert die Einführung des Grundeinkommens in Höhe von umgerechnet 2.260 Euro monatlich für jeden Erwachsene und 565 Euro für jedes Kind. Das Grundeinkommen soll mit bestehenden sozialen Leistungen verrechnet werden und allen Bewohnern der Schweiz ein menschenwürdiges Leben garantieren. Regierung und Wirtschaft lehnen den Plan ab.

Die Regierung will hingegen die Asylverfahren beschleunigen. Laut einem neuen Gesetz, das zur Abstimmung steht, sollen die Asyl-Verfahren in Zentren des Bundes konzentriert werden. Asylbewerber haben danach einen Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsschutz.
Die rechtsnationale Schweizerische Volkspartei will das Gesetz verhindern.

Weiter votieren die Schweizer über neue Gesetzesbestimmungen, die den Rahmen für die Präimplantationsdiagnostik (PID) abstecken. Bei der PID handelt es sich um die Untersuchung von Embryonen, nachdem sie im Reagenzglas erzeugt wurden. Mittels PID soll bestimmt werden, welche Embryonen in den Mutterleib verpflanzt werden und welche nicht.

Zudem entscheiden die Stimmbürger über ein Gewinnverbot im öffentlichen Dienst. Eine Initiative verlangt, dass der Bund und die bundesnahen Unternehmen im Bereich der Grundversorgung wie etwa die Post nicht nach Profit streben dürfen. Schließlich geht es um eine Frage der Verkehrspolitik. Eine Initiative verlangt, dass die Mineralölsteuer auf Treibstoffe nur für Ausgaben im Straßenverkehr verwendet werden darf.