Coburg
Leidenschaft

Marco Munsch ist fasziniert vom Didgeridoo

Seine Begeisterung wurde bei einem Workshop entfacht und beschränkt sich längst nicht mehr nur auf das Musizieren. Inzwischen baut er die Instrumente der australischen Ureinwohner selbst.
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Wenn Marco Munsch in sein Didgeridoo bläst, kann Katze Mina ganz entspannt schlafen.  Fotos: Helke Renner
Wenn Marco Munsch in sein Didgeridoo bläst, kann Katze Mina ganz entspannt schlafen. Fotos: Helke Renner
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Do-ông, Ôke da ông da. Das sind keine Zeichen einer Geheimsprache, sondern Rhythmusfolgen, denn Noten im herkömmlichen Sinne gibt es nicht für das Didgeridoo - nur Notationen. Das passt zu Marco Munsch, denn für ihn ist der ausgehöhlte Holzstamm - meist Eukalyptus - kein Musikinstrument wie jedes andere. "Es ist eher so etwas wie das Sprachrohr der Seele und nur schwer über den Verstand zu steuern", sagt er. 2006 hat er zum ersten Mal diesen urtümlichen Klang des traditionellen Blasinstruments der nordaustralischen Aborigines live gehört.

Damals war ein Schamane zu Gast in Coburg und in einer Klangrunde wurde unter anderem auch Didgeridoo gespielt. "Das hat mich an die TV-Serie ,Abenteuer Erde' erinnert", erzählt Marco Munsch. Von da an habe er sich intensiver damit beschäftigt und schließlich einen Workshop in Erlangen besucht. "Nach fünf bis sechs Stunden habe ich dann endlich mal einen Ton rausgekriegt."

So richtig motivierend war das wohl nicht, also ließ er die ganze Sache erst einmal wieder ruhen. Bis er 2008 bei der Volkshochschule einen Didgeridoo-Kurs entdeckte. Da flammte das Interesse wieder auf. "Bei Uwe Rückert habe ich mir ein Instrument gekauft und von da an immer wieder Workshops besucht. Mittlerweile sind es zwölf." 2012 legte dann der Didgeridoo-Lehrer Marc Miethe bei Marco Munsch den Grundstein die Leidenschaft an dem ungewöhnlichen Blasinstrument. "Ich liebe diese ruhigen, sphärischen Töne."

Anfangs habe er jeden Tag nach der Arbeit gespielt, heute nur noch fast jeden Tag. Gut, dass seine Lebensgefährtin und die zwei Kinder das Interesse am Didgeridoo-Spiel teilen. Um die 30 Instrumente hat Marco Munsch inzwischen. Es kommen immer wieder neue dazu - er stellt sie mittlerweile auch selbst her -, aber hin und wieder verschenkt er auch eins. "Man darf die Instrumente nicht an sich binden."

Die Didgeridoos, die bei den Aborigines je nach Form Mago oder Yidaki heißen, sind unterschiedlich lang. "Anfänger beginnen mit einem höchstens 1,40 Meter langen Instrument, sonst bekommen sie keinen Ton heraus." Die unterschiedlichen Töne werden mit dem Mund, der Zunge, der Mundhöhle oder auch dem Zwerchfell erzeugt. "Am Anfang ist das körperlich ziemlich anstrengend."

Offene Gruppe in Coburg

Bei einem Workshop 2012 in Coburg, der für die Teilnehmer nicht so ergiebig gewesen sei, hätten sich einige Leute zusammengefunden, die große Lust hatten, öfter mal miteinander zu musizieren. "Wir haben nach Räumen gesucht, in denen wir uns treffen können und sie im Schützenhaus in Creidlitz gefunden", erzählt Marco Munsch. Seit einiger Zeit trifft sich die offene Gruppe jeden ersten Donnerstag im Monat in der "Villa Starr Art" in der Adamistraße 6 b. "Das ist alles ganz ungezwungen. Man muss da auch nicht mitspielen, sondern kann auch einfach nur zuhören und sich entspannen."

Jeden ersten Samstag kommen die Hobby-Musiker zu Marco Munsch, der sich ein Haus in Waldsachsen, Schillingstück 21, gekauft hat, um Platz fürs Musizieren zu haben. "Wir waren auch schon in Kindergärten und Schulen, haben uns an der Feriengestaltung im ,Schlupfwinkel' in Ahorn beteiligt und nehmen an der Veranstaltung ,Coburg musiziert' teil." Wer Lust hat, es auch mal mit dem Didgeridoo zu versuchen, könne sich bei ihm melden, sagt Marco Munsch. Und wer mal richtig viel über dieses außergewöhnliche Instrument erfahren und virtuose Spieler erleben möchte, der sollte sich das Wochenende von Freitag, 12., bis Sonntag, 14. September, vormerken. Dann finden auf der Coburger Ernstfarm (Kürengrund) die "Didgeridoo Sound Days" statt. Unter anderem sind Workshops und Konzerte geplant.




Didgeridoo Sound Days vom 12. bis 14. September


Termine Am Samstag, 13. September, finden auf der Ernstfarm ab 10 Uhr die Workshops statt. Ab circa 19 Uhr "Open stage" und ab etwa 20 Uhr "Live on stage" mit "Didge & Perkussion Show", Eddy Halat, Marc Miethe, Didge Aerodynamik und mehr. Am Sonntag beginnen um 10 Uhr die Workshops. Die Händler sind ganztägig präsent.

Kontakt Anmeldungen für die Workshops und mehr Infos unter http://dsd.didgeco.de.


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