Georg Einwich aus Scheßlitz studiert in Erfurt Landschaftsarchitektur. Im Rahmen des Studiums absolviert der 27-Jährige gerade ein Praktikum an der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Lichtenfels. Seine Aufgabe ist es unter anderem, die Liste der Naturdenkmäler fortzuschreiben. Konkret heißt das, er muss raus, um festzustellen, wie es um die alten Eichen und Linden bestellt ist, die in den Akten geführt werden.

Einige Dutzend lebender Naturdenkmäler gibt es im Kreis. Dazu gehören so bekannte wie die Küpser Linde sowie die Friedenslinden in Lichtenfels, Ebensfeld und Klosterlangheim, aber auch relativ unbekannte wie die Pestlinde in Wohnsig und die 1888 gepflanzte Drei-Kaiser-Linde in Gärtenroth.

Baumriesen mit dicken Stämmen

An diesem Tag steuert Georg Einwich vier dieser Naturdenkmäler an: Die Eiche auf der Karolinenhöhe in Trieb (Stammumfang 5,90 Meter), die Traubeneiche in der Flur bei Zeublitz (Umfang 8,60 Meter), die Linden im Weismainer Kastenhof (die stärkste misst 5,20 Meter) und die drei Linden an der Wallersberger Kapelle (die Stämme messen 3,80, 7,50 und 8,60 Meter).

Doch mit dem Vermessen allein ist es nicht getan. Georg Einwich ergänzt die Akten mit einschlägigen Luftbildern, vermerkt ihre genaue topographische Lage und gleicht die vor Ort gesammelten Daten mit jenen der Vorjahre ab. Etliche Naturdenkmäler seien noch gar nicht in die Liste aufgenommen, die Daten anderer liegen noch nicht in digitalisierter Form vor.

Georg Einwich vermerkt bei seinen Besuchen den Gesamtzustand des jeweiligen Naturdenkmals und die Vitalität des Baumes. Bei älteren Gehölzen, die länger nicht mehr überprüft wurden, haben manchmal Blitzschläger und Sturmschäden ihre Spuren hinterlassen. Auch das wird in die Akte aufgenommen.