Etwas exotisch wirkte es schon, als die ersten Mütter vor etwa 25 Jahren ihre Babys in Tragetaschen nah am Körper trugen. Bei manchen rief es einst ein unsicheres Kopfschütteln hervor. Heute sind auf diese Weise sogar die Babys sportlich aktiv.

Nordic Walking mit Baby heißt ein Kurs, der beim FC Stöckach schon zum festen Programm gehört und mehrmals im Jahr stattfindet. Brigitte Rupprecht, Leiterin der Turnabteilung und Übungsleiterin für das Nordic Walking, ist ohnehin eine Verfechterin dieser Sportart. " Man tut etwas für den ganzen Körper, doch vor allem für den Rücken, wenn man die Technik richtig beherrscht", schwärmt sie.

Ihr Augenmerk liegt dabei auf den Armbewegungen. Der Stock muss von hinten richtig reingedrückt werden, damit sich Spannung aufbaut und die Rückenmuskulatur gekräftigt wird. Menschen mit Hohlkreuz können ein Lied von Rückenschmerzen singen und oft bringt auch eine Schwangerschaft Rückenprobleme. Die meisten Muskeln, die bei der Geburt beansprucht werden, sind im Beckenboden.

Gelenke werden geschont

Nordic Walking ist im übertragenen Sinne nichts anderes als die Fortführung der Rückbildungsgymnastik, ist Brigitte Rupprecht überzeugt. "Zugleich werden durch die Stöcke die Gelenke geschont", erklärt sie. Durchs Fernsehen erfuhr sie vom Nordic Walking mit Babys. Ein solcher Kurs, pünktlich zum zehnten Nordic-Walking-Jubiläum beim Stöckacher Sportverein, schwebte ihr dann vor, mit tatkräftiger Unterstützung von Helga Kraus. Sie wird den Baby-Walking-Kurs leiten, der ab Freitag um neun Uhr vormittags beginnt. Bislang fand er abends statt, denn viele Mütter sind bereits wieder berufstätig.

Mit dem Baby-Walking schlagen die Frauen nun zwei Fliegen mit einer Klappe: Für den eigenen Körper etwas tun, vor allem nach der Geburt, und das Baby eng bei sich haben. "So kann ich das sportliche Erlebnis mit meinem Kind teilen", freut sich die junge Mutter Kathrin Winter. Das Baby sollte aber mindestens vier Monate alt sein.

Gerade, wenn es das erste Kind ist, möchte man jede Minute mit ihm verbringen. "Ich brauche keinen Babysitter", stimmen deshalb Birgit Friebe und Juliane Hempfling zu. Dennoch wurde nicht einfach das Kind um den Bauch oder auf den Rücken geschnallt und losmarschiert. Zur Kurseinführung war Hebamme Carmen Zirzow dabei, um den Müttern zu zeigen, wie der Sitzsack, Manduca genannt, richtig angebracht wird. "Er muss eng angelegt sein und gut sitzen." Den Babys ein Mützchen aufsetzen und bequeme Kleidung anziehen war ein weiterer Rat der Hebamme.

Auf diese Weise betätigen sich die Frauen sportlich, sind mit den Kleinen an der frischen Luft, was die Gesundheit fördert, und können mit dem Kind dem Alltag entfliehen. Die schönen unterschiedlichen Wanderstrecken nutzen sie außerdem als Treff zu einem Plausch mit Erfahrungsaustausch.