Zapfendorf
Wandern

Gute Aussichten auf dem Wanderweg "rote 1"

Der Zapfendorfer Rennsteigverein betreut 274 Kilometer Wanderwege. Der Rundwanderweg rote 1 ist für Peter Tremel der attraktivste.
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Seinen Lieblingsplatz unter der Linde bei Windischletten findet er auch ohne GPS. Aber: "Das GPS-Gerät ist mein ständiger Begleiter", sagt der Landeswegewart des Bayerischen Wanderverbandes.
Seinen Lieblingsplatz unter der Linde bei Windischletten findet er auch ohne GPS. Aber: "Das GPS-Gerät ist mein ständiger Begleiter", sagt der Landeswegewart des Bayerischen Wanderverbandes.
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Die Marktgemeinde Zapfendorf gehört ja nicht mehr ganz zum Gottesgarten am Obermain. Aber soll keiner sagen, dass man hier nicht genau so schöne Wanderungen machen kann. Peter Tremel empfiehlt da zum Beispiel "die rote 1" - benannt nach der Wegemarkierung. Und Tremel muss es schließlich wissen. Der Zapfendorfer ist nicht nur Mitglied der rührigen Ortsgruppe des Rennsteigvereins. Er ist auch Landeswegewart des Bayerischen Wanderverbandes. Ein Wander-Profi sozusagen. Obwohl, Profi hört er nicht so gerne, denn ihm liegt vor allem das Ehrenamt am Herzen. "Ohne Ehrenamt würde es keinen Wandertourismus geben", sagt er.
Doch zurück zur roten 1. Die führt auf 23 Kilometern rund um Zapfendorf und berührt dabei mit Ausnahme von Reuthlos alle Ortsteile der Marktgemeinde: Zapfendorf, Unterleiterbach, Oberleiterbach, Kirchschletten, Oberoberndorf, Roth, Sassendorf und Lauf.

Blick zu Giechburg und Gügel
Peter Tremel schätzt vor allem die wunderbaren Aussichten ins obere Maintal, die der Wanderweg bietet: auf den Staffelberg und seinen weniger bekannten südlichen Nachbarn, den Veitsberg. Doch der Blick richtet sich nicht nur auf den Gottesgarten, er wandert auch hinüber zum fränkischen Jura mit der Giechburg und dem Gügel. Der Blick darf immer wieder in die Ferne schweifen. Der Mensch selbst muss es nicht. Direkt am Wege liegen geschichtsträchtige Orte. Er führt aber auch durch Waldlandschaften zu den Altstraßen aus der Zeit Karls des Großen, weiß Tremel. "Überall kann man wunderschöne Aussichten genießen. Die prächtige Linde bei Windischletten, mein Lieblingsplatz, lädt zum Verweilen und zum Träumen ein." Doch bevor man diesen Ort genießen kann, ist erst einmal Beinarbeit, sprich Wandern angesagt. Insgesamt sechs Stunden setzt Tremel an - für 23 Kilometer. Das ist schon ein zügiges Tempo. Aber es lohnt sich "Es ist unser schönster Weg", sagt er. "Eine Wanderung auf der roten 1 ist ein besonderes Erlebnis. Kultur, Historisches und wunderschöne Aussichten."
Start in Zapfendorf an der Wandertafel in Richtung Unterleiterbach, auf der Höhe des Verbindungsweges nach Unterleiterbach erkennt man den sich durch sein Tal schlängelnden Main und hat eine wunderschöne Aussicht auf den Abtenberg. In der Ferne ist Kloster Banz zu sehen. In Unterleiterbach mit dem Rokoko-Schlösschen nach Plänen von Justus Heinrich Dientzenhofer (fertiggestellt 1739), der gotischen Kirche St. Maria Magdalena (1439) und Wehrmauerresten empfiehlt sich ein Abstecher zur Valentinskapelle am Ortsrand, die von 1738 bis 1740 nach Plänen von Johann Jakob Michael Küchel erbaut wurde.
Weiter geht's über die Autobahn nach Oberleiterbach und zum Grab des von Scheffel besungenen Staffelberg-Eremiten Ivo Hennemann. Man durchwandert das ehemalige Golddorf (1977 Bundessieger im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden") und macht sich auf den Weg durch den Wald nach Kirchschletten. Ein Besuch der Abtei Maria Frieden mit seiner Kerzenwerkstatt gehört zu der Wanderung. Man kann hier in der Pilgerherberge übernachten und sich seinem Seelenheil widmen, erklärt Tremel. "Die Benediktinerinnen sind sehr gastfreundlich."

Am 50. Breitengrad
Die nächste Etappe führt nach Oberoberndorf und zu Tremels - schon erwähntem - Lieblingsplatz. Bei einer Rast auf der Sitzgruppe an der Linde bei Windischletten bietet sich eine herrliche Aussicht auf Giechburg und Gügel. Aus der Ferne grüßt das Sassendorfer Windrad. Ein neu angelegtes Teilstück des Weges führt zum 50. Breitengrad in der Nähe der Ortschaft Roth. Der 50. Grad nördlicher Breite ist an der Staatsstraße nach Scheßlitz mit Pflastersteinen markiert und auf einer Metalltafel beschrieben. "Bei Wandergruppen des Rennsteigvereins ist hier die Breitengradtaufe mit Hochprozentigem angesagt", berichtet Tremel.
Weiter geht es nach Sassendorf. Das dortige Gasthaus, ein schöner Fachwerkbau mit urigem Innenleben, lädt zur Einkehr. In der warmen Jahreszeit kann man im Bierhof verweilen. An der nächsten "Meldelinde" vorbei führt der Weg bergab in den Ortsteil Lauf mit seiner den Heiligen Drei Königen geweihten Kirche. Am Sportgelände des FC Lauf vorbei kommt man zum Zapfendorfer Warmwasser-Freibad. Für viele ein willkommener Abschluss der Wanderung. Hier sind es nur noch wenige Minuten zur Wandertafel in der Bahnhofstraße.
Und das Fazit von Peter Tremel? "Ein Wanderweg, den man sehr gerne in Gemeinschaft oder auch alleine geht. Der Rundweg rote 1 mit seinen geschichtsträchtigen Orten ist für den Wanderführer ideal: es gibt viel zu erzählen."

Streckendetails



Entfernung und Dauer Der Rundweg ist 23 Kilometer lang. Er führt über Zapfendorf, Unterleiterbach, Oberleiterbach, Kirchschletten, Oberoberndorf, Roth, Sassendorf und Lauf zurück nach Zapfendorf. Der Rennsteigverein gibt die Gehzeit mit sechs Stunden an.

Kartenmaterial Fritsch Wanderkarte 1:50 000 Oberes Maintal , Coburger Land. Nummer 50

Parkplatz Ausgangspunkt ist die Wandertafel in der Bahnhofstraße gegenüber der Kirche. Anreise mit der Bahn ist möglich. Am Bahnhof gibt es aber auch Parkplätze.

Weitere Informationen Der Rundweg "rote 1" wird vom Rennsteigverein Ortsgruppe Zapfendorf betreut. Dort sind über die Postanschrift Gartenstraße 13, 96199 Zapfendorf weitere Informationen erhältlich. Ebenso im Rathaus der Marktgemeinde Zapfendorf (Herrngasse 1, 96199 Zapfendorf, Telefon 09547/879-0, Fax 09547/ 879-99, E-Mail poststelle@zapfendorf.de.