Leserwanderung

FT-Leser entdecken gemeinsam den Aischgrund

Knapp 60 Männer und Frauen wandern am Samstag auf Einladung des Fränkischen Tags zum Naturschutzgebiet Mohrhof.
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Was für ein Brocken. Wanderführer Thomas Dreßel hat Mühe, den Karpfen in beiden Händen festzuhalten. Mit seinen Flossen zappelt der Fisch hin und her, spritzt sogar einige der FT-Leser, die sich rings um ihn versammelt haben, voll mit Wasser. Die Wandergruppe ist begeistert, staunt über das zweieinhalb Kilo schwere Tier.

Mit diesem Gewicht landet er allerdings nicht mehr auf dem Teller: "Ein Speisekarpfen hat bei uns um die anderthalb Kilo. Alles darüber wird nicht mehr vermarktet", erklärt Dreßel. Gemeinsam mit den beiden weiteren Wanderführern Lutz Weißbrodt und Leonhard Thomann, alle drei von Karpfenland Travel, sorgte er dafür, dass die knapp 60 Teilnehmer der FT-Wanderung am Samstag Außergewöhnliches rund um den Aischgrund und die Teichwirtschaft entdecken konnten.

So zum Beispiel auch, wie ein Wurfnetz geschmissen werden muss, um den Fischbestand in einem Teich zu kontrollieren. Lutz Weißbrodt nimmt das Netz dabei zwischen die Zähne, holt mit dem rechten Arm aus und schwingt es in einer großen Kreisbewegung auf den Boden. "Auf diese Weise erfährt man, wie groß die Fische sind und ob sie gesund sind", erklärt er, bevor er zum nächsten Wurf ansetzt.

Bei blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad ging es in fünf Stunden von Höchstadt über Poppenwind bis zum Naturschutzgebiet Mohrhof - und wieder zurück. Vorbei an dutzenden Weihern, Feldern und Wiesen. Über 7000 Teiche werden im Aischgrund bewirtschaftet, die meisten nebenerwerblich. "Es gibt nur drei Personen, die wirklich davon leben", erzählt Dreßel. Genauso gibt es aber Teiche, die nicht zur Karpfenzucht genutzt werden können. Zum Beispiel einige Moor- und Waldweiher mitten im Bürgerwald, durch den es am Anfang der Wanderung ging. "Sie sind zu nährstoffarm, zu niedrig und zu sauer für den Karpfen", erklärt Dreßel.

Kurz vor Poppenwind durften die FT-Leser dann live dabei sein, wie Harald Schmitt mit Sohn Tobias hundert Zander in seinen Teich am Waldrand setzt. Der Karpfen freut sich: "Zander fressen genau die Tiere, die dem Karpfen sein Futter streitig machen oder ihn angreifen", erklärt Weißbrodt.


260 verschiedene Vogelarten

Schließlich ging es in die Vogelfreistätte Mohrhof - seit 1982 Naturschutzgebiet. Über 260 verschiedene Vogelarten haben hier, auf 120 Hektar, ihr Zuhause. Und nicht nur die Vögel, auch zahlreiche Frösche leben hier und übertönten immer wieder die Worte der Wanderführer: "Wenn die hören, dass Leute reden, wollen sie einfach mitreden", kommentiert Lutz Weißbrodt das Quak-Konzert mit einem Schmunzeln. Die FT-Leser sind fasziniert von der Geräuschkulisse. "Eine tolle Wanderung. Es war nicht eine Minute langweilig", resümiert Elfriede Hettwer, eine Teilnehmerin aus Hallstadt, am Ende.