Am Montag, 30. April, beenden alle deutschen Fernsehsender die analoge Satellitenübertragung. Das Erste, ProSieben, RTL, SAT.1, ZDF und alle anderen Sender werden dann via Satellit nur noch digital ausgestrahlt. Das bedeutet für die Zuschauer: Wer über Satellit "glotzt" und noch nicht auf die digitale Technik umgestellt hat, hat ab Montag keinen Fernseh-Empfang mehr.
Allein in Bayern haben im vergangenen Jahr etwa 600 000 Haushalte umgestellt. Das sind jedoch längst nicht alle, sagt Birgit Spanner-Ulmer vom Bayerischen Rundfunk. "Schätzungen zufolge gab es Ende Februar immer noch 300 000 Haushalte, die ihre Fernsehprogramme analog über Satellit empfangen. Darunter sind besonders viele ältere Menschen."
Was müssen also die Zuschauer tun, um nach dem 30. April fernsehen zu können? Was braucht man für die digitale Umrüstung? Ist jeder Haushalt von der Umstellung betroffen? Im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum wird die analoge Übertragung auf dem Satelliten abgeschaltet?
Das digitale Fernsehen bietet mehr Programme und eine bessere Bild- und Tonqualität. Bisher muss dasselbe Programm bis zu dreimal parallel ausgestrahlt werden: analog und digital in Standard- und digital in hochauflösender Qualität. Das kostet unnötig viel Geld, weshalb die Sender beschlossen haben, ihr analoges Satellitensignal bis spätestens zum 30.4.2012 abzuschalten.

Wer ist von der Abschaltung betroffen?
Es sind alle Zuschauer betroffen, die ihr Signal analog über Satellit empfangen. Als Nutzer einer Satellitenempfangsanlage öffnet man einfach bei Das Erste, ProSieben, RTL, SAT.1, ZDF oder den Dritten Programmen der ARD wie dem Bayerischen Rundfunk die Videotextseite 198. Wenn dort ein Hinweis zur Abschaltung des analogen Satellitensignals erscheint, dann empfängt man über den Satellitenempfänger noch analog oder nutzt Kabelfernsehen. Erhält man die Information "Sie empfangen bereits digital", dann besteht kein weiterer Handlungsbedarf.

Sind Kabelnutzer von der Abschaltung betroffen?
Nein, beim Kabel sowie bei der digitalen Antenne (DVB-T) und Internetfernsehen (IPTV) ändert sich nichts. Beim Kabelempfang kann man, muss aber nicht im Zusammenhang mit dem 30. April 2012 auf digitalen Empfang (DVB-C) umstellen.

Was benötigt man, um digitales Satelliten-Fernsehen nutzen zu können?
Benötigt wird ein digitaler Satellitenreceiver, den man zwischen den Fernseher und die Satanschlussdose schalten muss. Außerdem muss die Satellitenschüssel über einen digitaltauglichen Universal-LNB verfügen. LNB (Low Noise Blockconverter - rauscharmer Signalumsetzer) die älter als zehn bis zwölf Jahre sind, müssen meist ausgetauscht werden.

Wer hilft beim Umstieg?
Der Elektrofachmann und Fachgeschäfte. Speziell bei den Arbeiten an der Satelliten-Schüssel ist es angeraten, einen Profi ans Werk zu lassen. Benötigt man keinen neuen LNB, kann die Umrüstung durch den Austausch des Receivers (von analog auf digital tauglich) auch selbst durchgeführt werden.

Ist der Radioempfang auch von der Abschaltung betroffen?
Nein. Der UKW-Empfang, also beispielsweise am Küchen- oder Autoradio, ist nicht von der Abschaltung betroffen. Empfängt man jedoch seine Radioprogramme über einen analogen Satelliten-Receiver (ADR), muss man handeln.

Was benötigt man für den Empfang von HDTV?
Um die hochauflösenden Programme technisch einwandfrei darstellen zu können, benötigt man einen Fernseher, der mit dem Logo "HD ready" oder besser "Full HD" gekennzeichnet ist, sowie einen HDTV-Receiver. Beim Kauf muss man darauf achten, dass Fernseher und Receiver mit einem HDMI-Kabel verbunden werden können. Nur dann wird die bestmögliche Wiedergabequalität erreicht. Mittlerweile gibt es auch eine Reihe an Fernsehgeräten, so genannten IDTV, mit integriertem Empfangsteil. Möchte man verschlüsselte Programme empfangen, sollte man darauf achten, dass das Fernsehgerät mit einer CI und/oder CI+-Schnittstelle versehen ist.

Gibt es Alternativen zum analogen und digitalen Satellitenempfang?
Ja. Man kann Fernseh- und Hörfunkprogramme auch weiterhin über einen Kabel- oder einen IPTV-Anschluss empfangen. Infos über den Zugang und das Programmangebot gibt es beim regionalen Kabel- oder IPTV-Anbieter. Über DVB-T kann man bundesweit einen großen Teil der öffentlich-rechtlichen Programme empfangen, in den Ballungsräumen auch eine Vielzahl von privaten Programmen. Mehr Informationen zum DVB-T-Angebot gibt es im Internet unter www.ueberallfernsehen.de .

Muss man für den digitalen Satellitenempfang etwas bezahlen?
Der digitale Satellitenempfang in Standard-Qualität (SD) ist kostenlos. Nur für freiwillige Zusatzangebote wie einige HD-Programme oder die Nutzung von Pay-TV-Plattformen kann
ein zusätzliches Entgelt anfallen.

Was kostet eine digitale Set-Top-Box?
Einfache Digitalreceiver für den Empfang frei empfangbarer Sender sind bereits ab 40 Euro erhältlich. Wer ein größeres Angebot möchte, z.B. HD, HD+ oder Pay-TV- Programme, muss entsprechend mehr für das Empfangsgerät bezahlen. Auch Receiver mit Zusatzfunktionen, wie z.B. Modelle mit eingebauter Festplatte, kosten mehr.

Kann ich nach der analogen Satellitenabschaltung noch mein altes Röhrenfernsehgerät und meinen
Videorekorder benutzen?
Ja. Allerdings kann es bei der Aufzeichnung mit einem alten Videorekorder zu Qualitätseinbußen kommen.


Schon umgeschaltet?

Umstieg Das einzige, was Zuschauer eventuell brauchen, ist ein neuer Receiver - und der muss digital sein. Ob man den Empfänger benötigt, erfährt man über die Videotextseite 198 der großen Sender. Es gibt auch Fernseher mit bereits integriertem Empfänger (IDTV).

Verträge Für die Umstellung auf digitalen Fernsehempfang ist es nicht erforderlich, einen (neuen) Glasfaser-, Digital- oder sonstigen Vertrag abzuschließen.

Infos zur Umstellung gibt es außer im Fachhandel z. B. beim Bayerischen Rundfunk unter der Servicenummer 01805/300412 oder bei ARD Digital unter 01805/001495 (je 14 Cent aus dem Festnetz).

Klardigital Informationen zur Umstellung gibt es im Internet unter www.klardigital.de . Klardigital 2012 ist eine Initiative der Landesmedienanstalten und wurde zur Begleitung der Umstellung sowie als Informationsstelle gegründet.