Da sich aber jeder über die Risiken einer Selbständigkeit Gedanken macht und meistens auch kein Kapital für eine Firmengründung vorhanden ist, sucht man nach Möglichkeiten der Absicherung und Rechtsform.
Die Gründung einer GmbH ist mit einer Stammeinlage von 25.000 Euro verbunden, die zur Eröffnung zumindest zur Hälfte erbracht werden muss. Da dies für viele nicht finanzierbar ist schien die Limited Company (Ltd.), eine Firma mit beschränkter Haftung mit einemEinstiegskapital von 1 Euro, eine gute Alternative. Diese Ltd. ,  wurde allerdings in Deutschland nicht gerne gesehen. Als existenzgründerfreundliche Variante trat am 1. November 2008 das Recht zur Gründung einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) kurz UG in Kraft. Eine UG Gründung kann innerhalb weniger Stunden mit geringen Kosten umgesetzt werden.
 
Die Unternehmergesellschaft
Eine UG wird auch als Mini-GmbH und 1-Euro-GmbH bezeichnet. Da die Unternehmergesellschaft schon mit einem Euro gegründet werden kann, ist sie eine Kapitalgesellschaft ohne Kapital und bietet eine fast vollständige Absicherung vor der persönlichen Haftung des Unternehmers. Eine UG ist nichts anderes wie eine GmbH und ist somit eine juristische Person.  Sie ist Gewerbe- und Körperschaftssteuerpflichtig, der Solidaritätszuschlag muss gezahlt werden, muss im Handelsregister eingetragen werden, ist zur gesetzlichen Buchführung sowie der Erstellung einer Jahresbilanz verpflichtet  und muss die Jahresabschlüsse nach §§ 325, 326 im HGB (Handelsgesetzbuch) veröffentlichen. Eine UG dient als Einstieg in die Selbständigkeit und kann ja nach Entwicklung des Unternehmens in eine GmbH umgewandelt werden. Im Januar 2012 gab es bereits 64.371 dieser Unternehmergesellschaften.

Pflichten einer UG
Der Name dieser UG kann frei gewählt werden. Gemäß § 5a GmbHG ist man allerdings dazu verpflichtet hinter diesen Namen den Zusatz Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) oder UG (haftungsbeschränkt) einzufügen. Eine UG entsteht erst mit der Eintragung ins Handelsregister. Da dies einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Der Unternehmer kann schon geschäftlich aktiv werden, muss jedoch den Firmennamen mit dem Zusatz in Gründung (i. Gr.) versehen.
Weiterhin ist eine UG verpflichtet jedes Jahr ein Viertel des Jahresüberschusses als Rücklage auf das Stammkapital einzustellen. Die UG (haftungsbeschränkt) selbst haftet mit ihrem Gesellschaftsvermögen, dies bedeutet, dass sie nicht nur mit dem Stammkapital haftet sonder auch mit dem gesamten Vermögen.
Genau wie bei einer GmbH ist auch bei der UG ein Geschäftsführer zu bestimmen.

Risiken einer UG
Da das Stammkapital einer UG bekanntlich sehr niedrig ist, besitzt diese Gesellschaft im Geschäftsverkehr fast keine Kreditfähigkeit. Benötigt das Unternehmen Geld, so muss der Geschäftsführer meist selbstschuldnerisch als Bürge unterschreiben. Somit ist der Geschäftsführer bei Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens für diese Schulden privat haftbar zu machen.
Eine gut durchdachte Planung über die Unternehmensführung ist unumgänglich, da durch das geringe Stammkapital kein finanzieller Spielraum zur Verfügung steht wenn es zu Verzögerungen beim Zahlungseingang kommt. Die Gefahr einer Überschuldung des Unternehmens ist sehr hoch. Hier ist zu beachten, dass man das strafrechtliche Risiko einer Insolvenzverschleppung nicht aus den Augen verliert. Trotz Haftungsbeschränkung droht dem Geschäftsführer unter bestimmten Umständen eine persönlichen Haftung.

Der Gesellschaftervertrag
Eine UG kann nur durch einen Gesellschaftervertrag der notariell beurkundet wird gegründet werden. In diesem Vertrag müssen laut §3 GmbH Gesetz folgende Angaben enthalten sein: Firma der Gesellschaft, Sitz der Gesellschaft, Gegenstand des Unternehmens, Höhe des Stammkapitals, Zahl und Nennbeträge der einzelnen Stammeinlagen und der oder die Namen der Gründungsgesellschafter. Wenn dieser Vertrag unterzeichnet ist, wird er vom Notar beim Handelsregister eingereicht.

Gründungszuschuss
Die Agentur für Arbeit bietet Existenzgründern einen Gründungszuschuss. Sie möchten den Arbeitslosen somit eine Möglichkeit geben wieder einen Haupterwerb zu erlangen. Die Höhe des Zuschusses ist unterschiedlich, da er an der Höhe des Arbeitslosengeldes gekoppelt ist. Über einen Zeitraum von neun Monaten erhält der Arbeitslose zu seinem Arbeitslosengeld einen Pauschalbetrag von 300 Euro. Dieser Betrag dient zur Zahlung der Sozialabgaben, die der Existenzgründer nun selbst zahlen muss.