Seit einiger Zeit schon können Domains mit den neuen Endungen reserviert werden. Domainregistrare müssten sich gerade jetzt vor lauter Geschäft die Hände reiben. Oder nicht? Die neuen „generic Toplevel Domains“, kurz gTLDs, sollen schließlich nicht ganz billig sein.

Was Unternehmer und Registrare zu erwarten haben
Auf Domainregistrare sollten rosige Zeiten zukommen. Immerhin ist es mit den neuen Domainendungen möglich, wieder heiß begehrte, kurze Keyworddomains zu registrieren. Zwar werden die neuen Domains kein eigenständiges Produkt mehr sein, rege gehandelt werden sie wohl dennoch. Beispielsweise sollen schon jetzt viele Keyworddomains mit der Domainendung .blog reserviert worden sein. Auch mit den großen Unternehmen und ihren Marken lässt sich zurzeit gut Geld verdienen. Mit dem eigens durch die ICANN geschaffenen Trademark Clearinghouse wird der Schutz der darin eingetragenen Marken gesichert. Dieser Eintrag kostet nämlich Geld.
Der zu zahlende Jahresbetrag ist allerdings wesentlich geringer, als der Preis, der für Gerichts- und Anwaltskosten im Rahmen eines Markenrechtsstreits entrichtet werden müsste. Den Streitfall vollständig verhindern kann das Trademark Clearinghouse allerdings nicht. Zwar werden viele potenzielle Registranten ihre Domain nicht registrieren, sobald sie darauf hingewiesen worden sind, dass sie damit ein Markenrecht verletzen. Es gibt jedoch immer auch schwarze Schafe. Gegen solche Domaingrabber müssen die Markeninhaber dann gerichtlich vorgehen. Immerhin werden ihnen diese durch den Eintrag ins Verzeichnis schneller bekannt. Die Eintragung kann mit Hilfe von united-domains.de oder mit auf das Markenrecht spezialisierten Rechtsanwälten vorgenommen werden.

Nutzen der neuen Endungen für den Verbraucher
Wer beispielsweise ein Unternehmen in Berlin sucht, der könnte in Zukunft mit der Endung .berlin fündig werden. Generell wird die Suche aber aufgrund der Vielzahl der Endungen schwieriger. Die geringe Anzahl an Domainendungen hat es dem Verbraucher bisher einfach gemacht, sich Seiten-URLs zu merken oder sie zu schlussfolgern. Nach der Einführung der Neuen wird der Verbraucher wohl oder übel die gewünschten Unternehmensseiten mit einer Suchmaschine wie Google suchen müssen.
Sich selbst eine der neuen Domainendungen zu registrieren, das werden nur wenige Verbraucher. Schließlich sind damit jährliche Kosten in Höhe von 20 bis 90 € verbunden. Das Gleiche gilt im Übrigen für kleine und mittelständische Unternehmen. Gerade hier sollten sich die Kosten auch lohnen. Die machen sich aber nur bezahlt, wenn die entsprechende Unternehmensseite leicht über eine Suchmaschine gefunden werden kann. Ob Suchmaschinen wie Google den neuen Endungen allerdings das gleiche Gewicht geben werden, wie den bereits Bestehenden bleibt abzuwarten. Für private Webmaster und Blogger wird sich ein Umstieg von der de.-Domain auf .blog oder .shop erst einmal nicht lohnen.