Katzen gelten oft als unnahbare Einzelgänger, für die der Mensch eigentlich nur ein Dosenöffner auf zwei Beinen ist. Eine Studie der brasilianischen "Universidade Federal de Juiz de Fora" gibt nun mehr Aufschluss über die Gefühlswelt der Katzen.

Hunden merkt man ihren Unmut meistens an, wenn Frauchen oder Herrchen die Wohnung verlassen wollen und sie allein bleiben müssen: Sie winseln und bellen, urinieren teilweise sogar in die Wohnung oder zerstören die Einrichtung.  Aber wie verhalten sich Katzen, wenn die Wohnungstür ins Schloss gefallen ist?

Studie: Einige Katzen zeigten Verhaltensauffälligkeiten

An der Studie der Biologin Daiana de Souza Machado und ihren Kollegen nahmen insgesamt 130 Katzenhalter teil. Pro Tier musste jeder Teilnehmer einen Fragebogen ausfüllen. Dadurch konnten die Forscher 223 Bögen auswerten.

In dem Fragebogen konnte die Besitzer zum Beispiel angeben, dass ihre Katze miaute, apathisch war, aggressiv wurde oder sich verängstigt zeigte, sobald sie selbst nicht mehr in Sichtweite ihres Haustiers waren.

30 von 223 Katzen verhielten sich durch die Trennung auffällig. Zwei Drittel davon zeigten destruktives Verhalten. 19 miauten laut, 18 urinierten in die Wohnung, 16 der Katzen wurden depressiv-apathisch, elf aggressiv und weiter elf ängstlich und unruhig. Besonders schwierig war die Trennung für Katzen, wenn sich kein weiteres Tier im Haus befand und - beziehungsweise oder - sie kein Spielzeug hatten.

Die Forscher sehen ihre Studie in erster Linie als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen. Denn im vorliegenden Fall haben die Tierbesitzer das Verhalten ihrer Katzen selbst einschätzen müssen. Dabei kann es beispielsweise zu Fehlinterpretationen gekommen sein. In einer Sache sind sich die Wissenschaftler aber sicher: "Katzen können als Sozialpartner für ihre Besitzer angesehen werden - und umgekehrt."