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Schaltjahr 2020: Deshalb brauchen wir dieses Jahr einen 29. Februar

Das Jahr 2020 hat einen 29. Februar und damit einen Tag mehr als ein herkömmliches Jahr. inFranken.de erklärt Ihnen warum wir das Schaltjahr brauchen und was es damit auf sich hat.
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uf den Datumsanzeigen von Ziffernblättern verschiedener Armbanduhren ist die Zahl 29 zu sehen. 2016 ist ein Schaltjahr. Das Datum 29.02. gibt es dementsprechend nur alle vier Jahre. Foto: Lukas Schulze/dpa
Auf den Datumsanzeigen von Ziffernblättern verschiedener Armbanduhren ist die Zahl 29 zu sehen. 2016 ist ein Schaltjahr. Das Datum 29.02. gibt es dementsprechend nur alle vier Jahre. Foto: Lukas Schulze/dpa

Das Jahr 2020 wird ein Schaltjahr und hat einen 29. Februar. Der zusätzliche Tag wird alle vier Jahre nötig, um den Jahreskalender an astronomische Vorgänge anzugleichen. So haben „normale“ Jahre 365 Tage mit jeweils 24 Stunden. Doch die Erde braucht 365,24 Tage für einen Umlauf um die Sonne. Diese zusätzlichen 0,24 Tage summieren sich in vier Jahren fast zu einem ganzen Tag.

Dass ausgerechnet der 29. Februar zum Schalttag wurde, hat offenbar geschichtliche Gründe. Schon im antiken Rom endete das Jahr im Februar – Neujahr war am 1. März. Darum darf noch heute der Februar als ohnehin kürzester Monat alle vier Jahre einen Tag länger sein. Was es genau mit dem Schaltjahr auf sich hat, erklären wir Ihnen in unserem Ratgeber-Artikel.

Das Schaltjahr sorgt für Schwierigkeiten

Schaltjahre sorgen für Verwirrung. Auch Computer haben manchmal mit der Umstellung zu kämpfen. In weit entfernter Zukunft wird sich die Funktion der Schaltjahre sogar um 180 Grad drehen: Denn dann müssen Tage weggenommen anstatt hinzugefügt werden.

Schaltjahr 2020: Die Erdumlaufbahn ist schuld

2020 ist ein Schaltjahr und hat einen 29. Februar. Der zusätzliche Tag wird alle vier Jahre nötig, um den Jahreskalender an astronomische Vorgänge anzugleichen. So haben "normale" Jahre 365 Tage mit jeweils 24 Stunden. Doch die Erde braucht 365,24 Tage für einen Umlauf um die Sonne. Diese 0,24 zusätzlichen Tage summieren sich in vier Jahren fast zu einem ganzen Tag. Schaltjahre haben daher 366 Tage. Anders ausgedrückt sind das 8784 Stunden (statt 8760) beziehungsweise 527040 Minuten (statt 525600) oder 31622400 Sekunden (statt 31536000).

Alle 400 Jahre fällt das Schaltjahr aus

Weil vier mal 0,24 Tage nicht exakt einen ganzen Tag ergeben, gibt es an Jahrhundertwenden Ausnahmen von der Vier-Jahres-Automatik. Die Regel besagt: Alle Jahre, die sich durch vier teilen lassen, sind Schaltjahre. Ausgenommen davon sind Jahreszahlen auf glatte Hunderter - es sei denn, sie lassen sich durch 400 teilen. So war 1900 kein Schaltjahr, 2000 dagegen war eines. 2400 wird wieder eines sein, 2100, 2200 und 2300 aber nicht.

Die letzten Details: Die Schaltsekunde

Die dann immer noch bleibenden minimalen Abweichungen der Kalenderzeit vom Sonnenjahr - also vom Umlauf der Erde um die Sonne - werden durch das gelegentliche Einfügen von Schaltsekunden ausgeglichen. Im Schnitt muss alle 18 Monate eine solche Schaltsekunde eingefügt werden. Federführend ist dabei der Internationale Dienst für Erdrotation und Referenzsysteme, der die Schaltsekunden einführt und festlegt.

