Geldspielautomaten

"Fast jeder zweite Spieler ist süchtig"

Fast jeder zweite Spieler an Geldautomaten ist einer Studie zufolge süchtig. Danach zeigten 42 Prozent von fast 600 befragten Kunden in Spielhallen und Gaststätten in Niedersachsen, Sachsen und Bayern ein krankhaftes Spielverhalten. Nun schlagen Experten spezielle Regulierungen vor.
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Symbolbild: Bernd Wüstneck dpa
16 Prozent befanden sich auf dem Weg, eine Spielsucht zu entwickeln. "Das ist überraschend viel", sagte der Spielsuchtforscher Gerhard Meyer von der Universität Bremen am Montag.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte die Studie beim Institut für Therapieforschung in München in Auftrag gegeben, in dessen wissenschaftlichem Beirat Meyer sitzt. Mit der Studie wollte das Ministerium die Auswirkungen der 2006 novellierten Verordnung für Geldspielautomaten überprüfen. Nach Angaben von Meyer sind seither deutlich höhere Gewinne und Einsätze möglich, was den Spielanreiz stärkt und die Sucht fördert.

"Das hat sich durch die Studie bestätigt", sagte der Professor vom Bremer Institut für Psychologie und Kognitionsforschung. Neben den Spielern hätten die Experten auch 84 Betreiber und Mitarbeiter von Spielhallen befragt. "37 Prozent von ihnen haben bestätigt, dass sehr hohe oder hohe Gefahren und Risiken mit dem Automatenspiel verbunden sind." Meyer fordert deshalb eine stärkere Reglementierung für Geldautomaten.

Limit und Kontroll-Karte

Die Studie soll nach Angaben von Meyer am Mittwoch den Bundesländern übermittelt werden. In ihr schlagen die Experten unter anderem einen Maximalverlust von 200 Euro pro Tag vor. Zur Kontrolle soll eine bundesweite Spielkarte eingeführt werden, von der Zocker nur eine pro Tag und Spielstätte erwerben können. dpa