Wien
Verschärfte Regeln

Rottweiler beißt kleinen Jungen (1) tot: Jetzt kommt die Promillegrenze für Hundehalter in Wien

In Wien werden die Haltungsregeln für bestimmte Hunderassen verschärft. Nachdem ein Rottweiler vor kurzem einen Einjährigen totgebissen hat, kommt jetzt die Promillegrenze für Hundehalter.
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Nach einer tödlichen Beißattacke eines Rottweilers im September, verschärft die Stadt Wien jetzt die Haltungsregeln bestimmter Hunderassen. Symbolfoto: pixabay.com
Nach einer tödlichen Beißattacke eines Rottweilers im September, verschärft die Stadt Wien jetzt die Haltungsregeln bestimmter Hunderassen. Symbolfoto: pixabay.com

In der österreichischen Hauptstadt Wien sollen Hundehalter künftig nur noch nüchtern Gassi gehen dürfen. Jedenfalls was bestimmte Hunderassen angeht. Wien verschärft die Regeln für Herrchen und Frauchen, nachdem erst im September ein einjähriger Junge von einem Hund totgebissen wurde.

Die Promillegrenze soll für Halter von Hunden gelten, deren Rasse als potenziell gefährlich gilt. Wer also einen der sogenannten Listenhunde in der Öffentlichkeit ausführt, darf bald nicht mehr als 0,5 Promille im Blut haben. Damit gilt die Promillegrenze künftig ähnlich wie bei Autofahrern. Dieses Vorhaben teilte die Stadt am Mittwoch mit.

Saftige Strafen bei Verstößen gegen die Promillegrenze

Zu den Listenhunden gehören in Wien zum Beispiel die Rassen Bullterrier, Rottweiler und Pitbullterrier. Bei Verstößen müssten die Hundehalter mit einer Strafe von mindestens 1000 Euro rechnen. Für die Kontrollen ist die örtliche Polizei verantwortlich.

Das Gesetz soll noch im laufenden Jahr in Kraft treten. Hintergrund für die neuen Regeln sind zwei Vorfälle, bei denen Hunde kleine Kinder zuletzt in den Kopf und ins Gesicht gebissen haben. Ein 17 Monate alter Junge war Ende September - gut zwei Wochen nach der Rottweiler-Attacke - an seinen Verletzungen gestorben. Die Besitzerin des Hundes stand bei dem Angriff unter Alkoholeinfluss.

Leinen- und Maulkorbpflicht ebenfalls verschärft

Neben der Promillegrenze soll auch die Leinen- und Maulkorbpflicht für Listenhunde verschärft werden. Bisher mussten Listenhunde mit einem von beiden Hilfsmitteln ausgeführt werden, künftig sind sowohl Leine als auch Maulkorb Pflicht. Wird ein Mensch infolge eines Verstoßes gegen die Maulkorbpflicht gebissen, sollen Behörden den Hund sofort einziehen können.

Halter von Listenhunden müssen darüber hinaus auch weiterhin einen Hundeführerschein machen, dessen Prüfung aber nun umfangreicher werden soll. Außerdem müsse man zwei Jahre nach der Prüfung nochmals antreten, teilte die Stadt mit.

In Deutschland gibt es bisher keine spezifischen Regelungen zur Promillegrenze bei Hundehaltern. dn/dpa