Washington

Covid-19 laut Studie doch gefährlicher als die Grippe: "Wir können diese Debatte beenden"

Covid-19 ist tödlicher als die Grippe: Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die Forscher der "University of Washington" veröffentlicht haben.
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Eine neue Studie hat jetzt neue Erkenntnisse über das Coronavirus und somit eine mögliche Erklärung für einen Atemstillstand. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB
Covid-19 ist tödlicher als die Grippe: Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der "University of Washington". Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Wenn es um die Frage geht, wie gefährlich das neuartige Coronavirus ist, ist oft die Behauptung zu lesen: Der Erreger sei auch nicht gefährlicher als der der Grippe - eher sogar harmloser.

Forscher der "University of Washington" (UW) kommen in einer aktuellen Studie nun zu dem Ergebnis: Covid-19 ist tödlicher als die saisonale Grippe. Ziel der Studie war es, die Sterblichkeitsrate von Menschen in den USA zu ermitteln, die sich mit dem Coronavirus "Sars-CoV-2" infiziert hatten, wie im Wissenschafts-Blog "IFL Science" zu lesen ist. Ihre Studie haben die Forscher außerdem in der englischsprachigen Fachzeitschrift "Health Affairs"veröffentlicht.

Studie der "University of Washington": Covid-19 ist tödlicher als die Grippe

Die Forscher fanden dabei heraus, dass die Sterblichkeitsrate von all denjenigen, die Anzeichen einer Covid-19-Erkrankung aufweisen, statistisch gesehen bei 1,3 Prozent liege. Zum Vergleich: Bei der saisonalen Grippe liege dieser Wert nur bei bei 0,1 Prozent. "Eine Covid-19-Infektion ist tödlicher als eine Grippe - wir können diese Debatte beenden", lautet das Fazit von Anirban Basu, Autor der Studie und Professor für Gesundheitsökonomie an der "UW School of Pharmacy". 

Die Vorgehensweise für das Ergebnis der Studie war folgende: Es wurde ein Durchschnitt aller belastbaren Daten (aus 116 Bezirken in 33 Bundesstaaten) gebildet. Je nach Land könne sich der Wert zwischen 0,5 und 3,6 Prozent bewegen. Er pendele sich aber im Durchschnitt bei 1,3 Prozent ein, so die Forscher. Die Daten sammelten sie von der Covid-19-Plattform der "UW Choice Institute School of Pharmacy". Dort werden sowohl die Infektions- als auch Todesraten von Menschen mit entsprechenden Symptomen aller US-Bundesstaaten untersucht. 

Den Forschern zufolge könnte somit die Sterblichkeitsrate auf 350.000 bis 1,2 Millionen ansteigen - aufgrund der Schätzung, dass sich bis Ende des Jahres rund 20 Prozent der US-Bevölkerung noch infizieren könnten. Sie betonen gleichzeitig aber, dass sich diese Prognosen infolge der Reaktionen auf die Krise jederzeit ändern könnten. 

Auch andere Forscher kommen zu einem ähnlichen Schluss

Die Studie ist nicht die erste, die zu dem Schluss kommt, dass Covid-19 nicht nur "eine weitere Grippe" sei. Erst ein paar Tage zuvor hatten zwei andere Forscher einen Artikel in der wissenschaftlichen Zeitschrift "JAMA Internal Medicine" dazu veröffentlicht.

Darin heißt es, dass Covid-19 selbst in der tödlichsten Woche einer durchschnittlichen Influenza-Saison zwanzigmal mehr Todesfälle pro Woche verursache als die saisonale Grippe. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Anzahl derer, die an der Grippe oder an Covid-19 sterben, nicht auf die gleiche Weise gemeldet werden. Würden die beiden Krankheiten in einem direkten Vergleich gegenübergestellt, wäre die krasse Realität der Corona-Pandemie nur umso deutlicher, so die Forscher.

Auch interessant ist folgende Studie: Forscher finden erstmals "Sars-CoV-2"-Viren in der Muttermilch.