Hammelburg
Wanderstrecke 2

Geheimnisvolles im Saaletal entdecken

Gästeführerin Christiane Schmid stellt ihre Lieblingstour im Saaletal vor, durch die Weinberge und auf geschichtsträchtigen Boden am Hammelberg. Die Route verspricht einen tollen Blick auf die Weiten des Saaletal.
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Gäste und Weinführerin Christiane Schmid (rechts) erläutert Besuchern wesentliche Fragen des Weinbaus. Ihr Lieblingswanderweg ist der Weg zu den geheimnisvollen Figuren am Hammelberg.  Foto: Karl Josef Hildenbrand; LWG / Tourismus GmbH Bayerische Rhön.
Gäste und Weinführerin Christiane Schmid (rechts) erläutert Besuchern wesentliche Fragen des Weinbaus. Ihr Lieblingswanderweg ist der Weg zu den geheimnisvollen Figuren am Hammelberg. Foto: Karl Josef Hildenbrand; LWG / Tourismus GmbH Bayerische Rhön.
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Christiane Schmid ist ein Hammelburger "Urgewächs". Die 53-Jährige stammt aus einem eingesessenen landwirtschaftlichen- und Winzerbetrieb und ist fest verwurzelt mit ihrer Heimat. Dort kennt die Wein- und Gästeführerin jede Ecke, mit der Geschichte der Stadt ist sie bestens vertraut.

Richtig ins Schwärmen aber gerät sie, wenn sie von ihrem Lieblingsweg erzählt: Der Weg zu den geheimnisvollen Figuren am Hammelberg fasziniert sie auf vielfache Weise, führt er doch durch Weinberge, vorbei am Leistenkreuz ("ein wirklich magischer Punkt") entlang sagenumwobener Wege bis hin zu den Figuren, von denen bis heute niemand weiß, wer sie errichtet hat. Nicht nur wegen seines wunderbaren Blicks ins Saaletal, auf Hammelburg und Schloss Saaleck lockt die Wanderung Jahr für Jahr tausende Touristen.

In der Osterzeit im Jahre 2000 haben Wanderer auf der so genannten Kanzel - einem in den Steilhang des Hammelberges hinausragenden Felsen - eine Frauenfigur entdeckt. Die Figur stellt eine junge Frau dar, die ein Buch in der Hand hält und in das Saaletal hinunter schaut. Die Hammelburger haben schnell einen Namen für sie gefunden: Amalberga (Name einer frühmittelalterlichen Thüringer Herrscherin).

"Der Sage nach", sagt Schmid, "errichtete die schöne Thüringer Herzogin Amalberga auf dem Hammelberg ein Kastell. Um an den Franken Rache für die Unterdrückung ihres Heimatlandes zu nehmen, lockte sie fränkische Edelmänner mit Hilfe ihrer Freundinnen in die Burg und stürzte sie vom Felsen in die Tiefe." - Ein Jahr später (2001) wurde die zweite Figur entdeckt, ein älterer Herr, der auf einem Steinthron sitzt und ebenfalls ins Saaletal blickt. Die Figur ist vom Weg aus nicht sichtbar. "Der wuchtige und schwere Thron muss an Ort und Stelle gemauert worden sein", ist Schmid überzeugt. Erst nachträglich legte die Stadt Hammelburg ein Pfad in den Steilhang an.

Wieder ein Jahr später (2002) wurde ein junges Mädchen, in einer tanzenden Drehung dargestellt, entdeckt. Und 2003 kam ein kleiner Junge dazu, den das Mädchen nun an der Hand hält.
Außergewöhnlich und wirklich geheimnisvoll ist für die Hammelburgerin, dass nie bekannt wurde, wer die Figuren aufgestellt hat. Der Erbauer benötigte Helfer, eine Person alleine hätte die Figuren nicht errichten und an Ort und Stelle aufstellen können.

Besonders schön ist, dass der Weg zu den Figuren durch die Hammelburger Weinberge führt. Wanderer können den Winzern bei der Arbeit im steilen Berg zuschauen. Während des gesamten Weges hat man einen wunderbaren Blick ins Saaletal, auf Hammelburg und Schloss Saaleck.

Ein wirklich magischer Punkt ist beim Leistenkreuz. An einer exponierten Stelle oberhalb der Weinberge, steht ein Bildstock, der an einen Unfall vor vielen Jahrhunderten erinnert: Ein adeliger Herr war mit der Kutsche und seinen beiden Kindern auf dem so genannten Burgweg oben an der Abbruchkante des Hammelberges unterwegs. Vor den Augen des entsetzten Vaters stürzte die Kutsche mit den Kindern den steilen Berg hinab. Wie durch ein Wunder haben die Kinder den Sturz unverletzt überlebt. Der dankbare Vater ließ den Bildstock errichten und das Geschehen an der Rückseite einmeißeln. So weit die Sage.

Der Name Hammelburg ist abgeleitet vom althochdeutschen Wort "hamala". Schroffheit, Steilheit und diese Geländeformen sehen wir am Hammelberg. Und dann kann der Wanderer auch noch seltene Pflanzen und Tiere, wie die Blau- und Rot-flügelige Ödlandschrecke an den Weinbergsmauern (Rote Liste) und im lichten Kiefernwald viele geschützte Pflanzen (Küchenschelle, Orchideen) entdecken.


Streckendetails

Entfernung und Dauer: Der Rundweg zu den geheimnisvollen Figuren ist ca. sieben Kilometer lang und mittelschwer. Die Gehzeit wird mit zwei Stunden angegeben.

Parkplatz: Ausgangspunkt des Weges ist am Parkplatz oberhalb des Krankenhauses Hammelburg am Ofenthaler Weg.

Weitere Informationen: Der Weg bietet eine beeindruckende Aussicht über die Weinberge auf Hammelburg und in das Saaletal. Am Berg befindet sich ein Startplatz für Drachen- und Gleitschirmflieger. Touristische Informationen zu diesem und anderen Wanderwegen unter www.hammelburg.de