Jeder, der sich auf macht, um von der Wallburg in Eltmann aus einen Dauerlauf zu starten, sollte gewarnt sein. Es könnte nämlich passieren, dass sich der geneigte Läufer ablenken lässt und auf einer der vielen Sitzgelegenheit rund um den steinernen Turm Platz nimmt und sich ganz der Muse hingibt. Dort oben lässt es sich nämlich hervorragend entspannen, mit Blick ins Maintal zur einen Seite, und der weiten Sicht auf Wald und Flur zur anderen. Und dann noch dieser romantische Hain, der die Wallburg umgibt... Ach ja, worum ging es hier noch mal? Ums Laufen, richtig!

Die Laufgruppe des Fränkischen Tages hat genügend Disziplin, um der Versuchung zu widerstehen: Zu neunt sind sie am vereinbarten Treffpunkt erschienen, zu neunt sind sie auch losgelaufen. Die kleine Brotzeit in geselliger Runde ist für hinterher geplant. Einen kleinen Vorgeschmack darauf, dass sich die geplante Runde von rund acht Kilometern wirklich lohnt, gibt Rainer Hofmann: "Ich habe die Strecke diese Woche schon einmal ausprobiert. Tolle Landschaft, gepflegte Waldwege, super zu laufen." Der 48-Jährige ist voller Vorfreude. Auch Alfred und Elke Beierlieb, Wolfgang und Britt Reich, Rainer und Sindia Kirchner, Mario Sterzl und Heike Hofmann machen sich bereit. Die Gruppe "Never run alone" ist startklar.

Panoramablick ins Maintal

Die ersten Kilometer geht es über Feldwege durch die Flur, vorbei an Wiesen und schöner Landschaft. Der Panoramablick zur linken gibt die Sicht frei ins Maintal. Über die Feldwege bewegt sich die Gruppe auf den Wald zu. "Etwa 60 Prozent der Strecke führt durch den Wald", erklärt Rainer Hofmann. An diesem Donnerstagabend im Frühling scheint die Sonne, schon den ganzen Tag war es sommerlich warm, jetzt sind es immer noch 24 Grad. Die offene Strecke ist somit anstrengender, die Läufer geraten schneller ins Schwitzen. Da die Sonne aber bereits tief steht, ist das kein größeres Problem: Zur Mittagszeit ist dieser Dauerlauf sicherlich nicht zu empfehlen. Die Gruppe hat ein flottes Tempo, die Läufer wirken aber entspannt.

Heike Hofmann hat sich dazu entschieden, die kleinere Runde zu laufen, sie ist erst seit drei Wochen wieder im Training und möchte ihre Ausdauer langsam aufbauen. Sie trennt sich von der Gruppe ("Heike runs alone") und bestimmt ihr eigenes Tempo. Die 44-Jährige nimmt am Feldweg eine andere Abzweigung. Die vorangegangenen Trainingseinheiten haben sich bei ihr durchaus bemerkbar gemacht: Sie spürt, dass sie wieder Kondition aufgebaut hat, kann die etwas mehr als vier Kilometer, die sie sich vorgenommen hat, schneller bewältigen als zuvor: Nach 36 Minuten ist sie am Ziel, die vergangene Woche hatte sie unter ähnlichen Bedingungen länger gebraucht. Das Training zahlt sich aus. Ein schönes, motivierendes Gefühl, findet die Neubrunnerin.

Die anderen Läufer sind derweil in den Wald hineingejoggt. Dort können sich die Sportler entscheiden: Sollen es sechs oder acht Kilometer werden? An einer Weggabelung geht es noch einmal auf einer zwei Kilometer langen Schleife weiter. Die Gruppe lässt sich nicht lumpen und macht die Extratour.

Bei ihrer Rückkehr zur Wallburg fehlt allerdings einer. Wo ist Mario? "Ich dachte, er ist schon da", sagt Rainer Hofmann. Mario hatte in der Schleife das Tempo angezogen, um seine Trainingsziele zu erreichen. Doch dabei ging er irgendwie verloren. Mit ein paar hundert Meter mehr auf den Sohlen trudelt aber auch der 45-jährige Baunacher schließlich wieder an der Wallburg ein, wahrscheinlich kam ihm die geplante Brotzeit in den Sinn: Im Hain unter dem Wallburg-Turm lässt es sich die Laufgruppe nun gut gehen, genießt Ruhe, Aussicht und die wohlverdiente Entspannung.

Die Strecke

Start Die Strecke befindet sich bei Eltmann an der Wallburg. Nach dem städtischen Freibad in Richtung Ortsausgang gen Oberaurach geht es links weg in die Wallburgstraße. Der Weg führt dann bis zum steinernen Turm, von wo aus es los geht. Dort gibt es einige Parkplätze.

Schwierigkeit Etwa 150 Höhenmeter gilt es auf der acht Kilometer langen Strecke zu überwinden. Einige Steigungen fordern den Läufer durchaus, aber auch die acht Kilometer sind für einen halbwegs geübten Läufer gut zu absolvieren. Zudem lässt sich die Schwierigkeit einer Strecke einfach übers Tempo regulieren: Langsamer laufen ist keine Schande.

Länge Die von den meisten Läufern der Gruppe "Never run alone" absolvierte Strecke hat eine Länge von rund acht Kilometern. Es gibt aber die Möglichkeit, kürzere runden zu laufen: sechs und vier Kilometer stehen ebenso zur Auswahl. Somit ist für jeden Läufertyp das Passende dabei.

Besonderheiten Ausgangspunkt der Strecke ist die Wallburg-Ruine. Ein idyllischer Hain dort lädt zum Verweilen ein, es gibt Möglichkeiten zum Picknick und etliche Sitzgelegenheiten. Die Aussicht auf de Plateau ist überwältigend.