Erfurt

Repräsentative Umfrage: Jedes sechste Mitglied erwägt Kirchenaustritt

Rund jedes sechste Kirchen-Mitglied erwägt laut aktueller Umfrage einen Austritt. Bei den 30- bis 39-Jährigen ist der Austrittswille am stärksten.
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Einer repräsentativen Umfrage  zufolge erwägt jedes sechste Mitglied der Kirche einen Austritt. Symbolfoto: pixabay.com/ddzphoto
Einer repräsentativen Umfrage zufolge erwägt jedes sechste Mitglied der Kirche einen Austritt. Symbolfoto: pixabay.com/ddzphoto

Fast jedes sechste Mitglied (16 Prozent) einer der beiden großen Kirchen in Deutschland spielt einer aktuellen Umfrage zufolge mit dem Gedanken des Austritts. 59 Prozent der Befragten verneinten dagegen die Aussage: "Ich bin Mitglied der evangelisch-landeskirchlichen oder römisch-katholischen Kirche und überlege, auszutreten", wie das Meinungsforschungsinstitut Insa Consulere am Freitag (11. Oktober 2019) in Erfurt mitteilte. 25 Prozent antworten mit "Ich weiß nicht" oder machten keine Angaben.

Männer sprachen sich in der repräsentativen Umfrage mit 19 Prozent etwas häufiger für einen Austritt aus als Frauen (14 Prozent). Diese lehnten die Aussage laut Insa im Gegenzug entsprechend etwas häufiger ab (61 zu 57 Prozent). Unterschiede hätten sich auch beim Alter gezeigt. Mit 23 Prozent der Befragten sei ein möglicher Austrittswille bei den 30- bis 39-Jährigen am kräftigsten und mit 14 Prozent bei der Generation 60-Plus am geringsten ausgeprägt gewesen. Befragt wurden den Angaben zufolge bundesweit 2.059 Menschen ab 18 Jahren.

In Westdeutschland wollen mehr Mitglieder austreten

Im Osten werde ein Austritt deutlich seltener erwogen als in den alten Bundesländern, hieß es weiter. Nach der Insa-Erhebung zogen mit 19 Prozent der westdeutschen Befragten eine mehr als doppelt so große Gruppe einen Kirchenaustritt in Erwägung, als die ostdeutschen Kirchenmitglieder mit acht Prozent.

Auch in Bezug auf das Wahlverhalten hätten sich Unterschiede gezeigt. Am häufigsten wollten die Wähler von AfD (24 Prozent) und von CDU/CSU (21 Prozent) die Kirche möglicherweise verlassen.

Hintergrund der Umfrage: Wie sollte das Verhältnis von Arbeit und Freizeit sein? In einer bundesweiten Umfrage unter Arbeitnehmern zeigt sich ein klarer Trend.