Die Staatsanwaltschaft Frankfurt sagte dem epd, dass ermittelt werde, weil bei dieser Demonstration ein Polizist verletzt worden sei. Ingesamt seien die Wohnungen von acht Fotografen durchsucht worden. Die Bundesgeschäftsführerin der dju, Cornelia Haß, kritisierte die Razzien als "ungeheuerlichen Vorgang". Die Pressevertreter sollten "mit brachialen Methoden gezwungen werden, Hilfspolizisten zu spielen." Die Razzien verstießen gegen die Pressefreiheit und entsprächen nicht rechtsstaatlichen Standards.

Nach einem Bericht des Berliner "Tagesspiegel" sicherten die Beamten Tausende Daten von den Rechnern der betroffenen Fotografen. Zwei der freiberuflich arbeitenden Fotografen seien auch für den "Tagesspiegel" tätig. Einer der Betroffenen habe sich auf einer Dienstreise befunden, seine Wohnung sei trotzdem aufgebrochen worden. Die Fotografen wollten Beschwerde gegen die Razzia einlegen. Sie waren laut "Tagesspiegel" im vergangenen Jahr bereits zu den Demonstrationen befragt worden.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) teilte mit, die Fotografen selbst würden nicht beschuldigt. Der DJV-Vorsitzende Michael Konken sagte, die Ermittlungsbehörden hätten sich "in unzulässiger Weise über Informantenschutz und Redaktionsgeheimnis hinweggesetzt". Diese Aktion zeige einmal mehr, dass auch die Arbeitsräume von freien Journalisten demselben Schutz unterstellt werden müssten wie die Redaktionsräume von Verlagen und Sendern. Konken forderte die Ermittler auf, das beschlagnahmte Material unverzüglich zurückzugeben. epd