Coburg
Montessori

Coburger Bergwichtel: "Wo die Veste steht, da bin ich!"

Die Bergwichtel der Montessori-Kinderkrippe gehen einmal pro Woche auf Entdeckertour. Und wehe, die Veste Coburg ist hinter Wolken verschwunden ... Leiterin Andrea Donath erzählt von der Pädagogik, die dahinter steckt.
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Die Bergwichtel der privaten Montessori-Kinderkrippe kennen die Veste Coburg sehr genau. Fotos: Christiane Lehmann
Die Bergwichtel der privaten Montessori-Kinderkrippe kennen die Veste Coburg sehr genau. Fotos: Christiane Lehmann
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Ob Spitzturm, Ritter- oder Räuberturm, was ein echter kleiner Bergwichtel ist, weiß, wovon er spricht. Einmal in der Woche marschieren die Kinder von Schloss Hohenfels aus zur Picknickwiese mit Vesteblick. "Das gehört fest zu unserem Wochenprogramm", erläutert Andrea Donath, die Leiterin der Einrichtung.

Die private Kinderkrippe "Bergwichtel" ist eine von drei bundesweit, die ganz konsequent nach der Montessori-Pädagogik arbeiten. Dazu gehört, dass ein Kind in den ersten drei Jahren Kind seiner Zeit, seines Ortes und seines Raumes wird. Kind des Ortes werden, bedeutet in Coburg eben, ein kleiner Coburger zu werden. Und deshalb ist die Veste so wichtig. Daran erkennen schon die Jüngsten: "Hier bin ich zuhause!"

Wehe, die Veste ist hinter Wolken oder dichtem Nebel verschwunden. Um ganz sicher zu sein, dass da keine Räuber im Spiel waren, muss die Wanderung am nächsten Tag wiederholt werden. Schließlich wollen sich die Kleinen ganz sicher fühlen und brauchen die Bestätigung, dass die Burg an ihrem Platz ist. Kommt Besuch in die Kinderkrippe, wollen die Bergwichtel auch immer gleich ihre Veste zeigen. So ist das eben in Coburg - und fängt schon bei den Jüngsten an!

Von der Picknickwiese oben am Berg beobachten die Jungen und Mädchen auch die Züge und passen ganz genau auf, ob der Lkw durch die Unterführung passt oder nicht. "Wir erleben, wie die Kinder nach und nach ihre Heimat entdecken", sagt die Montessori-Pädagogin und zeigt auf das großformatige Vestefoto, das die Eltern vor lauter Begeisterung der Krippe geschenkt haben und das jetzt dort im Flur hängt.

Kaum zurück vom Ausflug, gibt es Mittagessen. Von der Köchin des Hauses zubereitet - heute: Fisch mit Kartoffelpüree und Karottengemüse, zum Nachtisch Melonenbällchen und Bananen - alle Zutaten vom Bioladen aus Lautertal. Püriert, in Schälchen gefüllt, kann serviert werden. Drei Mini-Servierwagen stehen bereit, und Antonia schiebt ihren Wagen in die Gruppe. Dort sitzen schon alle vor ihren leeren Tellern. "Unsere Kinder sind gute Esser", erzählt Andrea Donath. Obst und Gemüse gibt es jeden Tag, einmal die Woche Fleisch, einmal Fisch. Das wichtigste an dem Speiseplan sei die Vielfalt und die Wiederholung der Gerichte alle vier Wochen.

Kohlenhydrate in Form von Bulgur, Reis, Spätzle und Kartoffeln, Gemüsesticks und selbst gemachte Brotaufstriche zum Frühstück schmecken den Kindern besonders gut. "Wir vermengen Wurst, Obst oder Käse mit guten Fetten, also Butter, Rahm oder Frischkäse!" Denn: Gesunde Fette braucht das Kind, um neuronale Netzwerke bilden zu können - also Butter fürs Gehirn!


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