Wenn Anfang Mai die ersten wärmenden Sonnenstrahlen wieder die Wanderer in die Natur locken, dann beginnt die Saison für eine weitere Volkssportart der Franken: Man geht "auf den Keller".

"Auf den Keller"? Ja, Sie haben richtig gelesen, nicht "in den Keller". Damals, als es noch keine Kühlschränke gab, musste das Bier - vor allem in den Sommermonaten - zur besseren Haltbarkeit irgendwie kühl gelagert werden. Dazu boten sich logischerweise Keller an. Da die Keller unter den Brauereien in der Stadt nur eine bregrenzte Lagerkapazität boten, wich man in die Außenbezirke aus. Dort wurden Stollen in die Hügel getrieben mit den Eingang auf die nördliche, sonnenabgewandte Seite. Häufig wurden zur weiteren Kühlung noch Bäume über den Kellern gepflanzt.

Der Transport der Fässer zu den Kellern mit Pferd und Wagen war damals eine ziemliche Schinderei. Was lag also näher, als das eingelagerte Bier direkt "ab Keller" auszuschenken. Dies war dann auch die Geburtsstunde der heutigen Bierkeller.