Hamburg

Schock-Durchsage am Bahnhof Hamburg: Warnung vor "weiteren muslimischen Taten"

Ein Unbekannter hat am Bahnhof Hamburg-Altona einen Skandal verursacht. Der Täter soll per Megafon mit einer fremdenfeindlichen Durchsage viele Reisende schockiert haben. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, um gegen die rassistische Attacke vorzugehen.
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Am Bahnhof Hamburg-Altona hat eine rassistische Durchsage die Fahrgäste auf dem Bahnsteig schockiert. Symbolfoto: Soeren Stache/dpa
Am Bahnhof Hamburg-Altona hat eine rassistische Durchsage die Fahrgäste auf dem Bahnsteig schockiert. Symbolfoto: Soeren Stache/dpa

Nur einen Tag nach der tödlichen Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof kam es am Bahnhof Hamburg-Altona zu einem Skandal. Ein Unbekannter schockierte mehrere Fahrgäste mit einer rassistischen Durchsage, die er durch ein Megafon verbreitete. Mehrere Fahrgäste hätten den Vorfall am Dienstagmittag über die Notrufsäule des S-Bahnhofs gemeldet, sagte eine Bahnsprecherin am Donnerstag. Eine Augenzeugin sagte dem "Stern"-Online-Portal "Neon", dass sich die offensichtlich per Megafon von einem Mann gemachte Durchsage "an alle deutschen Fahrgäste" gerichtet habe.

Skandal: Mann mahnt zur Vorsicht am Bahnhof vor muslimischen Anschlägen

"Er sagte, man solle sich hinter der Sicherheitslinie aufhalten und am besten sicherheitshalber zur Mitte des Bahnsteigs gehen und Kinder an die Hand nehmen. Und wenn einem die Person, die neben einem steht, nicht geheuer erscheint, solle man weitergehen, damit ein weiterer muslimischer Anschlag vermieden wird", sagte die Frau "Neon".

Die Bundespolizei ermittelt in dem Fall. Ein Sprecher bestätigte, dass eine Zeugin die rassistische Durchsage so geschildert habe. Andere Zeugen hätten sich aber nicht gemeldet. "Bisher gibt es keine weitere Bestätigung für den Vorfall." Zunächst gehe man von Belästigung der Allgemeinheit aus - eine Ordnungswidrigkeit. "Es handelt sich noch nicht um eine Straftat. Wir haben ja noch keinen Wortlaut", sagte er. Auch Videoaufzeichnungen würden ausgewertet.

Sicherheitskräfte suchen nach Täter - und erwischen ihn noch im Bahnhof

Mitarbeiter der DB-Sicherheit hätten den Bahnhof nach der Durchsage überprüft, sagte die Bahnsprecherin. Die Person sei aber nicht mehr angetroffen worden. "Die von Zeugen wiedergegebenen rassistischen Botschaften der Durchsage werden von der DB auf das Schärfste verurteilt."

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