Melbourne
Weltall

Radioblitze aus dem Weltall gesichtet: Was steckt hinter dem mysteriösen Himmelphänomen?

Forscher untersuchen das Himmelphänomen der Radioblitze. Die neuesten Erkenntnisse zu den Blitzen könnte entschlüsseln, was hinter dem Phänomen steckt.
Artikel drucken Artikel einbetten

Rätselhafte Radioblitze am Nachthimmel aufgetaucht: Ein mysteriöses Himmelsphänomen beschäftigt derzeit australische Forscher. Die Wissenschaftler wurden auf die Himmelsphänomene, aufmerksam, da sich die Anzahl aufgezeichneter Radioblitze zuletzt verdoppelte. Das Internationale Zentrum für Radioastronomie-Forschung "ICRAR" bezog dazu im australischen Perth Stellung.

Radioblitze: Was steckt dahinter?

Was die Quelle für die Radioblitze sein könnte, haben die Wissenschaftler bislang nicht herausgefunden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, durch die Messung der Radioblitze, Materie zwischen Galaxien näher zu untersuchen. Das Himmelphänomen der Radioblitze ist erst seit 2007 erforscht. Das Phänomen wird im Englischen als "Fast Radio Bursts (FRB)" bezeichnet.

Bei Ausbrüchen der Blitze wird in extrem kurzer Zeit, extrem viel Energie freigesetzt: Innerhalb einiger tausendstel Sekunden kommen die Blitze, die sich im Wellenlängenbereich befinden, aus allen Himmelsrichtungen und erleuchten den Nachthimmel. Die Wissenschaft ist sich weitergehend einig, dass die Blitze aus der Tiefe des Weltalls stammen - möglicherweise aus einer anderen Galaxie, als der Milchstraße. Die Blitze sind von der Erde aus über eine große Distanz zu sehen. Dies ist ein Indikator dafür, dass sie durch eine extrem energiegeladene Quelle produziert werden. Experten gehen davon aus, dass bei der schlagartigen Entladung eines Blitzes so viel Energie freigesetzt wird, wie unsere Sonne in circa 80 Jahren von sich gibt.

Ryan Shannon (Swinburn-Universität, Melbourne) und Jean-Pierre Macquart (Curtin-Universität, Perth) veröffentlichten zuletzt im britischen Fachblatt "Nature" ihre neuesten Erkenntnisse zu den Himmelsphänomenen. Mit zahlreichen Einzelteleskopen zeichneten die Forscher von Januar 2017 bis Februar 2018 20 kosmische Radioblitze auf.

Die Analyse ergab folgende Erkenntnisse:

  • Die Radioblitze stammen aus einer entfernten Galaxie, die sich in den Tiefen des Weltalls befindet.
  • Die Blitze sind zufällig am Himmel verteilt. Sie treten nicht systematisch auf.
  • Die Analyse konnte die Blitze auf ein tausendstel Grad genau am Himmel lokalisieren.

Tritt ein Radioblitz auf, passiert er eine intergalaktische Gaswolke, die seine Strahlung bei unterschiedlichen Wellenlängen unterschiedlich stark abbremst. "Wenn der Blitz schließlich die Erde erreicht, kommt die Spanne seiner Wellenlängen zu leicht unterschiedlichen Zeiten an, wie Schwimmer an der Ziellinie" erklärt Forscher Macquart in der Veröffentlichung. "Die genaue Zeitmessung bei der Ankunft der verschiedenen Wellenlängen verrät uns, wie viel Material der Blitz auf seiner Reise durchquert hat. Und da wir gezeigt haben, dass die kurzen Radioblitze von sehr weit weg kommen, können wir sie benutzen, um die bislang fehlende Materie zwischen den Galaxien zu detektieren, was eine wirklich spannende Entdeckung ist.", so Macquart.

Naturphänomene sind faszinierend: Enorme Energie wird freigesetzt, das Ausmaß der Vernichtung ist teilweise enorm - wie bei Tornados: Aber wie entsteht eigentlich ein Tornado? Lesen Sie hier weiter. tu