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Schwarzes Loch zerstört Stern: Seltenes Weltall-Spektakel beobachtet

Erstmals konnten Wissenschaftler beobachten, wie ein schwarzes Loch einen Stern zerstört. Ein Fakt unterscheidet das Phänomen von einer Supernova.
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Schwarzes Loch
Forscher der "NASA" konnte zu Beginn des Jahres 2020 ein seltens Phänomen im Weltall beobachten. Quelle: NASA, YouTube/Screenshot: inFranken.de

Wissenschaftler der "NASA" konnten Ende Januar 2020 erstmals beobachten, wie ein schwarzes Loch einen kompletten Stern zerstörte. Das gelang dem Forscherteam um Thomas W.-S. Holoien, da das Weltraumteleskop "TESS" das passende Datenmaterial sammelte. Das Teleskop ist bereits seit Juli 2018 im Weltraum unterwegs und beobachtet diesen. 

Ein Teleskopnetzwerk spürte das Weltall-Spektakel auf: Daraufhin richtete das Forscherteam "TESS" und weitere Teleskope umgehend auf die gemeldete Region im Universum. Dabei fiel auf, dass das Teleskop das Weltraumphänomen bereits seit geraumer Zeit beobachtete. Dies war nur nicht aufgefallen, da "TESS" lediglich alle zwei Wochen einen Datensatz zur "NASA" sendet. Nach einer Verarbeitungszeit zeigte sich, welch einmaliges Phänomen das Teleskop aufgezeichnet hatte. Darin war deutlich zu erkennen, wie ein schwarzes Loch einen kompletten Stern regelrecht zerriss. 

Schwarzes Loch zerstört Stern: Teleskop zeichnet Datenschatz auf

Wissenschaftler hätten noch nie die Möglichkeit gehabt, so etwas zu beobachten, sagt Holoien dazu: "Die Daten von 'TESS' haben es uns erlaubt, genau zu beobachten, wann dieses zerstörerische Ereignis namens 'ASASSN-19bt' heller wurde", beschreibt es der "NASA"-Forscher. 

"Die ersten Daten von 'TESS" ermöglichen es uns, Licht sehr nah am schwarzen Loch zu sehen - viel näher, als wir es bisher konnten", erläutert Patrick Vallely, der gemeinsam mit Thomas W.-S. Holoien an der Studie gearbeitet hat. Unter anderem wurde zu der Forschung ein Fachartikel im Magazin Astrophysical Journal veröffentlicht. 

Durch einem Fakt konnte das Forscherteam relativ schnell ausschließen, dass es sich um eine Supernova handelte: Der Anstieg der Helligkeit im "TESS"-Datensatz war relativ gleichmäßig. Dies ist bei einer Supernova, der Explosion eines massereichen Sterns am Ende seiner Lebenszeit, nicht der Fall. 

Konkret konnten die Wissenschaftler folgendes beobachten: Bei dem Phänomen handelt es sich um ein "Tidal Disruption Event" - ein Gezeiten-Sternzerrissereignis, ein Phänomen, das sich laut "NASA"-Angaben alle 10.000 bis 100.000 Jahre ereignet. Vereinfacht erklärt, kommt ein Stern einem schwarzen Loch zu nahe. Durch die enorm starke Anziehungskraft des schwarzen Loches verlässt ein gewisser Anteil der Materie den Stern und bildet eine Scheibe um das schwarze Loch, welche rotiert - eine sogenannte "Akkretionsscheibe". Anschließend wandert diese Scheibe in Richtung des Lochzentrums. Nach einer gewissen Zeit wird der Stern zerstört. 

Zwei interessante Fakten beobachteten die "NASA"-Forscher ebenfalls: 

  • Die Zerstörung des Sterns setzte nur wenig Röntgenstrahlung frei - dafür aber viel UV-Strahlung. Eine Erklärung hierfür hat die Wissenschaft bislang nicht: "Mehr dieser frühen Beobachtungen könnten uns helfen, einige dieser Fragen zu beantworten", so S. Bradley Cenko, Teil des Forscherteams.
  • Die Temperatur rund um das schwarze Loch veränderte sich während des Spektakels extrem: Diese sank um die Hälfte, von 40.000 Grad Celsius auf 20.000 Grad Celsius. Mehrere theoretische Modelle hatten damit gerechnet. Einen Beweis gab es allerdings bisher nicht. 

Ultraheller Rekord-Gammastrahlenblitz entdeckt - fränkische Forscher beteiligt

Ein weiterer spektakulärer Fund der Wissenschaft: Fränkische Forscher waren Anfang 2019 an der Erforschung eines bisher einzigartigen Weltraumphänomens beteiligt: Ein Rekord-Gammastrahlenblitz wurde entdeckt.