Mit seiner mäßigen Körpergröße und seinem treuen und anpassungsfähigen Gemüt erweist er sich ebenso für Kinder wie Erwachsene als idealer Gefährte und wird dabei nicht nur den Anforderungen fortgeschrittener Reiter, sondern auch den individuellen Ansprüchen von Anfängern gerecht. Ob Westernreiten und Fahrsport, Wanderreiten und Ausritte in freier Natur oder Dressur und Springreiten in den unteren Leistungsklassen, der Haflinger macht in vielen Bereichen des Pferdesports eine gute Figur und zeichnet sich in besonderem Maße durch seine Verlässlichkeit und hohe Leistungsbereitschaft aus.
 

Vom praktischen Nutztier zum beliebten Freizeitpferd

Beim Haflinger handelt es sich ursprünglich um eine Gebirgsrasse, die zunächst in Südtirol ihre Verbreitung fand und auf den 1874 geborenen Hengst "249 Folie", Nachfahre einer Tiroler Gebirgsstute und eines halborientalischen Arabers, zurückgeht. Anfänglich rein in der Landwirtschaft eingesetzt, diente er den ansässigen Bergbauern als Trag- und Zugpferd in den steilen Südtiroler Bergen. Nicht zuletzt waren es diese Umstände, einhergehend mit spärlicher Fütterung und karger Haltung, schwankenden Wetterbedingungen und hohem Arbeitseinsatz, die den Haflinger zu einem anspruchslosen, kleinen und zugleich robusten Saumpferd machten und ihn in seinem Wesen bis heute prägten. Die deutsche Haflingerzucht entwickelte sich insbesondere ab den 1930er Jahren, in denen die genügsame Kleinrasse zunächst als Arbeitspferd für die im bayerischen Gebirge stationierten Heerestruppen und alsbald auch in landwirtschaftlichen Betrieben Verwendung fand. Der zunehmenden Motorisierung und somit der Hinfälligkeit als Zug- und Tragtier sowie dem Bedarf nach einem Kleinpferd für den Freizeitbereich entsprechend, widmete sich die Zucht ab den 1960er Jahren vermehrt der Herausbildung eines vielseitigen Freizeitpferdes. Bis heute ist der Haflinger deutschlandweit die am stärksten verbreitete Kleinpferderasse und als Begleiter für das hobbymäßige Reiten äußerst populär.
 

Charakteristisches Äußeres und gutmütiges Wesen

Kennzeichnend für den Haflinger ist seine Größe von etwa 1,40 bis 1,55 Meter sowie das auffällige fuchsfarbene Fell im Kontrast zum hellen Behang. Das weiße Langhaar an Mähne und Schweif sticht optisch hervor, während beim Fell alle Fuchsfarben und nicht selten Aufhellungen an den Beinen sowie an Bauch und Maul auftreten. Neben seinem durchaus eleganten, aber dennoch sportlichen Erscheinungsbild ist der Haflinger vor allem aufgrund seines Wesens beliebt, denn nicht nur seine körperliche Statur, sondern auch seine Charakterzüge machen ihn zu einem Pferd mit idealen Reiteigenschaften. Freizeitreitern kommen dabei seine verlässliche Leistungsbereitschaft, seine Menschentreue und Geduld entgegen. Trittsicher und mit hoher Ausdauerfähigkeit gesegnet, lassen sich mit ihm die Disziplinen Dressur und Springen ebenso problemlos absolvieren wie lange Wandertouren und Distanzritte. Aber auch beim Westernreiten und im Fahrsport hat sich die Kleinpferderasse als arbeitsfreudiges Hobbypferd sowie darüber hinaus ebenso als Turnierpferd bewährt. Menschenfreundlich, entgegenkommend und bescheiden – die Popularität des Haflingers als Freizeitpferd wird sicherlich noch lange andauern.