Viele der Informationen, zum Beispiel solche, die bestimmte Persönlichkeitsmerkmale beschreiben, seien jedoch nicht aussagekräftig, um beispielsweise das Risiko der Unfallwahrscheinlichkeit zu berechnen. Aufgrund dessen soll es dazu kommen, dass sich die Prämien der einzelnen Kunden stark voneinander unterscheiden. Ist die Risikolebensversicherung weiterhin eine sinnvolle Absicherung der Angehörigen oder gehen die Bedürfnisse des Kunden im Meer der Kalkulationen unter?

Welches sind die verschiedenen Arten von Lebensversicherungen?

Unterschieden wird zwischen einer Risikolebensversicherung und einer Kapitallebensversicherung. Die Risikolebensversicherung ist auf die finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen, im Todesfall des Versicherungsnehmers, ausgelegt. Eine Kapitallebensversicherung ist gleichzeitig auch eine Vorsorge für das Alter. Über Jahre wird in die Kapitallebensversicherung eingezahlt und nach dem Eintritt in die Auszahlungsphase wird entweder in regelmäßigen Abständen oder einmalig das eingezahlte Kapital inklusive Zinsen, an den Versicherungsnehmer überwiesen. Wer seine Angehörigen oder auch seine Geschäftspartner im Fall seines Todes absichern möchte, schließt dafür eine Risikolebensversicherung ab. Vor allem Familien mit kleinen Kindern wird zu einer Risikolebensversicherung geraten. Das Gleiche gilt für Ehepaare, die weniger als ein Jahr verheiratet sind, denn die staatliche Absicherung greift erst nach zwölf Monaten. Auch Menschen, die in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben, sind staatlich nicht abgesichert und können von einer Risikolebensversicherung profitieren. Wer ein eigenes Unternehmen besitzt, kann mit einer Risikolebensversicherung auch seine Geschäftspartner absichern, damit diese im Falle eines Unfalltodes nicht allein auf den Kosten sitzen bleiben. Eine Risikolebensversicherung ist keine Altersvorsorge für den Versicherten. Diese muss er zusätzlich abschließen. In einer Partnerschaft empfiehlt es sich, dass beide Partner versichert sind. Außerdem sollte die Risikolebensversicherung alle finanziellen Verpflichtungen, wie Kredite und Ratenzahlungen berücksichtigen.

Warum klaffen die Beiträge der Risikolebensversicherung so weit auseinander?

Aktuell steht die Tatsache in der Kritik, dass Versicherer immer mehr persönliche Informationen über ihre Kunden einholen, um die individuellen Beiträge für die Risikolebensversicherung zu berechnen. So müssen sich namhafte Versicherer, wie CosmosDirekt, DEVK oder andere mit dem Vorwurf konfrontiert sehen, die Privatsphäre ihrer Kunden zu missachten. Dabei darf allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass eine Risikolebensversicherung das Risiko eines Todesfalles des Versicherungsnehmers versichert. Diesbezüglich muss die Versicherung Informationen einholen, um dieses Risiko beurteilen zu können. Bestimmte Berufe oder Freizeitaktivitäten sind eben gefährlicher als andere. So sind unter versicherungswissen.org die typischen Risikoberufe aufgelistet. Auch der private Bereich muss von den Versicherern unter die Lupe genommen werden. Bergsteigen ist zum Beispiel ein gefährlicheres Hobby, als das Sammeln von Briefmarken. Zudem wäre es anderen Versicherten gegenüber unfair, wenn der Gesundheitszustand und die Lebensweise sich nicht in den Prämien widerspiegeln würden. So zahlen Raucher oder stark Übergewichtige in der Regel mehr, als Menschen, die Normalgewicht haben, Sport treiben und auf eine ausgewogene Ernährung achten.

Mangelndes Wissen zur Risikolebensversicherung in der Bevölkerung

Die aufkommende Kritik am Vorgehen der Versicherer könnte zum Teil auch der Tatsache geschuldet sein, dass viele nicht ausreichend über das Thema Risikolebensversicherung informiert sind. So wissen, einer Umfrage des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung, kurz IMWF, zu Folge, 50 Prozent der Deutschen unter 40 nicht, was genau eine Risikolebensversicherung abdeckt. Rund 45 Prozent der Bevölkerung nimmt an, eine Risikolebensversicherung diene der eigenen Altersvorsorge. Ganze 43 Prozent der Befragten aller Altersklassen wussten nicht, dass eine Risikolebensversicherung der finanziellen Absicherung von Angehörigen im Todesfall des Versicherungsnehmers dient. Von den Befragten im Alter zwischen 30 und 39 wussten dies sogar die Hälfte nicht, obwohl dies eine Alterklasse ist, in der die meisten Menschen eine eigene Familie gründen und in der Regel über deren Absicherung nachdenken. Auch der Begriff der Nachversicherungsgarantie ist rund 68 Prozent der Deutschen fremd. Die Nachversicherungsgarantie wird zu einigen Versicherungen angeboten und dient dazu, den Versicherungsschutz an die sich ändernden Lebensumstände anzupassen. Diese Veränderungen können zum Beispiel eine Heirat oder die Geburt eines Kindes sein. Diese erheblichen Wissenslücken in der Bevölkerung können der Grund sein, warum die Kritik an der Beitragskalkulation der Risikolebensversicherung solche Wellen schlägt. Es ist die Aufgabe der Versicherer dem, mit mehr Transparenz und größeren Aufklärungskampagnen, entgegenzuwirken.