Der gregorianische Kalender

Der heute in Wirtschaft, Verkehr und Wissenschaft international gültige gregorianische Kalender geht auf die Kalenderreform von Papst Gregor XIII. (1572-1585) zurück. Dessen Gelehrte und Hofastronomen hatten 1582 den bis dahin geltenden Julianischen Kalender weiterentwickelt, der von Julius Caesar 46 v. Chr. angeordnet worden war. Caesar wiederum hatte die Ideen für seinen Kalender aus Ägypten mitgebracht: Am Nil gab es bereits einen Sonnenkalender mit zwölf Monaten und diversen Schalttagen.

Schaltjahr: Warum der 29. Februar?

Wieso aber ist ausgerechnet der 29. Februar der Schalttag? Denkbar wäre schließlich auch ein 32. Dezember zum Jahreswechsel. Doch im antiken Rom endete das Jahr im Februar - Neujahr war am 1. März. Davon zeugen noch die heutigen Monatsnamen September bis Dezember, die vom März aus gezählt der siebte bis zehnte Monat waren.

Unterschiedlich lange Jahre

Durch das Einfügen von Tagen und Sekunden entstehen Jahre, die länger sind als andere. Rekordhalter ist dabei das Jahr 1972. Weil es ein Schaltjahr war, hatte es mit dem 29. Februar den üblichen Tag mehr als reguläre Jahre. Zusätzlich wurden 1972 aber auch noch zwei Schaltsekunden hinzugefügt. Das kürzeste Jahr war dagegen 1582, als der gregorianische Kalender eingeführt wurde. Um nämlich einen alten Rechenfehler zu beheben, ließ man die Tage zwischen dem vierten und dem fünfzehnten Oktober ausfallen.

55.000 Deutsche haben nur alle vier Jahre Geburtstag

Schätzungen zufolge haben aktuell 55.000 Deutsche am 29. Februar Geburtstag, weltweit sind es rund 4,8 Millionen Menschen. Das sind jedoch nicht die einzigen Kuriositäten, die Schaltjahre mit sich bringen. Im Karneval ist es beispielsweise üblich, den Elferrat in Schaltjahren ausschließlich mit Frauen - und nicht wie sonst üblich nur mit Männern - zu besetzen. In Großbritannien ändern sich gleich die Geschlechterrollen: In Schaltjahren ist es Sache der Frauen, ihrem Herzblatt den Heiratsantrag zu machen.

In Zukunft kürzere statt längere Jahre

Weil die Gezeiten die Erdrotation langsam aber stetig abbremsen, wird ein Tag in ungefähr 100.000 Jahren 1,6 Sekunden länger sein als heute. Das bedeutet, dass in rund 3,5 Millionen Jahren Schaltjahre eine ganz andere Funktion haben werden. Denn dann wird kein Tag mehr hinzugefügt, sondern vielmehr ein Tag abgezogen werden müssen. Somit hat der Februar 3502016 nur noch 27 Tage.

Teilweise Probleme für Computer

Speziell eine hinzugefügte Schaltsekunde am 30. Juni 2012 sorgte für Probleme. Einige Rechner mit speziellen Systemen quittierten aufgrund der zeitlichen Verschiebung ihren Dienst und verursachten so erhebliche Probleme. So musste beispielsweise die Airline Quantas rund 50 Flüge verschieben. Ähnliche Probleme hatte der Spielekonsolenhersteller Sony. Die Konsole Playstation 3 nahm 2010 fälschlicherweise an, dass das Jahr ein Schaltjahr sei. Den ganzen Tag lang verweigerte die Konsole den Zugriff und wurde somit als "der Tag, an dem die Playstation 3 stillstand" bekannt.

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