Alleine würde sie sich meistens eher nicht aufraffen, glaubt sie. Und durchhalten vermutlich auch nicht. Um so positiver fällt das Fazit von Silke Zeis nach Abschluss der Laufstrecken-Tests aus. "Das war eine super Aktion. In der Gruppe wird man von den anderen mitgezogen und strengt sich natürlich auch an, damit die Schnelleren nicht zu lange warten müssen."
Die 44-jährige Gehülzerin gehörte zu den eifrigsten in der Gruppe. Nur einmal ließ ihr Schichtdienst - sie ist Krankenschwester an der Frankenwaldklinik - die Teilnahme am allwöchentlichen Lauftreff nicht zu. Ansonsten war sie stets dabei und das auch jeweils sehr motiviert, so wie beim Abschlusslauf im Haßlachtal. "Die Aufstiege schaffen mich zwar immer, aber dass ich einmal acht oder neun Kilometer joggen könnte, hätte ich mir bis vor kurzem niemals vorstellen können."

Keine Kondition

Bis vor zwei Jahren hat Silke Zeis so gut wie keinen Sport betrieben. "Auch in der Schule hat mir der Sportunterricht keinen großen Spaß gemacht", erinnert sie sich. Was das Gewicht betrifft, hatte sie zwar nie Probleme, denn im Beruf ist sie sehr viel auf den Füßen. "Aber mit der Kondition hat es doch sehr gehapert. Ich konnte höchstens einige hundert Meter am Stück joggen, dann musste ich wieder gehen."
Vor zwei Jahren hat sie dann an einem Nordic-Walking-Kurs beim TVE Gehülz teilgenommen und sich im vergangenen Jahr auf Bestreben ihrer Tochter Michelle zur LAUF10!-Aktion des Bayerischen Fernsehens angemeldet. Die Tochter sprang dann wieder ab, doch Silke Zeis hatte längst Spaß an der Sache gefunden und zog die Aktion bis zum Ende durch. Daher erklärte sie sich auch ohne zu zögern dazu bereit, mit der Laufgruppe die FT-Aktivwochen zu begleiten. Und sie konnte auch ihren Partner Ralf dazu begeistern, selbst einige Strecken mitzulaufen.
Mittlerweile ist sie ein gutes Beispiel dafür, dass es nie zu spät ist, mit dem Sport zu beginnen. Die Fortschritte, die sie seit dem vergangenen Jahr gemacht hat, sind nämlich enorm. "Da liegen Welten dazwischen", sagt sie, wenn sie ihre konditionelle Verfassung von Anfang 2012 und heute vergleicht.
Dass die Laufgruppe des TVE Gehülz "Verstärkung" aus Oberrodach erhalten hat, kam ihr sehr gelegen. "Es war schön, dass ich nicht die einzige Frau war. Mit Karin Zohner konnte ich mich zwar bei weitem nicht messen, aber Barbara Schmierer war so in etwa mein Level." Mit ihr zusammen nahm sie auch den letzten Anstieg von der Haßlachgasse in Richtung "Gipfel bei Bernsroth" in Angriff, genoss kurz die tolle Aussicht ins Haßlachtal und fühlte sich etwas später noch in so guter Verfassung, dass sie bewusst darauf verzichtete, die Strecke etwas abzukürzen. Nach etwa einer Stunde erreichte sie zusammen mit der Gruppe das Ziel - das war für die knapp neun Kilometer lange Runde sehr beachtlich.
Dass die Gruppe gemischt war, was das Leistungsvermögen betrifft, hatte in ihren Augen mehr Vorteile als Nachteile. "Die Schnelleren haben immer auf die etwas Langsameren Rücksicht genommen, und für uns war es auch eine Motivation, die Abstände nicht zu groß werden zu lassen."

Brotzeit zum Abschluss

Mit einer gemeinsamen Brotzeit am TVE-Vereinsheim klang der Laufstrecken-Test aus. Die Aktion führte die Teilnehmer unter anderem nach Marktrodach und Lahm, an die Ködeltalsperre und sogar ins Kleinziegenfelder Tal. Vom TVE Gehülz hatte Hubertus Reich die Fäden in der Hand. "Die Begeisterung meiner Lauffreunde über die Aktion und die doch recht hohe Zahl der ständigen Teilnehmer lässt die damit verbundene Arbeit leicht vergessen", lautet sein abschließendes Fazit. Dass die Gehülzer Laufgruppe weiterhin aktiv sein wird, steht für ihn daher außer Frage.