Weitere Bereiche sind Recht und Leben (2228), Multimedia (1095) und mit Tests unter der 1000-er Marke Versicherungen, Gesundheit, Bauen und Wohnen, Ernährung und Kosmetik, Haushalt und Garten, Freizeit und Verkehr sowie Weiterbildung.

Manche Produkte werden unmittelbar nach ihrer Markteinführung getestet (Fernseher, Kameras), bei anderen werden Leistungsmerkmale regelmäßig aktualisiert (Krankenkassen, Kfz-Versicherungen). Die Untersuchungsergebnisse sind je nach Thema in test, Finanztest oder auf test.de zu finden, viele davon in den Produktfindern auf test.de. Ein bestimmtes Thema wird immer vom gleichen Mitarbeiter - Thementeams mit Redakteuren und Projektleitern - bearbeitet bzw. aktualisiert.

Der bekannte Warentest

Die häufigste Testform und bei den Verbrauchern am bekanntesten ist der Warentest. Hier werden Qualitätsurteile von sehr gut bis mangelhaft vergeben. Die wichtigste Form ist der vergleichende Warentest (2011: 100 vergleichende). Analog prüft die Stiftung die Dienstleistungsangebote (2011: 50) verschiedener Anbieter. Diese Art der Untersuchung bildet den Schwerpunkt der Veröffentlichungen in Finanztest. Häufig wird die Dienstleistung (z.B. Bankberatung) durch geschulte Tester verdeckt in Anspruch genommen. Sie beobachten der Verlauf und protokollieren ihn. Neben dieser Methode werden auch Inspektionen vor Ort durchgeführt, Vertragsbedingungen geprüft und Anbieter sowie Experten befragt.

Seit 2004 untersucht die Stiftung Warentest zusätzlich zu ausgesuchten klassischen Tests auch die Beachtung der Corporate Social Responsibility (CSR) durch die Anbieter. Untersuchungsschwerpunkt ist die Qualität des Herstellungsprozesses, die Kernfrage: Was unternimmt der Anbieter, um soziale und ökologische Probleme in der Wertschöpfungskette zu vermeiden (z.B. in Hinblick auf Kinderarbeit, soziale Ausbeutung, Raubbau an der Natur, Tierschutz)?

Marktübersicht und Reports

Eine weitere Aufgabe sind die Marktübersicht und untersuchungsgestützte Reports.

Bei einer Marktübersicht werden viele einzelne Produkte (meist Dienstleistungen) zusammengestellt, bei der bestimmte Leistungsmerkmale vergleichend genannt werden. Beispiel: Der effektive Jahreszins beim Dispo. Ein untersuchungsgestützer Report beinhaltet eine exemplarische Untersuchung von Waren oder Dienstleistungen, etwa durch eine verdeckte Inanspruchnahme solcher Angebote. Diese wird - gerade bei medizinischen Themen - häufig durch eine umfangreiche wissenschaftliche Bewertung eines bestimmten Sachverhalts ergänzt. Beispiele: Professionelle Zahnreinigung, Botox-Beratung.

Neben den Marktneuheiten prüft die Stiftung jede Woche in Schnelltests (2011: 70) auch Produkte wie Kameras oder Heimwerkergeräte, die bei Discountern und im Lebensmitteleinzelhandel für einen kurzen Zeitraum neben dem üblichen Sortiment angeboten werden. Die Ergebnisse stehen in kürzester Zeit im Internet, oft auch in test.

International aktiv

Für ihre Tests arbeitet die Stiftung in allen bedeutenden internationalen Netzwerken des Verbraucherschutzes mit sowie mit Laboren in 26 Ländern - u.a. Europa, Russland, Ukraine, USA, China, Neuseeland, Australien und Brasilien - zusammen. Viele Tests finden im Ausland, oft unter Federführung der Stiftung statt. Zum einen können die Tester von der Expertise ausländischer Kollegen profitieren und Ressourcen bündeln, zum anderen spielen die Kosten eine Rolle. Dauertests für Waschmaschinen zum Beispiel könnten wegen der hohen Energie- und Wasserpreise in Deutschland nicht durchgeführt werden. Oder ein Test mit Haarfärbemitteln, der würde in Deutschland auch nicht funktionieren. Warum? Weil es hierzulande kaum Frauen mit "Natur"-Haarfarbe gibt. Also weichen die Tester nach Russland aus. Allerdings gibt es auch dort immer mehr Frauen mit getönten oder gefärbten Haaren...

Gründung

Die Stiftung Warentest wurde 1964 auf Beschluss des Deutschen Bundestages gegründet. Stifterin und Satzungsgeberin ist die Bundesrepublik Deutschland. Aufgabe der Stiftung Warentest ist die unabhängige und objektive Unterstützung der Verbraucher durch vergleichende Tests von Waren und Dienstleistungen.

Hefte

Seit 1966 werden die Testergebnisse im "test"-Heft veröffentlicht, "Finanztest" gibt es seit 1991.

Finanzierung

Etwa 89 Prozent ihres Jahresertrags (2011: 48 Millionen Euro) erwirtschaftet die Stiftung Warentest durch den Verkauf ihrer anzeigenfreien Publikationen: Pro Monat 460 000 Exemplare von "test", 230 000 Ausgaben von "Finanztest" und jährlich 600 000 Sonderhefte, Jahrbücher und Bücher. Die restlichen elf Prozent kommen als Zuschüsse von Bundesministerien.