Wer Gerdi Zasworka erwischen will, muss raus. Raus auf die Laufstrecke, raus auf die Radstrecke oder raus ins Wasser. Irgendeine Disziplin trainiert sie immer, am Wochenende auch gerne mal zwei. Vorausgesetzt, sie ist nicht gerade auf einem Wettkampf. Dieses Wort nimmt die 50-jährige Bambergerin allerdings nicht in den Mund. Sie fährt zum Triathlon, nicht zum Wettkampf.

2010 nahm sie an ihrem ersten teil, ihr Ding ist die "Kurz-Distanz", auch "Kurz-Triathlon" oder "Triathlon olympisch" genannt. Für Gerdi Zasworka ist es vor allem eines: Eine schöne Sache, die ihr Spaß macht.

1,5 Kilometer schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10,0 Kilometer Laufen. "Die Kurz-Distanz ist das Klassische, die kriegen die meisten auf die Reihe", sagt sie. Was aber nicht bedeutet, dass sie nicht auch mal zur Mitteldistanz antritt. 1,9 Kilometer schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 21, 1 Kilometer laufen. Aber: Es bleibt die Ausnahme.

Eine Ausnahme ist es auch, wenn die Bambergerin etwas Zeit zum Wandern findet. "Wir haben das früher oft gemacht", erinnert sie sich. Aber bei sechs Trainingseinheiten pro Woche bleibt kaum Raum für andere Hobbies. Beim Lauftraining verbindet sie gerne die Hain-Runde mit der Tag- und Nachtlauf-Strecke (siehe Fotos). Zehn Kilometer dürfen es schon sein. Am ersten Tag der Woche ist sie immer mit ihrer Laufgruppe "Magischer Montag" unterwegs.

Bleibt bei so viel Zeit nicht auch die Familie auf der Strecke? Nein. Denn Mann und Sohn sind ebenfalls Triathleten, nur die Tochter hat sich vom Sport-Fieber der Eltern nicht anstecken lassen.
Denen hat das Wandern so sehr gefehlt, dass sie mittlerweile an Bergläufen teilnehmen. "Die Landschaft ist einfach herrlich", sagt Gerdi Zasworka. Das Ehepaar ist gerne um und in den Alpen unterwegs, verbindet die Bergmarathons mit einem Urlaub. "Die Regeneration nach dem Sport ist wichtig.". Genauso wichtig ist es, den eigenen Körper richtig einzuschätzen. "Natürlich schielt man auch auf die Zeit. Aber ich gehe bis zu einem gewissen Punkt und nicht weiter."

Dann sagt sie ernst: "Ich will nicht halbtot im Ziel ankommen", und erzählt von Läufern, die direkt hinter der Ziellinie den Sanitätern in die Arme fallen. Oder von Menschen, die auf der Strecke gestorben sind, wie erst kürzlich ein Mann beim Bamberger Weltkulturerbelauf. "Das war schlimm", sagt sie leise.

Sportlicher Erfolg nicht im Vordergrund

Sie kennt ihre Grenzen, der Spaß und nicht der Erfolg steht im Vordergrund. "Ich will mir an jeder Verpflegungsstation was mitnehmen und am Ende mit einem Lächeln im Ziel ankommen. Deswegen werde ich wohl nie richtig gut sein." Aber natürlich freut sie sich, wenn sie mal ein paar Minuten schneller ist. Ihre Bestzeit in einem Marathon waren 4 Stunden 7 Minuten. "Von Bestzeiten zu sprechen ist aber schwierig. Es kommt sehr auf die Strecke an, in den Bergen dauert es natürlich länger."

Oder es geht schneller als erwartet: "Beim Rothsee-Triathlon hatte es einmal Hochwasser, da hat's uns alle gleichzeitig angeschwemmt", sagt sie und grinst. Angeschwemmt werden auch jedes Jahr die neuen Triathlon- und Marathontermine. Eigentlich wollte sie etwas kürzer treten. "Aber dann schaut man sich an, welche einen im nächsten Jahr reizen würden. Und dann ist der Kalender schon wieder voll."

Trainings-Strecke: Zwei kleine werden zu einer großen

Die klassische Hain-Runde


Strecke Die 4,8 Kilometer lange Strecke führt vom Parkplatz am Ende der Hainstraße zur Buger Spitze, am rechten Regnitzarm nach Nordern, im Theresienhain zum Bad, vor der Brücke mit dem Holzgeländer rechts und dem Hollergraben folgend zurück.

Schwierigkeit Die Runde durch den Hain ist der ideale Einstieg in eine Läuferkarriere: flach, kurz und mit weichem Untergrund. Besser Trainierte laufen die Schleife einfach mehrfach.

Beschreibung Vom Ende der Hainstraße geht es am linken Regnitzarm entlang zur Buger Spitze (Tretbootverleih) und am rechten Regnitzarm bis zur Höhe Münchner Ring. Kurz vor dem Ring links und der Schnellstraße folgend bis zur Unterführung zurück zum Parkplatz. Die 4,8 Kilometer macht voll, wer eine zweite Schleife anhängt: vom Parkplatz weiter zum Bootshaus läuft. Am Hainbad vorbei geht es wenige Meter Richtung Mühlwörth, dann die Wende vor der nächsten Brücke mit Holzgeländer: davor rechts und parallel zum Hollergraben zurück zum Hainparkplatz.

Die Tag- und Nachtlauf-Runde

Strecke Start der Fünf-Kilometer-Runde ist an der Parkpalette am Heinrichsdamm. Am Kanalweg geht es nach Norden bis zur Löwenbrücke, am anderen Ufer bis zum Luitpoldpark und über die Heinrichsbrücke zurück.

Schwierigkeit Die Runde ist flach, asphaltiert und hat einen Höhenunterschied von zehn Meter. Sie ist für Sportler in jeder Trainingsform zu bewältigen. Die schnelle Runde ist bei Ausdauersportlern aller Art als "Rennstrecke" beliebt.

Beschreibung Beliebt waren die flachen Uferwege am Kanal bei Läufern schon immer. Doch seit die Strecke dank des Vereins Weltkulturerbelauf offizielle Weihen als Bambergs erste Nachtlaufstrecke erhielt, ist die Promenade noch belebter geworden.

Verbindung beider Laufstrecken Wer anstatt fünf lieber zehn Kilometer laufen möchte, verbindet die Hain-Runde mit der Tag- und Nachtlauf-Runde. Das ist möglich mit Hilfe der Unterführung unter der Heinrichsbrücke am Münchner Ring.