Ein sonniger Balkon, einige Kästen am Geländer und als Blumenschmuck eine Auswahl von stehenden und hängenden Pelargonien - so lautet das Standardrezept für die sommerliche Wohlfühloase. Die Dauerblüher sind im Volksmund besser bekannt als Geranien. Sie stehen seit vielen Jahren an der Spitze der Umsatzlisten bei Beet- und Balkonpflanzen. Und damit das so bleibt, geht die Züchtung mit der Mode. "Gefragt sind derzeit Farben wie kräftiges Weinrot und zweifarbige Sorten mit einem Auge", sagt Beate Kollatz, Referentin der Sächsischen Landesanstalt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden.
Ursprünglich stammen Pelargonien aus Südafrika. "Sie zählen zusammen mit den Gattungen Geranium und Erodium zu den drei großen Gattungen in der Familie der Storchschnabelgewächse, den sogenannten Geraniaceae", sagt Martin Freiberg, Wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens der Universität Leipzig. Die Namensgebung bezieht sich auf die Frucht, die an langschnabelige Vögel erinnert.
Die botanischen Namen leiten sich aus der griechischen Sprache ab: Geranos heißt Kranich, Erodios Reiher und Pelargos Storch. Irgendwann sind Namen und Übersetzungen durcheinander geraten. Aus den Geraniaceae wurden die Storchschnabelgewächse und aus den Pelargonien wurden die Geranien. "Während die Gattungen Erodium und Geranium in Mitteleuropa heimisch sind, kommen die über 200 Wildarten von Pelargonium in Südafrika vor", sagt Freiberg.
Die meisten Arten sind mehrjährige Halbsträucher, die im unteren Bereich verholzen. Ein Teil kommt auch im Übergang zum Wüstenklima vor. Typisch sind sukkulente Blätter und Triebe. "Man kann diese besondere Fähigkeit, Wasser im Gewebe zu speichern, auch an den dickfleischigen Blättern der Hängenden Geranien erahnen", so Freiberg.
Ende des 17. Jahrhunderts gelangten die ersten Pflanzen nach Europa. Im Botanischen Garten von Leiden wurden die Blumen kultiviert, und schon bald begann die Züchtung. Für die bis heute andauernde Beliebtheit gibt es zwei Gründe: Geranien blühen den ganzen Sommer und nehmen eine kurzzeitige Trockenheit nicht vollkommen übel.
"Zunächst sollte man bei der Pflanzung auf ein hochwertiges Substrat achten", rät Kollatz. "Es zeichnet sich dadurch aus, dass es strukturstabil und gut durchlüftet ist." Erde, die zu viel Wasser hält, kann den Wurzeln schaden. Außerdem sollten die Pflanzen in der vollen Sonne platziert werden. "Natürlich hängt der Zustand auch von der Witterung ab", sagt die Gartenbauingenieurin. "Bei anhaltend regnerischem Sommerwetter sehen die Pflanzen nicht so schön aus."
Der Wasserbedarf von Pelargonien nicht zu unterschätzen. "Eine einzelne Pflanze benötigt circa vier bis sechs Liter Wasser pro Woche", berichtet Kollatz von den Ergebnissen einer Studie. Das bedeutet, selbst wenn man ein Balkongefäß mit Wasserspeicher hat, sollte man täglich gießen. Auch bei Regen sollte man mit dem Finger in der Erde fühlen, ob sie noch feucht ist. "Ist das Blattwerk dicht, wirkt es wie ein Schirm und verhindert, dass ausreichend Regenwasser an die Wurzeln gelangt."
Pelargonien gehören zu den Starkzehrern, die viele Nährstoffe benötigen. "Direkt nach der Pflanzung reicht zunächst der Vorrat aus dem frischen Substrat", sagt Kollatz. Später könne man mit Langzeitdünger oder wöchentlichen Düngergaben mit dem Gießwasser für eine gute Ernährung sorgen. Grundsätzlich seien die Dosierungsangaben auf der Packung zu befolgen. Als typische Mangelerscheinung beschreibt Kollatz kleine Blätter und spärliche Blüten. dpa