Aber die Branche stellt sich auch selbst in Frage und diskutiert neue Zugänge zur Zielgruppe. Dabei steht vor allem eine Prognose für die Musikbranche bis 2016 sowie die geplante Gema-Reform im Fokus.

Der musikalische Teil der Berlin Music Week 2012

Während sich unter der Woche die Musik-Manager und andere Akteure in Berlin zum Diskutieren treffen, wird am kommenden Wochenende beim dazugehörigen Berlin Festival 2012 aufgespielt. Auf dem Flughafen Tempelhof kann man deutsche Bands wie Tocotronic und Kraftklub hören, aber auch Paul Kalbrenner und den absoluten Aufsteiger Cro. International bekommt Berlin auch Besuch von Franz Ferdinand, Crookers, Bonaparte, Kate Nash und den Isländern von Of Monsters and Men. Abends geht es dann direkt vom Tempelhofer Feld zum Weiterfeiern in den Club XBerg. Dort heizen dann unter anderem Etnik, Soundsystem und When Saints Go Machine ein. Der Vorverkauf der Tickets für Berlins kultiges Musikfestival endet erst am Freitag. Das Tagesticket schlägt mit 53,90 Euro zu Buche. Ein Festivalticket für beide Tage kostet 81,40 Euro, kombinieren kann man das Festivalticket mit dem Besuch des Club Xberg. Dieses Kombiticket erhält man für 97,90 Euro im Vorverkauf. Für die vielen Festival-Besucher wird es bei dem richtigen Wetter sicher ein gelungenes Musikfestival. Hinter der Bühne wir jedoch weiter hitzig über die Zukunft der Musikbranche diskutiert.

Die Gema-Tarifreform und die schlechte Nutzung der neuen Medien

Laut einer Prognose der GfK, einer der größten Marktforschungsunternehmen weltweit wird für 2012 ein Minus in der Musikbranche erwartet. Für 2013 erwartet man jedoch bis zum Jahr 2016 wieder mit leicht steigenden Erlösen. Dabei soll überraschenderweise auch 2016 noch die CD die Hauptrolle spielen. Aber auch die Einbindung von neuen Möglichkeiten für das Konsumieren von Musik muss weiterhin verstärkt genutzt werden. Anbieter von technischen Geräten wie conrad.de setzen auch weiterhin auf die fast schon traditionelle Hörweise durch MP3-Player und Co. Unter dem Stichwort „Digitale Geschäftsmodelle mit Musik“ oder „Kapitalismus, Kreativität und die Krise der Musikindustrie“ wird in diesen Tagen diskutiert, wie man die Prognose zu deuten hat und wo die Zukunftsmusik spielen wird. Ein weiterer Hauptkriegsort dieser Tage ist der zähe Verhandlungsstreit mit der Gema. Die Gema-Tarifreform fordert höhere Gebühren von Clubbetreibern für das Nutzen der Musiktitel. Viele Clubbetreiber, vor allem in Berlin, fühlen sich in ihrer Existenz bedroht, denn die höheren Gebühren, die sie an die Gema zukünftig abgeben sollen, müssten sie wahrscheinliche auf die Eintrittspreise schlagen. Ob das der Musikbranche hilft, sei einmal dahin gestellt.