Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zum Anschlag mit vier Toten und etwa 40 Verletzten in London bekannt. Einer ihrer "Soldaten" habe die Operation ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Donnerstag. Der Angreifer sei Aufrufen gefolgt, Bewohner von Staaten der internationalen Koalition anzugreifen.
Der Attentäter war der britischen Polizei einschlägig bekannt. Gegen den aus Großbritannien stammenden Mann war bereits vor einigen Jahren ermittelt worden, berichtete Premierministerin Theresa May im Parlament. Er stand im Verdacht, ein gewalttätiger Extremist zu sein. May bezeichnete ihn in ihrer Rede als "Randfigur".


Polizei nimmt acht Personen fest

Nach dem Terroranschlag von London hat die Polizei acht Personen festgenommen. Zuvor seien insgesamt sechs Wohnungen in London, Birmingham und anderen Orten durchsucht worden, teilte ein Sprecher von Scotland Yard am Donnerstag mit. In welcher Beziehung die Festgenommenen zu dem Täter stehen, sagte er nicht.
"Wir gehen immer noch davon aus, dass der Angreifer ein Einzeltäter war", sagte ein Polizeisprecher. Der Mann sei durch den internationalen Terrorismus zu der Tat angeregt worden. Eine Gefährdung der Bevölkerung bestehe derzeit nicht. Der Attentäter stammt aus Großbritannien und war der Polizei bekannt. Das berichtete die britische Premierministerin Theresa May am Donnerstag in London.

Die Polizei korrigierte die Zahl der Toten von fünf auf vier. 29 Menschen wurden am Donnerstag noch in Krankenhäusern behandelt. Sieben von ihnen sind laut Scotland Yard in einem kritischen Zustand. Auch ein Deutscher ist bei dem Terroranschlag in London verletzt worden. Das sagte die britische Premierministerin Theresa May am Donnerstag im Parlament.Der Attentäter war am Mittwoch zunächst auf der Westminster-Brücke neben dem Parlament mit einem Auto in Passanten gerast. Dabei starben ein Mann, etwa 50 Jahre alt, und eine Frau in den 40ern. Anschließend erstach der Mann auf dem Parlamentsgelände einen Polizisten. Die Polizei erschoss den Angreifer.

Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon geht davon aus, dass der Anschlag "in Verbindung zum islamistischen Terrorismus" steht. Die Sicherheitsmaßnahmen um das Parlament würden überprüft.
"Dieser Anschlag passt genau in das Muster der Anschläge, die wir gesehen haben von Nizza und Berlin. Das ist genau die Art von Anschlag, die der IS promoted und anstiften will", sagte der deutsche Terrorismusforscher Peter Neumann der Deutschen Presse-Agentur.

Neumann leitet das internationale Zentrum zur Erforschung von Radikalisierung (ICSR) am King's College in London und berät auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Sachen Deradikalisierung von Islamisten. Bei den Anschlägen in Nizza und Berlin waren die Täter mit Lastwagen in Menschenmengen gerast.Das Areal rund um das Parlament war am Donnerstag noch abgesperrt. Hubschrauber kreisen seit der Tat über Westminister.