Berlin

Rückkehr von mehr als 100 Dschihadisten-Kindern erwartet

Die militärischen Niederlagen des IS führen zu einer Rückkehr von ehemaligen Kämpfern nach Deutschland. Wie geht man damit um?
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Die militärischen Niederlagen des IS führen zu einer Rückkehr von ehemaligen Kämpfern nach Deutschland. Wie geht man damit um? Foto: Morukc Umnaber/dpa
Die militärischen Niederlagen des IS führen zu einer Rückkehr von ehemaligen Kämpfern nach Deutschland. Wie geht man damit um? Foto: Morukc Umnaber/dpa

Die Bundesregierung vermutet, dass mehr als 100 Kinder von aus Deutschland ausgereisten Dschihadisten zurückkommen könnten. Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, wie die Zeitung "Die Welt" (Montag) meldet. Demnach verfügt die Regierung "derzeit über Informationen, die eine niedrige dreistellige Anzahl von Minderjährigen erwarten lassen, wobei der Großteil im Baby- bzw. Kleinkindalter sein dürfte".


Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic kritisierte diese Angaben als unzureichend: "Die Bundesregierung rechnet mit mehr als 100 minderjährigen Angehörigen von IS-Fahrern aus Deutschland in den Kriegsgebieten, beruft sich dabei aber nur auf vage Informationen, ohne sich selber eine Faktenbasis zu schaffen." Dabei benötige man "dringend fundierte Erkenntnisse zu den Minderjährigen, damit die Reintegration in unsere Gesellschaft gelingen kann", sagte die Innenexpertin der Zeitung.

Mihalic forderte ein bundesweites Präventionsnetzwerk. Radikalisierung müsse bekämpft werden, "bevor sie sich in konkreten Anschlägen entlädt", unterstrich die Grünen-Politikerin
Laut Bundesregierung sind in den vergangenen Jahren rund 960 Islamisten aus Deutschland in die Kriegsgebiete in Syrien und im Nordirak ausgereist, wie die "Welt" weiter berichtet.

Zuletzt war die Zahl als Folge der militärischen Niederlagen des IS deutlich zurückgegangen. 2014 waren es den Angaben zufolge noch rund 310, im Jahr 2017 bis Ende November nur noch etwa 70. Von etwa einem Drittel der Ausgereisten weiß die Bundesregierung, dass sie wieder zurück in Deutschland sind.