Frankfurt

Coronavirus-Impfstoff: Forscher mit neuem Ansatz gegen "Sars-CoV-2"

Die Corona-Pandemie hält die ganze Welt in Atem. Die schnelle Ausbreitung macht vielen Angst und fordert schon einige Opfer. Die Entwicklung eines Impfstoff ist daher zur Priorität geworden. Ein Team von Wissenschaftlern aus Frankfurt hat einen ganz eigenen Ansatz.
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Coronavirus - Illustration
Das Coronavirus kursiert weiterhin. Illustration: Centers for Disease Control and Prevention/dpa/Uncredited/AP

Die Erforschung des Coronavirus "Sars-CoV-2" läuft auf Hochtouren. Insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklung eines Impfstoffes gegen den Erreger untersuchen zahlreiche Forscherteams weltweit das Virus. 

So auch Wissenschaftler des "Max-Planck-Institutes" in Frankfurt: In deren Studie liegt der Fokus auf einem Oberflächenprotein, das Aufschluss darüber geben könnte, was potenzielle Ziele für Antikörper und Hemmstoffe sein könnten. Diese Informationen sind bezüglich einer Impfstoffentwicklung von großer Bedeutung. 

Corona-Impfstoff: Virus hat Zucker-Schutzschirm

Konkret geht es dabei um das Glykoprotein "Spike". Die Struktur des Eiweißstoffes gilt als Musterbeispiel. "Das Protein bindet vor allem an einen Rezeptor namens 'ACE2' auf der Oberfläche menschlicher Zellen. Das Virus kann dann mit der Zellmembran verschmelzen und sein Erbgut ins Zellinnere entlassen", heißt es von Seiten der Forscher.

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Demnach kann das Coronavirus an solchen Stellen nicht nur in Zellen gelangen, sondern ist ebenfalls für das Immunsystem ein Anknüpfungspunkt. Dort docken gebildete Antikörper an. So können bereits gebildete "Immunzellen" gezielt positioniert werden, sodass das Virus abgeschwächt wird. Diesen Mechanismus des Immunsystems versucht "Sars-CoV-2" durch einen Schutzschirm aus Zuckermolekülen zu umgehen. 

Die Strukturen dieser Zuckermolekül-Oberfläche sind ebenfalls Teil des Forschungsinteresses der Wissenschaftler. Genauer gesagt geht es um die Bewegung des angesprochenen "Spike"-Proteins. Das soll über ein komplexes Rechenmodell gelingen: "Wir brauchen dazu die Supercomputer der Max-Planck-Gesellschaft mit ihrer enormen Rechenleistung", erklärt Gerhard Hummer, Direktor des Institutes.

Dabei geht es nicht zwangsläufig um die Entwicklung eines neuen Medikamentes oder eines neuen Impfstoffes. Die Suche nach Bindungsstellen führt zwangsläufig zu Medikamenten, die bereits auf dem Markt sind. Bei diesen gilt es, Wirkstoffe zu finden, die das "Spike"-Protein blockieren. 

Während die Suche nach möglichen Corona-Impfstoffen weitergeht, steht die Frage nach massenhaften Tests immer noch im Raum. Neben klassischen Rachenabstrichen rücken vermehrt Antikörpertests in den Vordergrund und gelten als große Hoffnung der Forschung. Doch was bringen sie eigentlich?

tu